smapp!: Studierende aus Furtwangen haben eine Musik-App für Facebook entwickelt

Fabian

Musik im Netz anhören, sie mit Freunden teilen, sich darüber austauschen – das alles bietet Smapp! Studierende der FH Furtwangen haben die Facebook-Anwendung entwickelt. fudder-Autor Fabian Fechner hat sich mit zwei der Macher, David Volkmann, 26, und Johannes Klinger, 23, unterhalten.



Für was steht smapp! und was kann man sich darunter vorstellen?


David:
smapp! ist eine Abkürzung und steht für „Social Music Application“. Das ist eine von uns entwickelte Anwendung auf facebook, mit der man Musik teilen, in Listen sortieren, anhören und sich mit seinen Freunden darüber austauschen kann. Die Musik muss man nicht selbst hochladen, sie kommt ganz einfach von YouTube.

Von wem genau und in welchem Rahmen wurde die Applikation entwickelt?

Johannes: Die Applikation wurden vom einem studentischen Projektteam von der FH Furtwangen unter der Leitung von Herrn Professor Christoph Zydorek entwickelt. Es ist ein einjähriges Projekt, das im Rahmen unseres Onlinemedien-Studiums läuft und wir haben uns entschieden eine facebook-Applikation zu entwickeln.

Es gibt ja auch ähnliche Programme im Netz, wie zum Beispiel last.fm. Was ist denn das Einzigartige an smapp!?

Johannes: Im besonderen Unterschied zu last.fm sind wir eben auf facebook vertreten. Außerdem hat last.fm die Anhör-Funktion für Musik reduziert, beziehungsweise abgeschaltet. Last.fm ist ein Radio, das nur zufällige Musik spielt. Bei uns hört man dagegen die Musik, die man mag, also genau die Musik, die man hören möchte und nicht irgendwelche Musik.

David: Genau, das Stichwort ist ja eigentlich „Music on demand“. Das heißt du suchst dir die Musik, die du hören willst zusammen und fügst sie zu deiner Playliste hinzu. Du musst dir also nichts mehr anhören, was du gar nicht hören willst.

Warum habt ihr euch entschieden die App in facebook zu integrieren und keine eigene Seite oder Community entwickelt? Färbt der Glanz eures Erfolges damit nicht automatisch auf facebook ab?

David: Nee, das denk ich nicht. Es war einfach von vorneherein in dem Projekt geplant eine App für ein Social Network zu entwickeln, weil wir dahin gehen wollten, wo sich die Leute eh den ganzen Tag aufhalten. Dann haben wir uns während der Planungsphase verschiedene Social Networks angeguckt und sind dann bei facebook hängengeblieben, weil uns dort eben eine offene und sehr entwicklerfreundlicher Programmierschnittstelle geboten wurde. Natürlich ist facebook auch das momentan größte Netzwerk auf der Welt, das hat auch eine Rolle gespielt. StudiVZ hat es zum Beispiel damals gar nicht angeboten, dass man selbst Apps entwickelt.



Auf eurer facebook-Fanpage habt ihr stolz verkündet, dass es für das Projekt die Note 1 gab. Wie war das als ihr mit dem Projekt angefangen habt: Wolltet ihr in erster Linie was Gutes für den facebook-Nutzer schaffen oder habt ihr euch für die Note so ins Zeug gelegt?

David: Ich schätze mal beides. Wir haben jetzt nicht geguckt das wir die beste Note kriegen, sondern vor allem, dass wir die best mögliche Applikation entwickeln. Und ich denke, das ist uns ganz gut gelungen. Die gute Note war dann nur eine Folge der Arbeit, besonder weil wir so eigenständig gearbeitet haben. Der Professor musste eigentlich kaum motivierend wirken, wir haben dass eigentlich alleine ziemlich gut hingekriegt. Das hat er dann im Abschlussgespräch auch nochmal hervorgehoben.

Johannes: Also die gute Note war praktisch nur das Resultat von dem was wir gemacht haben und nicht unser unmittelbaresd Ziel. Zunächst gings auch nur darum das Projekt fertigzustellen, was auch mal in der Schwebe war.

Auf der facebook-Seite schreibt ihr auch: Wenn smapp! ein Erfolg wird, schmeißen wir das Studium! Glaubt ihr, dass man davon irgendwann leben kann?

David: Nein, natürlich nicht! Solche facebook-Applikationen können immer nur ein Teil von irgendwas anderem sein. Momentan kann man da so direkt nicht von leben. Wir hatten am Anfang geplant, dass man über smapp! auch Songs verschenken kann, die man richtig bezahlt. Damit wollten wir eigentlich der Musikindustrie ein bisschen auf die Sprünge helfen, weil es der momentan mehr als schlecht geht. Aber daraus ist dann nichts geworden, weil es einfgach sehr große verhandlungshürden mit der Musikindustrie gibt. Außerdem kostet es einfach viel zu viel Geld die Rechte an den Songs zu erwerben. Das wäre eine hohe sechsstellige Summe gewesen um überhaupt von den Major Labels ernst genommen zu werden.

Johannes: Wir wollen ja erstmal eine Nutzerbasis aufbauen und darauf aufbauend kann vielleicht ein Geschäftsmodell entwickelt werden. Aber in der jetzigen Form machen wir kein Geld damit.

David: Man kann halt schlecht mit einer ganz neuen Anwendung an einen Musikzulieferer herantreten, dann sagen die ja erst mal: Wer seid ihr überhaupt? Oder schlimmer noch: Sie kopieren das Konzept, da man die Anwendung an sich auch nicht schützen lassen kann. Deshalb wollen wir jetzte erstmal Leute dazu animieren unsere Anwendung zu nutzen und wenn man dann mal einen Kundenstamm hat, kann man auch in Verhandlungen gehen. Dann ist es eventuell möglich damit Geld zu verdienen.

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