So klingt die neue elektronische Stimme in Freiburgs Bussen und Straßenbahnen

Iris König

Die Modernisierung hält Einzug in Freiburg: Wer bei den Haltestellenansagen in Bussen und Bahnen aufmerksam die Ohren spitzt, kann sie schon erhören, die neue elektronisch erzeugte Sprechstimme. Warum der Vorleseautomat erst sprechen lernen musste und wie sich die neue Stimme anhört:


Leise, holprig und fast schon ein bisschen schüchtern klingen die neuen Ansagen in Bus und Bahn der VAG und im Tuniberg-Express. Wer nicht ganz genau hinhört, bemerkt nicht, dass es sich bei den Informationen zum nächsten Haltepunkt oder zu möglichen Umsteigemöglichkeiten in Wirklichkeit nicht um eine echte menschliche Stimme handelt, sondern um eine elektronisch erzeugte Sprechstimme.


Noch hört man an fast allen Haltestellen beim täglichen Bus- und Bahnfahren überwiegend die Ansagen von Peter Haug-Lamersdorf, der in Freiburgs öffentlichem Nahverkehr seit fast acht Jahren den Ton angibt. Seine Stimme klingt sicher, gut artikuliert, deutlich und flüssig. Doch schon bald wird seine Stimme durch eine elektronische, ebenfalls männliche, Sprechstimme ersetzt. Hinzu kommt auch eine weibliche Elektrostimme, die auf Besonderheiten im Nahverkehr in Bussen und Bahnen der VAG aufmerksam macht.

Text-to-Speech nennt sich das Verfahren, das nach und nach den menschlichen Sprecher durch einen Vorleseautomaten ersetzen soll. Flexibler soll das die VAG machen. Veränderungen können so schneller vorgenommen werden, denn der Sprecher, der bis dato halbjährlich neue Ansagen aufs Band sprechen musste, falle nun weg.


Andreas Hildebrandt ist Pressesprecher der VAG und überzeugt, dass die elektronischen Ansagen viel zur Optimierung des Betriebs beitragen. Doch auch der Vorleseautomat musste zunächst sprechen lernen: „Es hat ziemlich viele Übungen gekostet, bis das Ergebnis endlich gestimmt hat.“ Bei der richtigen Sprachmelodie und der sinngemäßen Betonung weist die akustische Sprachausgabe deutliche Defizite gegenüber der Sprachleistung eines Menschen auf. Das Einfühlungsvermögen und eine logische Herangehensweise fehlen schlichtweg.

Deswegen kam es schlussendlich doch auf das Geschick der VAG-Mitarbeiter an, das System richtig zu justieren. Ausgehend von der korrekten Orthographie eines Wortes, wurde je nach dem, wie sich das akustische Resultat dann anhörte, noch ein Buchstabe hinzugefügt oder entfernt: „Wir haben jeden Haltestellennamen durchprobiert, bis er schließlich gepasst hat.“

Wo kann man die elektronische Stimme jetzt schon hören? In den Linienbussen 14 und 11 der VAG und 35 des Tuniberg-Express' wird die Haltestelle Moosackerweg in St. Georgen schon elektronisch angekündigt. Auch kurz vor der Haltestelle Johanneskirche wird in der Linien 3 und 5 durch die künstlich erzeugte menschliche Sprechstimme auf Umsteigemöglichkeit aufmerksam gemacht.

Wenn am 15. März der neue Streckenabschnitt der Stadtbahn Zähringen eröffnet wird, kommen die Fahrgäste der Linie 2 bei allen neuen Haltestellen in den Hörgenuss der elektronischen Ansagen.

So hört sich die Ansage von Peter Haug-Lamersdorf an:



So hört sich die elektronisch erzeugte Ansage an:



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