So macht man eine gute Präsentation

Gina Kutkat

Die Präsentation - man kommt heutzutage nicht mehr um sie herum. In der Schule, in der Uni und im Beruf gehören Vortrag, Rede oder Power Point Präsentation längst zum Alltag. Doch wie präsentiert man eigentlich richtig? Welche goldenen Regeln gibt es für einen gelungenen Vortrag? Gina hat sich im Netz auf die Suche nach wertvollen Tipps gemacht.



Mentale und physische Vorbereitung

Je besser man vorbereitet ist, desto selbstbewusster sieht man der Präsentation entgegen. Auch ist es einem Redner anzusehen, ob er sich im Vorfeld gründlich mit seinem Thema auseinandergesetzt hat, oder alles in letzter Minute zusammenschustern musste. Wer sich selbst wohl fühlt, strahlt das auch nach außen aus.

Auch die Kleidung kann zum Wohlfühlfaktor beitragen - auf positive und negative Weise. Die Keidung sollte bequem, aber nicht zu legère sein. Wer ganz in schwarz gekleidet ist, sieht aus wie ein Trauerkloß, wer sich zu bunt oder zu sexy stylt, lenkt vom Vortrag ab. Hier ist ein gesundes Mittelmaß gefragt.

Vielen Leuten fällt es schwer, vor einer größeren Menschenmenge zu reden. Die gute Nachricht: Es geht auch erfahrenen Rednern so. Die schlechte: Die Angst oder die Aufregund verschwinden vielleicht niemals ganz. Sie lassen sich höchstens eindämmen oder als Adrenalin-Puscher verwenden.

Diese Tipps können bei der Vorbereitung helfen:
  • Viel Wasser trinken
  • In der Nacht davor gut schlafen
  • wenig Alkohol trinken
  • Essen
  • Atmen
  • ein positives Ergebnis visualisieren
  • wenn es andere Redner gibt: mit ihnen abhängen, das hemmt die Aufregung

Die 10-20-30-Regel

Es ist ganz einfach: eine Präsentation sollte nicht mehr als 10 Folien enthalten, nicht länger als 20 Minuten dauern und mindestens in Schriftgröße 30 geschrieben sein. Die 10-20-30-Regel stammt von dem Präsentatiosnspezialist Guy Kawasaki. Laut Kawasaki kann ein Publikum kaum mehr als 10 Konzepte aufnehmen, deswegen empfiehlt er 10 Folien pro Präsentation.

Bei einer Stunde Redezeit falle die Hälfte der Zeit  für die Technik weg, außerdem gebe es immer Leute, die zu spät kommen oder früher weg müssen. Bleiben 20 Minuten. Was die Schriftgröße angeht, so legt uns Kawasaki die Zahl 30 ans Herz. Mehr Text auf einer Folie bedeute nicht gleich guter Inhalt. Wem die Zahl 30 zu dogmatisch ist, der solle die älteste Person im Raum finden und deren Alter durch zwei teilen.

Inhalte der Folien

Alle Experten sind sich einig: Eine gute Präsentation muss einfach und miminalistisch sein. Das Publikum ist nicht da, um die Folien zu bewundern, sondern um dem Vortrag zuzuhören.

Eine Folie sollte nicht mehr als fünf Stichpunkte enthalten. Zu vermeiden sind ganze Sätze, lange Zitate und komplizierte Grafiken und Tabellen. Wer zuviel Text auf seine Folien schreibt, verliert sein Publikum. Lieber einmal ein Bild einsetzen, um einen Gedanken oder ein Zitat zu verstärken.

"Zeige den Leuten niemals, was du sagst und sage niemals, was du ihnen zeigst" ist ein weiterer wichtiger Grundsatz. Wenn der Inhalt der Präsentation der gleiche wie auf dem Handout ist, dann ist das ein schlechtes Zeichen.



Gestaltung der Folien

Jedem steht die Gestaltung der Folien frei, aber auch hier gibt es ein paar hilfreiche Regeln:

Keine reinen Farben wie Rot, Grün oder Blau als Hintergrundfarbe einsetzen. Auch reines Weiß gilt es zu vermeiden, lieber Beige oder Schwarz verwenden, das verhindert auch auffällige Farbverfälschungen durch die Wandbeschaffenheit.

