SLBay - ein deutsches Auktionshaus in Second Life

Christoph Müller-Stoffels

Drei, zwei, eins, virtuell meins. Vor einigen Tagen eröffnete mit SLBay das erste deutschsprachige Auktionshaus für virtuelle Second Life-Produkte. Von Motorrädern über Waffen bis zu Augen kann hier alles gehandelt werden, was das Metaversum zu bieten hat. fudder hat nachgefragt, wer dahinter steckt.

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand ein Auktionshaus für die virtuellen Güter aus Second Life (SL) eröffnet. Gemacht hat es Danny Woller aus Frankfurt am Main, der selbst erst seit etwa fünf Monaten bei SL dabei ist.


Woller, hauptberuflich als Gärtner tätig, kümmert sich bei SLBay um Marketing und Finanzierung. Um technische Fragen kümmert sich Michael Junge, den Woller als Partner gewinnen konnte.

Gehandelt werden kann bei SLBay im Prinzip alles, was die virtuelle Welt zu bieten hat. Derzeit sind das in erster Linie Schmuck, Geld und Kleidungsstücke, die von den knapp 50 registrierten Benutzern angeboten werden. Auch ein Paris Hilton-Look war am Freitag zu haben. "Gewalt und politisch motivierte Hintergründe sind bei SLBay nicht erwünscht", so der 20-jährige Woller gegenüber fudder. Auch virtuelle Markenreplikate sind nicht erwünscht. Können die Anbieter nicht die Erlaubnis der Markenträger nachweisen, werden die Auktionen gelöscht. "Uns ist es wichtig, dass wir seriös wirken. Und dies geht nicht, wenn Fakes angeboten werden."

Derzeit ist SLBay noch gebührenfrei. Das soll auch so bleiben, "solange es für mich möglich ist, die Kosten mit eigenen Mittel zu decken." Diese altruistische Einstellung scheint ungewöhnlich, wird aber von Woller unterstrichen: "In erster Linie soll Second Life ja Spaß machen. Ein großes Potential sehe ich in SL für Architekten, Mode- und Versandhäuser beziehungsweise in der Reise- und Werbebranche."

Wie eBay mit der Namensähnlichkeit umgeht, bleibt abzuwarten. Ein fudder-Anfrage diesbezüglich blieb unbeantwortet. Woller sieht bislang keine Probleme. "Wir machen Ebay keinerlei Konkurrenz, verdienen noch nicht einmal Geld daran." Ob eBay diese Sichtweise teilt, bleibt abzuwarten.