Silvester: Keine Böller auf dem Münsterplatz

Joachim Röderer

Anders als in anderen Städten im Land hat die Stadt Freiburg für ihre Altstadt kein generelles Verbot von Silvesterraketen und Böllern verhängt. Aber es gibt eine wichtige Ausnahme: So darf auf dem Münsterplatz kein Feuerwerk und kein Kracher gezündet werden. Wer in dieser Verbotszone trotzdem böllert, dem droht ein Bußgeld – wenn er denn erwischt wird.



Andere Städte gehen rigoroser vor. So haben Tübingen (siehe Bild unten rechts) und Villingen-Schwenningen ein Böllerverbot für ihre gesamte Altstadt verhängt. In beiden Städten sind beim Jahreswechsel 2008/09 historische Gebäude durch Silvesterraketen in Brand geraten und stark beschädigt worden. Auch andere Städte wie Esslingen, Schwäbisch Gmünd oder Schorndorf haben eine Ant-Böller-Zone ausgewiesen.


Nach den Silvesterbränden 2009 hat der Bundestag die Verordnung zum Sprengstoffgesetz verschärft: Bislang schon durften "pyrotechnische Gegenstände" nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Alten- und Kinderheimen abgebrannt werden. Nun wurden auch noch Fachwerk- und Reetdachhäuser in die Verordnung eingefügt.

Auf die Fachwerkhäuser in ihrer jeweiligen Altstadt berufen sich die Städte bei ihren Verboten. "Bedingt durch die Zerstörung Freiburgs im Zweiten Weltkrieg haben wir keine zusammenhängen Fachwerk-Ensembles mehr in der Stadt", sagt Vize-Amtsleiter Markus Geißler.

Hätte man eine Verbotszone ausgewiesen, dann wäre die Frage gewesen, wo fängt man und wo hört man auf. "Wir hoffen auf die allgemeine Vernunft und Besonnenheit der Bevölkerung", erklärt Geißler. Eine Tabuzone für Raketenstarts und Böller ist jedoch der Münsterplatz – weil dies, laut Verordnung, in der Nähe von Kirchen (eigentlich schon lange) verboten ist.

Die Freiburger Feuerwehr unterstützt die Linie des Amtes für öffentliche Ordnung. Philipp Golecki, der stellvertretende Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, hätte ein generelles Verbot nicht als sinnvoll erachtet: "Noch eine Verordnung mehr? Wir halten uns schon an so viele Verordnungen nicht", meint er. Und er fragt natürlich auch: "Wer soll denn so ein Verbot an Silvester auch kontrollieren?"

Für die Feuerwehr gibt es an Silvester traditionell viele Einsätze, auch wegen Bränden, die durch Feuerwerkskörper ausgelöst werden. "Aber wir haben keine besonderen Schwerpunkte", so der stellvertretender Feuerwehrchef Philipp Golecki. 30 bis 40 Brände gibt es in jeder Silvesternacht, wenn man auf die Bilanz der vergangenen Jahre schaut. In aller Regel sind dies nur kleinere Zwischenfälle.

Allerdings: In den vergangenen drei Silvesternächten gab es immer auch einen richtigen Brand: Alle drei Feuer gab es aber nicht in der Altstadt sondern in Weingarten.

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[Bilder: dpa]