Zur Schriftgröße hat Guy Kawasaki eine nützliche Regel aufgestellt (siehe oben). Wer mit ausgefallenen Fonts überraschen will, schneidet sich womöglich ins eigene Fleisch. Nicht alle Computer erkennen alle Schriftarten an, deswegen sollte man wenn möglich die Fonts Verdana, Tahoma, Arial oder Times New Roman wählen. 100 prozentige Sicherheit, dass alle Computer diese Schriften erkennen, gibt es nicht. Hierkann man nachschauen, welche Schriftarten Microsoft mit den verschiedenen Programmen lädt.

Auch bei der Gestaltung der Folien sollte man durch Einfachheit und nicht durch Überladung glänzen, schließlich steht der Vortrag und nicht die Power Point Präsentation im Vordergrund.

Der Vortrag

Diese vier Regeln sind grundlegend für jeden gelungenen Vortrag, werden aber immer noch viel zu häufig missachtet:
  • langsam sprechen
  • zum Publikum sprechen
  • denken, bevor man spricht
  • Pausen einlegen
  • positiv denken
Wer langsam und überlegt redet, wirkt ruhig und wird auch ruhig. Zwischen durch tief Luft holen wirkt Wunder.

Wer sich fragt, zu wem er während seines Vortrags sprechen soll, der hat die Antwort direkt vor sich. Manche Experten empfehlen die Suche nach "Positivmännchen". Das heißt, man sucht sich mehrere Personen im Publikum, die man während der Präsentation überwiegend anschaut. Wer seinem Publikum nicht in die Augen schaut, redet nur mit sich selbst.

Nach einem wichtigen Punkt oder einer wichtigen Idee eine Pause einlegen, damit sich der Gedanke bei den Zuhörern setzen kann. Das Einlegen von Pausen kann man gut im Gespräch mit Freunden üben.

Die eigenen Notizen sollten nur den roten Faden des Vortrags enthalten. Auf keinen Fall von den Dateikarten oder Folien ablesen. Sie sollten Hilfen für den Vortrag sein - mehr nicht. Wer von den Folien abliest, dreht sich mit dem Rücken zu seinem Publikum  - einer der gröbsten Fehler des Präsentierens.

Die Präsentationsexperten sind fast einstimmig der Meinung, dass ein guter Vortrag von Geschichten lebt. "Tell stories" ist einer der meistgelesenen Tipps. Wer mit einer Geschichte den Vortrag beginnt, fängt sein Publikum ein, mit kleinen Geschichten zwischendurch wird es bei Laune gehalten.

Ein starker Einstieg und eine starkes Ende sind wichtige Stützpunkte für einen guten Vortrag. Wer anstelle von "Zuerst werde ich Ihnen dies erzählen, dann werde ich Sie darüber informieren..." mit einem interessanten Zitat oder einem starken Bild beginnt, sticht aus der Masse hervor und erregt die Aufmerksamkeit der Zuschauer.



Die Zuschauer

Wer sich vorher denkt "die Zuschauer sind dumm", kann sich besser in die Köpfe der Zuschauer hineinversetzen, auch wenn die Annahme nicht stimmt.  Man stelle sich vor, sie würden gerade aus dem Big Brother-Dorf kommen und hätten noch nie etwas von dem Thema gehört. Worauf würden sie Wert legen?

Präsentationsfehler aus Sicht des Publikums:
  • Die Aufforderung, sich näher nach vorne zu setzen, aussparen. Wer eine Präsentation besucht (oder gar: dafür bezahlt hat), darf sich aussuchen, ob er in der ersten Reihe oder hinten am Ausgang sitzen möchte.
  • Sicherstellen, dass etwaige Unterlagen zur Präsentation vorher verteilt wurden. Nicht die wichtigsten Minuten des Vortrags - die ersten nämlich - damit vergeuden, Material durchzureichen.
  • Nicht anbieten, dass “jederzeit” oder “hinterher” Fragen gestellt werden können, wenn man nicht so gut vorbereitet ist, diese auch beantworten zu können.

Zusammenfassung

Es gibt im Netz viele wichtige und hilfreiche Tipps und wertvolle Anregungen. Wenn man sich auch nur an ein paar von ihnen hält, hat man die halbe Miete schon mal gewonnen. Ein guter Vortrag lebt jedoch nicht von Perfektion, sondern von Persönlichkeit. Wer nur stur alle Regeln einhält, verliert seine Natürlichkeit.

Wer gut vorbereitet ist und mit einem positiven Gefühl in den Vortrag geht, ist mit dieser Einstellung auf dem Erfolgsweg. Bloß nicht von großen Rednern und Experten einschüchtern lassen, sondern sich die wichtigsten Tipps abgucken.

Und immer bedenken: cool bleiben!