So abgespact würden Jugendliche die Schlossbergnase in Freiburg bebauen

BZ-Redaktion

Eine schwierige Aufgabe lösten Schülerinnen und Schüler bei einem Wettbewerb des Architekturforums: Sie machten sich Gedanken zur Schlossbergnase. Vier Gewinnerklassen wurden prämiert – die Ergebnisse sehen äußerst futuristisch aus.

Über die Gestaltung der Schlossbergnase macht sich die Stadtverwaltung immer mal wieder Gedanken. Vor allem wenn unter anderem der Gemeindevollzugsdienst aus den dortigen Gebäuden auszieht . Nun hat das Architekturforum Freiburg, Schülerinnen und Schüler aufgefordert, beim Wettbewerb "Schloss.Berg.Stadt" Modelle für das Areal zu entwerfen. Vier Klassen wurden nun mit einem ersten Preis ausgezeichnet.


Zwölf Klassen von Klasse 5 bis 12 haben am Wettbewerb teilgenommen, heißt es in einer Pressemitteilung des Architekturforums. Die Schüler sollten sich Gedanken dazu machen, wie die Schlossbergnase und der Schwabentorplatz gestaltet werden können und welche Nutzungen sie sich an dieser Stelle wünschen. "Wir haben eine Menge Ideen geliefert bekommen, teilt Ingeborg Thor-Klauser vom Architekturforum mit, "die Entscheidung war sehr schwierig." Eine Jury aus vier Architekten sowie die Vorsitzende des Lokalvereins Innenstadt und eine Vertreterin des Jugendbüros bewerteten die Entwürfe. Die Klassen wurden in Kategorien eingeteilt.

Einfach, aber raffiniert

Die Klasse 10b des Wentzinger-Gymnasiums hat mit einem einfachen, aber raffinierten Modell überzeugt: Den Berghang der Schlossbergnase haben die Jugendlichen als geeignet für ein Amphitheater erachtet. Gegen den Schwabentorplatz schirmt eine Bühnenwand mit Durchguck auf das Schwabentor das Theater ab. Von einer Aufzugröhre, die Berg und Platz verbindet, hat man Ausblick auf die Stadt. Laut Jury würden so alle Vorzüge der Situation genutzt.

Auch die Klasse 9e des Kepler-Gymnasiums hat einen ersten Platz belegt: Die Schüler entwickelten ein Konzept eines Naturkunde-Erlebnismuseums als Ersatzbau für das bestehende Naturkundemuseum. Drinnen schlagen sie eine Trampolinhalle oder Boulderhalle vor sowie ein Café. Zudem hat sich die Klasse eine Nutzung für eines der Gebäude ausgedacht: Sie schlägt ein "Naturinformationszentrum Schwarzwald" vor. Mit dem Entwurf würde laut Jury ein neuer lärmgeschützter Platz geschaffen, Berg und Stadt würden miteinander verknüpft.

Kepler-Gymnasium zweimal vorn

Das Kepler-Gymnasium räumte gleich zweimal ab, auch die 6d hat einen ersten Platz belegt: Für Jugendcafé, Trampolinhalle, Video-Spielraum und Aquarium mit Minizoo und Affenhaus entwickelten die Jugendlichen kugelförmige Elemente. Waldseilgarten und Skateranlage gliederten sie in die Landschaft ein. Als überzeugenden Beitrag wertete die Jury den Entwurf: Die sehr ausdrucksvoll gestalteten kugelförmigen Gebilde schmiegten sich dem Berg an.

Die Klasse 8 der Freien Schule Kapriole beschäftigte sich mit dem Thema "Lernen". In ihrem Entwurf gibt es Einzel- und Gruppenlernräume, Experimentierbereiche, ein "Felsenkino" und eine Kletterwand. Das Gebäude soll die "abgebrochene Schlossbergnase" zu Ende führen. Die Jury lobt die Nutzungen als "sehr fantasievoll", auch wenn das Gebäude aus manchen Blickwinkeln als zu dominant empfunden wurde.

Die Klassen haben laut Architekturforum kleine individuelle Preise bekommen. Als Gesamtpreis gibt es zudem Architekturführungen in Freiburg. Ausstellungen sind geplant.