Ska-Punk mit politischer Botschaft: Panteón Rococó im Jazzhaus

Julie Lucas

Panteón Rococó lieben Musik, hassen Rassismus und scheißen auf Politiker. Seit zwanzig Jahren ist die Band aus Ciudad de México im Auftrag zapatistisch angehauchter Botschaften unterwegs. Am Samstag bringt sie ihre Mischung aus Ska, Rock, Punk und lateinamerikanische Rhythmen auf die Bühne des Jazzhaus.



Auf einem Flug von Juárez nach Ciudad de México wurde die mexikanische Rockband zunächst nicht ins Flugzeug gelassen. Der Grund? Die tätowierten Arme von Sänger Dr. Shenka und Posaunist Paco Barajas. Offensichtlich stellten die abgebildeten Flammen, Blumen und schuppenartigen Muster eine mögliche Bedrohung für andere Fluggäste dar.


In einem Land, in dem 1971 der Rock verboten wurde, sieht es heute noch erschreckend ähnlich aus. Unter anderem aus diesem Grund haben es sich Panteón Rococó zur Aufgabe gemacht, ihre Message gegen den Rassismus und die Intoleranz in ihrem Land, zu verbreiten. Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens touren die neun Mexikaner nun unter dem Motto "Y queremos más" ("Und wir wollen mehr") durch die Welt und machen dabei auch Halt in Freiburg (Tickets).

Ska-Punk mit politischer Botschaft

Es ist nicht ihr erstes Mal in Deutschland. In 20 Jahren Bühnengeschichte waren sie schon auf einigen namhaften Festivals unterwegs, darunter Hurricane, Southside und Wacken. Panteón Rococó stehen in der Tradition der Zapatistas, von denen sie eines sicher gelernt haben: Selbstverwaltung. Nur so konnte 1999 ihr erstes Album "A la izquierda de la tierra" ("Links von der Erde") entstehen. Sie hatten die Wahl: sich fügen und darauf warten, dass nichts passiert oder die Sache selbst in die Hand nehmen.

Die letzten zwei Alben sind unter ihrem eigenen Plattenlabel "El Cocodrilo Solitario" ("Das alleinstehende Krokodil") entstanden. Der Klang? Aus Elementen von Ska und Rock bis zu Salsa und Reggae erzeugen sie einen bebenden, energisch mitreißenden Klangstrudel, der selbst den letzten noch sitzenden Zuhörer packt und in Schwingung versetzt.

Aber die Band haut nicht nur instrumental ordentlich auf den Putz, sondern bietet auch Futter fürs Gehirn. Sie erzählen Geschichten, in denen die Enttäuschung und Wut vor der Unfähigkeit des politischen Systems spürbar wird. Geschichten, die lange nicht vorbei sind. Mit ihrer Musik wollen sie nicht die Welt verändern, aber zumindest einen Samen pflanzen, den entscheidenden Funken zünden. Dazu rufen sie in ihren Texten auf und appellieren an das Bewusstsein der Menschen, die ihnen zuhören und jenen die weghören. So viel wird deutlich: "Sie lieben Musik, hassen Rassismus und scheißen auf Politiker."'

Panteón Rococó - Arreglame El Alma

Quelle: YouTube


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Was:
Konzert mit Panteón Rococó
Wann: Samstag, 22. August 2015, 20 Uhr.
Wo: Jazzhaus Freiburg
Eintritt: 19,70 Euro [Foto: Panteón Rococó / Promo]