So böllerst Du sicher und richtig an Silvester

Anna-Lena Zehendner

An Silvester kann eine Menge schiefgehen: Böller explodieren im Gedränge der Stadt, Raketen treffen den Nachbarbalkon und das Haustier lässt sich nicht mehr beruhigen. Wir haben ein paar einfache Tipps, mit denen ihr ausgelassen und unverletzt das Jahr 2011 begrüßen könnt:



„Bombastico“, „King Size“ oder „Megastar“ sind Raketennamen, die allen Ein-mal-im-Jahr-Pyrotechnikern die Herzen höher schlagen lassen. Höher, lauter und bunter sind dabei auch die wichtigsten Kriterien für ein gelungenes Silvesterfeuerwerk. Die alljährlichen Experten-Empfehlungen gehören dabei zum Jahreswechsel, wie der TV-Klassiker „Dinner for One“. Dass die guten Ratschläge zu dort sprichwörtlich gewordenen „Same procedure as every year“ geworden sind, liegt allerdings daran, dass in der Böllerei der Silvesternacht oft nicht auf sie gehört wird.


Über die Jahre hinweg kam es daher in Freiburg im Schnitt immer zu 20 bis 40 Feuerwehreinsätzen. „Beim Jahreswechsel 2009 auf 2010 waren es jedoch nur sechs Einsätze“, sagt Philipp Golecki, stellvertretender Amtsleiter für Brand- und Katastrophenschutz in Freiburg. Das habe nicht etwa an der plötzlichen Vernunft der Silvesterwütigen, sondern vor allem an der Wetterlage gelegen. „Wir vermuten, dass es durch das momentane Wetter in diesem Jahr erneut zu weniger Feuerwehreinsätzen kommen wird“, sagt Golecki.

„Durch die Kälte gehen viel weniger Menschen auf die Straßen. Und der Schnee verhindert eventuell den ein oder anderen Brand. Beispielsweise wenn eine Rakete auf einem schneebedeckten Dach landet.“ Trotzdem können wir unsere Verantwortung nicht einfach an die Witterungsverhältnisse abgeben. Augen auf beim Raketenkauf ist daher der erste Schritt für eine schöne Silvesterparty.



Die „Bombasticos“ und „Megastars“ müssen dabei immer mit einer BAM-Nummergekennzeichnet sein. Auch wenn die günstigen Varianten aus China für den Geldbeutel verlocken sind, sollte man für sein farbenfrohes Feuerwerk besser etwas tiefer in die Tasche greifen. Verlockend ist es schließlich, die ganzen Böller und Raketen schon vor dem Silvesterabend in die Luft zu jagen. Doch das ist nach dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verboten. Laut der GDV darf nur am Silvesterabend ab 18 Uhr und bis Neujahr 7 Uhr geböllert werden.

Außerdem ist die Knallerei in unmittelbarer Nähe von Kirchen Krankenhäusern, sowie Kinder- und Altenheimen verboten. Das ist auch der Grund, warum in Freiburg auf dem Münsterplatz keine Raketen gezündet werden dürfen. „Im letzten Jahr wurden noch Fachwerkhäuser in die bestehende Liste mit aufgenommen“, weiß Philipp Golecki. Also am besten an der Silvesternacht ganz raus aus der Altstadt. Um weiter alles Richtig zu machen, sollte man seine Raketen nicht aus der Hand starten, nicht in den Autoauspuff des nörgeligen Nachbarn stecken oder ihm die funkenden Glühstäbe gar auf den Balkon schmeißen. „Der unsachgemäße Umgang mit den Böllern ist an Silvester nach wie vor der häufigste Grund für Verletzungen“, sagt Golceki. „Aber viele Unfälle werden auch durch herumliegende Glasscherben verursacht. Der Auslöser ist dabei meistens der Alkoholmissbrauch.“ Wer schon zu tief ins Glas geschaut hat, sollte daher ganz die Finger vom Raketenspielzeug lassen.

Wenig Spaß an Silvester haben unsere Haustiere: das laute Knallen, die bunten Lichter und das Zischen der Raketen machen vielen Angst. Für Hunde und Katzen empfiehlt es sich, eine Rückzugsmöglichkeit in der Wohnung schaffen. Am besten im Lieblingszimmer des Tiers, wo Korb und Fressen stehen, die Rolläden herunterlassen und so gut wie möglich abdunkeln, und dann einfach abwarten, wie das Tier sich verhält, wenn die Knallerei losgeht. Für Hundebesitzer gilt: rechtzeitig vor Mitternacht Gassi gehen, und schreckhafte Tiere lieber nicht von der Leine lassen, wenn am Nachmittag im Wohnviertel schon geknallt wird. Tiertrainer warnen davor, Haustiere zu Silvester zu sehr zu betüdeln und so eine Schreckreaktion des Tiers noch zu belohnen. Wer sein Tier kennt, auf es achtet und selbst gelassen bleibt, macht alles richtig.

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  [Bild: Caro, dpa]