Skatepark für Freiburg: großer Traum, kleine Lösung

Till Neumann

Seit Jahren kämpft die Freiburger Skaterszene für den Bau eines großen Skateparks in Freiburg. Die Stadt verweist immer wieder auf leere Kassen, plant jetzt aber eine kleine Skateanlage für 2012.



In einem sind sich Stadt, Szene und Jugendarbeiter einig: Freiburg braucht mehr Skateflächen. In der Breisgaumetropole gibt es über 2000 Skater, aber keinen großen Skateplatz, der allen Ansprüchen genügt. Im Rieselfeld steht beispielsweise ein kleiner Skatepark. „Der ist aber weit weg und oft überfüllt“, sagt Florian Bechert vom Boardshop Freiburg. Er kennt die Szene und engagiert sich seit Jahren für mehr Skateplätze. Für ihn ist wichtig, dass ein zentral gelegener und gut erreichbarer Platz entsteht. Da der fehlt, weichen die Rollbrettfahrer oft auf andere Flächen aus, die eigentlich nicht zum Skaten gedacht sind. Beliebt sind zum Beispiel die Treppe vor dem Dorint-Hotel auf dem Konrad-Adenauer-Platz und der Busbahnhof am Freiburger Hauptbahnhof. Die Unfallgefahr ist dort durch den Verkehr aber groß. Freiburger Skater haben darauf kürzlich in einem Video hingewiesen.


Initiative Skatement vermittelt



Die zentrale Lage eines neuen Skateplatzes ist auch für Jürgen Messer (Bild links) vom Jugendbüro und Florian Hahn (Bild rechts) vom Haus der Jugend in Freiburg elementar. Die beiden sind Teil der Initiative Skatement, zu der unter anderem auch Florian Bechert gehört. Skatement ist mittlerweile das Sprachrohr derjenigen, die für mehr Skatefläche kämpfen. Seit dem Frühjahr 2011 vermittelt die Initiative zwischen Stadt und Szene. Skatement will Kompetenz, Kontinuität und Verlässlichkeit in die Gespräche mit der Stadt bringen. Messer betont, dass die jugendlichen Skater in Entscheidungsprozesse einbezogen werden sollen. Da diese nun schon seit Jahren für den Skatepark kämpfen, sieht er dringenden Handlungsbedarf bei der Stadt. „Wenn die Skater sich engagieren, brauchen sie auch Erfolgserlebnisse. Sonst fehlt ihnen irgendwann die Motivation, sich für ihre Wünsche einzusetzen.“

Stadt prüft zentrale Plätze

Wolfgang Vasen vom Garten- und Tiefbauamt sieht das ähnlich: „Selbstverständlich muss etwas geschehen.“ Für einen großen Skatepark, der zum Beispiel im Dietenbachgelände gebaut werden könnte, fehlten der Stadt aber die Mittel. Eine solche Anlage würde ca. 600.000 Euro kosten, so schätzt er. Um mit kleinen Schritten zum Ziel zu kommen, sucht die Stadt jetzt günstigere Lösungen. „Wir prüfen aktuell ungefähr zehn zentrale kleinere Flächen auf ihre baurechtliche Tauglichkeit“, sagt Vasen. Die geplante Anlage würde zwischen 40.000 und 70.000 Euro kosten. Ende September treffen sich Verantwortliche der Stadt und der Skatement-Initiative. Dann soll besprochen werden, welche der für machbar befundenen Plätze auch den Skatern zusagen. „Wir hoffen noch 2012 mit dem Bau eines solchen Platzes beginnen zu können“, sagt Vasen. Auf einen Baubeginn 2012 hoffen auch Messer und Hahn vom Haus der Jugend.

Auch beim Stadtrat ist das Thema auf der Tagesordnung. Gerhard Frey von den Grünen plädiert für eine Lösung zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Sein Vorschlag ist, „eine kleine Anlage zu bauen und diese zukünftig Stück für Stück auszuweiten.“ Der Vorschlag von Stadträtin Simone Ariane Pflaum von Junges Freiburg ist anders. „Wir wollen eine Anlage nicht nur für die Skateboarder, sondern auch für BMX-Fahrer und die Parcourssportler.“ Deswegen setzt sie sich für den Bau eines Outdoorparks ein, der Fläche für Skater, BMX-Radfahrer und Parcoursläufer bieten soll. Als mögliche Standorte nennt sie das Dietenbachgelände, die neue Messe oder das Möslestadion.



Weit entfernt vom großen Skatepark

Samir Vila vom Skaterladen Titus in der Freiburger Innenstadt hält das für keine optimale Lösung. „Skater und BMX-Radfahrer vertragen sich nicht immer." BMX-Fahrer könnten mit ihren Sprüngen die Skatehindernisse beschädigen. Für Vila wäre das Beste getrennte Anlagen zu bauen. „Gerne auch nebeneinander.“

Eine Lösung zu finden, die alle Beteiligten rundum zufrieden stellt, ist offenbar schwierig. Der Bau einer möglichen kleinen Anlage scheint aktuell für alle Beteiligten aber der richtige Weg.

Das Ziel bleibt trotzdem das Gleiche. „Am Horizont ist die große Anlage am Dietenbachpark“, sagt Messer.

Wie weit entfernt ist eigentlich der Horizont?



Mehr dazu:

Internet-Plattformen der Freiburger Skaterszene

[Foto © Sebastian Hartung]