Sieg durch Ermüdung

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wie die polnische Mannschaft bei der Tischtennisweltmeisterschaft 1936 zu einem klaren Sieg gegen den Favoriten Rumänien kam? Im letzten Vorrundenmatch bekam es der sichere Gruppensieger Farkas Paneth mit dem Polen Aloizy Ehrlich zu tun. Der Pole spielte so sicher defensiv, dass während des ersten Ballwechsels, der über zwei Stunden (!) dauerte, alle Bälle mit viel Unterschnitt zum Rumänen zurückkamen. Ein glücklicher Netzroller reichte Ehrlich zum ersten Punkt. Nach zwanzig Minuten des zweiten Ballwechsels gab Paneth wegen Erschöpfung auf und die Rumänen schenkten die restlichen Spiele kampflos, da sie als Gruppensieger feststanden. In diesem einen Ballwechsel Spiel musste der Schiedsrichter zehn mal wegen Nackenschmerzen ausgetauscht werden.