So dämlich versuchen Unbekannte, gegen Flüchtlinge zu hetzen

Konstantin Görlich

Stecken Nazis dahinter? In Freiburg sind gefälschte Briefe der Stadtbau aufgetaucht, in denen Mietern ihre Wohnungen gekündigt werden - mit der Begründung, sie für Flüchtlinge zu benötigen. Völliger Unfug, sagt die Stadtbau.



In den Briefen wird zugunsten einer Aktion "Freiburg hilft Kriegsflüchtlingen" die Kündigung zum 31. Dezember 2015 ausgesprochen, um die Wohnung Kriegsflüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Beschlossen worden sein soll das ganze am 17. September in einer "Vorstandstagung" der Stadtbau. Das ganze ist - natürlich - eine Fälschung. Und nicht gerade witzig.


Bislang haben sich drei Mieter, die eines der reichlich mit Rechtschreibfehlern gespickten Schreiben erhalten haben, bei der Freiburger Stadtbau gemeldet. Dort rechnet man damit, dass sich noch mehr melden. "Uns ist völlig unklar, was das Ziel dieser Aktion ist. Das macht den Leuten doch nur Angst", sagt Stadtbau-Pressesprecher René Derjung.

Betroffenen Mietern rät die Stadtbau, sich an ihr zuständiges Mieterbüro zu wenden. Kündigungen aus Gründen, wie sie in den gefälschten Schreiben geschildert werden, werde die Stadtbau niemals aussprechen, so Derjung. Jetzt gehe es zunächst darum, die Schreiben zu sammeln und die Mieter zu informieren. Wie es dann weitergeht, werde die Stadtbau anschließend intern beraten. "Wir werden dagegen vorgehen", kündigt Derjung an.