So klingt Südbaden: Scheißediebullen

Laura Wolfert

Sie behaupten, dass jeder schon einmal Stress mit der Polizei hatte und dass sich ihre Musik zum Studieren eignet: Die Punk-Band Scheißediebullen ist am Freitag im White Rabbit zu sehen. Bassist Julian hat mit fudder-Autorin Laura Wolfert gesprochen.

fudder: Eure Band heißt Scheißediebullen - hattet ihr je Ärger mit der Polizei?
Julian: Na, wer hatte denn noch keinen Stress mit denen?




fudder:
Ich noch nie!
Julian: Noch! Kann noch kommen. Spätestens wenn du betrunken mit dem Fahrrad durch Freiburg fährst. Also aufpassen!

Fudder: Wie seid ihr auf den Namen gekommen?
Julian: Den hat uns tatsächlich unser Freund Fred "geschenkt". Wir haben lange überlegt. Er hatte aus Spaß immer behauptet, dass er eine Punk-Band namens Scheißediebullen hat - was aber nie gestimmt hat. Irgend meinte er, dass wir aus seiner "Pseudo-Band" eine richtige Band machen sollten - so haben wir seinen Namen übernommen.

Fudder: Ein Band-Name, den ihr im Repertoire hattet, der aber doch nicht in Frage kam?
Julian: Was gar nicht gegangen wäre: Heidegger Herzbuben.

Fudder:
Wer ist in Eurer Band?
Julian: Ich, Markus und zwei Andys. Wir sind Anfang 30. So richtige Freiburger Bobbele sind wir eigentlich nicht. Einer der Andys - die Gitarristen - kommt aus Freiburg, der Rest ist hergezogen. Wir wohnen aber schon seit knapp 10 Jahren in Freiburg.

Markus ist der Drummer, ich bin der Bassist. Eine Besonderheit bei uns: Wir sind drei Sänger - die Andys und ich.

Fudder: Wann wurde die Band gegründet?
Julian: Markus und ich kennen uns über Freunde und einen der Andys habe ich über politische Arbeit an der Uni kennengelernt. Wir haben zusammen im U-Asta gearbeitet, das war etwa 2005. Wir haben ähnliche Bands gemocht - dadurch sind wir auf die Idee gekommen, irgendwann gemeinsam Musik zu machen. Teilweise haben wir das auch schon damals gemacht: Am Lagerfeuer mit Freunden und Gitarre alte Punk-Klassiker gegrölt.

Markus hat uns irgendwann offenbart, dass er Schlagzeug spielt. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon einen Raum für unsere Band in Freiburg. Nach ein paar Proben kam dann noch der andere Andy dazu - das hat auf Anhieb funktioniert. Das ist etwa sechs Jahre her.

Fudder: Eure Musik ist eine Mischung aus...
Julian: Neunziger-Deutsch-Punk mit besseren Texten - und mehr Tempo. Das spannende an Punk - oder an Punk, wie wir ihn machen - ist, dass es für viele Leute wütend klingt - aber fast sogar das Gegenteil ist: Man kann seine Wut zwar raus lassen, aber die Intension dahinter ist eigentlich eine andere.

Fudder: Eure neue Platte geht 44 Minuten - was soll man in der Zeit machen?
Julian: Es eignet sich für fast alles: Sehr gut zum studieren an der Universität, zum Kochen Zuhause, oder für einen gemütlichen Abend.

Fudder: Bestätigt ihr - rein äußerlich - das Rocker - Klischee?
Julian: Ganz und gar nicht. Wir sind ganz normale, gealterte Alltagsstudis.

Fudder: Was soll ich mir an der Bar bestellen, wenn ihr ein Konzert spielt?
Julian: Was du willst: eine Limo, ein Gin-Tonic, Bier. Bier trinken ist immer gut.

Fudder: Trinkt ihr selber Bier auf der Bühne?
Julian: Das gehört schon ein bisschen dazu. Gegen Lampenfieber zumindest.


Was: Scheißediebullen: Release-Konzert mit Björn Peng und Reiz

Wann: Freitag, 09. November 2016, 21 Uhr

Wo: White Rabbit Club