So famos klingt der zugefrorene Waldsee, wenn man einen Stein drauf wirft

Oliver Huber

Wow! Geil! Hammer! Unglaublich! Das sind die üblichen Reaktionen auf den tollsten Sound des Winters. Dabei sind die Zutaten für den Überraschungscoup denkbar einfach: Stein, zugefrorener See, Wurfkraft:



Ein zugefrorener See und Kieselsteine, das ist schon alles. Der Ton ist absolut natürlich, aber weitestgehend unbekannt. Doch wie funktioniert die Sache genau? Im Sommer verblüffen Eltern gerne ihre Kinder, wen sie Steine über die Wasserfläche hüpfen lassen. Drei, vier, fünf, die Hopser werden fleißig mitgezählt. Genauso geht man im Winter vor und erntet ähnlichen Beifall. Dabei ist die Sache bei Frost noch viel simpler.


Flache Steine, die mit einer besonderen Technik geworfen werden müssen, sind hier nicht nötig. Einfach einen Stein mit einem guten Schwung auf die Eisfläche schleudern und staunen. Sofort erklingt ein schwingender und hoher Ton, der an Vogelzwitschern erinnert. Genial!



Bei jeder Berührung des Steins mit dem Eis erklingt der Ton etwas anders. Vom Rand zur Mitte des Sees etwas tiefer – und umgekehrt wieder etwas höher. Dadurch ergibt sich ein wunderbarer Effekt. Voraussetzung dafür ist, dass die Eisfläche nicht zu dick und schneefrei ist. Die Steinchen müssen schön frei über die Oberfläche fliegen können. Das Eis wirkt dabei wie ein riesiger Lautsprecher, dessen Membran in Schwingungen versetzt wird.

Auch größere Steine sorgen für Furore. Wenn sie in hohem Boden geworfen werden, brechen mitunter durch die Eisfläche ein und erzeugen neben dem Plopp ein vielfaches Echo. Die ganze Sache kostet nichts und ist absolut harmlos. Einzig die verfrorenen Finger bremsen das Vergnügen nach einiger Zeit.

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