So findest du ein WG-Zimmer in Freiburg: Bewerbungsprofis geben Tipps

Julia Mungenast

Du suchst nach einem WG-Zimmer in Freiburg? Dann mach dich auf Massencastings und Fragenkataloge gefasst! Aber keine Angst: Wir haben zwei Bewerbungsprofis gefragt, wie du dich darauf vorbereiten kannst - und mit ein bisschen Glück am Ende tatsächlich ein WG-Zimmer findest:



Die Suche nach einem WG-Zimmer in Freiburg ist oft ein beschwerlicher Weg über Massencastings und Fragenkataloge. Wir möchten dir Tipps geben, mit denen du mehr Zusagen und am Ende, mit ein bisschen Glück, dein Traumzimmer finden kannst.


Dazu haben wir mit dem Pädagogen Frank Schöler und dem Psychologen und Coach Hans-Georg Willmann aus Freiburg gesprochen. Beide Experten arbeiten zwar eigentlich mit Menschen, die sich beruflich verändern wollen; aber die persönliche Bekanntmachung bei einem Casting ist einer Bewerbung um einen neuen Job nicht unähnlich.



1. Das Zimmer suchen

Noch bevor du dich nach Zimmern umschaust, rät Frank Schöler: Überleg dir genau, was du willst. Erstelle dir am besten eine Prioritätenliste:
  • Was brauchst du unbedingt (Zimmergröße, Lage, Preis)?
  • Was ist für dich verhandelbar (viele Mitbewohner, eine Wohngemeinschaft mit Hund oder Kind)?
  • Was wäre schön, wenn du es haben könntest (Badewanne, Balkon, Stellplatz)?

Wenn du dich dann bei einschlägigen Wohnungsangeboten kundig gemacht hast (Schnapp.de, WG-gesucht.de), mache den nächsten Schritt.  
 

2. Den Kontakt aufnehmen

Dir gefällt ein Angebot, und deine Wünsche an das Zimmer scheinen auf den ersten Blick erfüllbar? Auch Hans-Georg Willmann rät dazu, sich klare Vorstellungen darüber zu machen, was du genau suchst und dann möglichst viele Anzeigen, die zu dir passen könnten, zu kontaktieren.

Du kannst auch eine eigene Anzeige aufgeben und gegebenenfalls ein Foto von dir mitsenden.

Studiere genau
, wonach die Vermieter suchen und stelle anschaulich dar, was du selbst in die WG miteinbringst, ohne allzu weitschweifig zu werden. Frank Schöler spricht hierbei bildhaft vom Petticoat, einem bauschig-weiter Unterrock: Stelle dich ehrlich vor, ohne zu viel von dir zu zeigen.

Enttäuschungen lassen sich bereits im Vorfeld vermeiden, wenn du darauf achtest, dich nicht bei einer WG zu bewerben, die bestimmte Kriterien sucht, die du nicht erfüllen kannst (zum Beispiel: Berufstätigen-WG, Student, konkrete Suche nach Mann oder Frau).

Wenn du eine Absage nach der anderen bekommst, kann das, neben gemeinem Pech, auch daran liegen, dass du falsch suchst: Frank Schöler rät dir, auch zu überlegen, was du selbst gerne von deinem neuen Mitbewohner haben willst. Wenn du dich schriftlich bewirbst, werde konkret! Schaffe Bilder im Kopf deiner zukünftigen Mitbewohner: Kannst du zum Beispiel eine dreistöckige Torte backen? Dann schreib's ihnen! Oder kannst du mit Pinsel und Farbe ihre WG-Küche verschönern? Dann teil es ihnen mit!


3. Einen Eindruck hinterlassen

Herzlichen Glückwunsch, du bist zum WG-Casting zugelassen! Willmann verrät einen Trick, den du anwenden kannst, wenn du dich zum ersten Mal vorstellst. Dieser folgt dem Mantra:

Der erste und der letzte Eindruck bleibt hängen.



Versuche, offen zu sein, einen intensiven Blickkontakt herzustellen und deinen Namen deutlich zu nennen. Und: Verlasse als Letzter die WG, die du angeschaut hast - nach allen anderen Interessenten. Bekräftige bei Bedarf noch einmal dein ehrliches Interesse an dem Zimmer.

Ob du in die Gemeinschaft passt oder nicht, bleibt letztlich offen. Wenn sie sich für dich entscheidet und du das Zimmer bekommst: Super! Wenn nicht: Nicht aufgeben! Immer weiter suchen!

Mehr dazu:

[fudder-Autorin Julia Mungenast sucht gerade selbst ein WG-Zimmer. Dabei entstanden auch die beiden Fotos. Vielen Dank der WG in der Beurbarung, dass sie mitgemacht hat!]