So klingt Südbaden: Harvest79

Laura Wolfert

Eine Hardcore-Band mit Sensen auf dem Shirt, die sich mit "Ernte" übersetzen lässt und keinen Alkohol trinkt: Harvest79 sind an diesem Freitagabend im JuZe in Denzlingen zu sehen. Sänger Hendrik hat mit fudder-Autorin Laura Wolfert gesprochen.

Fudder: Wer ist in Eurer Band?
Hendrik: Wir sind zu viert: Zwei heißen Moritz, die spielen Gitarre und Bass. Jakob ist der Schlagzeuger und ich, Hendrik, bin der Sänger. Wir sind zwischen 20 und 22 Jahre alt. Ich komme aus Sexau, der Moritz an der Gitarre aus Lahr – die anderen beiden aus Freiburg.


Fudder: Wann wurde die Band gegründet?
Hendrik: Vor etwa einem Jahr. Ich habe mit Jakob zusammen Abitur gemacht – dadurch kennen wir uns. Moritz und Moritz haben wir auf Konzerten kennengelernt. Wir haben uns sehr gut verstanden. Die anderen haben die Band gegründet, ich bin erst nach zwei Monaten dazu gekommen.

Fudder: Euer Bandname "Harvest79" heißt übersetzt "Ernte" – wieso nennt man sich als Hardcore-Band "Ernte"?
Hendrik: Warum wir uns so benannt haben, kann ich nicht ganz sicher sagen, da ich erst später dazu gekommen bin. Die 79 – also der Anfang der Postleitzahl – dient einfach dazu, dass man uns besser auf Facebook und im Internet findet. Eigentlich ist sie kein fester Bestandteil des Namens. Wir arbeiten sehr häufig mit dem Symbol der Sense, deswegen passt das mit "Harvest". Wir wollten uns bald Bandshirts machen, da drucken wir auch Sensen drauf.

Fudder: Schlimmster Band-Name, den es gibt?
Hendrik: Freiwild. Aber eher wegen der Band.

Fudder: Eure Musik ist eine Mischung aus…
Hendrik: Brutalität und Gefühl. Gefühl in Form von Textinhalten. Brutalität, weil wir eine Harcore-Band sind.

Fudder: Beschreib’ einem Rentner auf der Parkbank – der wenig Ahnung von Musik hat und nicht mehr gut hören kann – wie Eure Musik klingt!
Hendrik: Gewaltig, schwere Gitarren und – passenderweise – sehr laut. Viele Außenstehende sagen, unsere Musik sei Metal. Das stimmt aber nicht. Hardcore kommt ursprünglich aus dem Punk-Bereich. Aber das Genre-Gerede ist ziemlich ätzend.

Fudder: Bestätigt ihr das Rocker-Klischee? Lange Haare, schwarz gekleidet?
Hendrik: Ich werde häufig gefragt, warum ich Hardcore mag, oder warum ich in so einer Band spiele. Man sieht mir nicht an, dass ich so eine Art von Musik mache – den anderen schon eher. Ich sehe relativ "normal" aus. Moritz, Moritz und Jakob sind tätowiert, haben Piercings – ich nicht.

Fudder: Mit welchen Bands kann man Euch vergleichen?
Hendrik: Wolf Down. Die klingen ähnlich und haben teilweise dieselben Ansichten wie wir – auch politisch. Expire sind mit dem Inhalt der Texte vergleichbar.

Fudder: Wann wirkt Eure Musik am besten?
Hendrik: Da wir noch nichts aufgenommen haben: Live. Wenn man uns auf der Bühne sieht, wirkt das sicher gut. Bisher haben wir drei Konzerte gespielt und die Rückmeldung der Besucher war sehr positiv. Bei unserem ersten Konzert waren schon 150 Leute da!

Fudder: Was soll ich mir an der Bar bestellen, wenn ihr ein Konzert spielt?
Hendrik: Ich empfehle bei unseren Konzerten nicht gerade ein Sektglas. Das kann verschüttet werden, wenn sich viele Leute bewegen. Aber Bier: Das ist ein weitverbreitetes Getränk – und geht immer.

Fudder: Und was trinkt Ihr auf der Bühne?
Hendrik: Mineralwasser. Zwei unserer Bandmitglieder trinken gar keinen Alkohol.

Fudder: Habt Ihr vor Auftritten ein bestimmes Ritual?
Hendrik: Wir geben uns einen Handschlag oder einen Faustschlag. Aber wir beten jetzt nicht gemeinsam zu einem Dämon – oder so was ähnliches.

Fudder: An was arbeitet Ihr gerade?
Hendrik: Wir wollen Songs aufnehmen und Shirts drucken lassen. Eigentlich wollten wir uns erstmal darauf konzentrieren, aber es kamen viele Anfragen für Auftritte. Dieses Wochenende spielen wir drei Konzerte und dann sogar eins in Zürich, Anfang Oktober.
Was: Down for the Core – Hardcore von I Am Revenge, World Negation, ManifeStatioN, Words Of Revolt, Harvest79

Wann: Freitag, 30. September 2016, 20 Uhr

Wo: JuZe Denzlingen, Mühlengasse 7, 79211 Denzlingen