Sido schafft 4 an einem Tag!

Sophie Guggenberger

Rekordverdächtig: Der Berliner Rapper Sido präsentiert heute auf vier Shows in vier verschiedenen Städten sein Anfang Dezember erschienenes Album "Ich" zum ersten Mal live. München, Hamburg, Köln, Berlin - einmal kreuz und quer durch die Republik. Die Tour an einem Tag!

Der Berliner Hardcore-Rapper Sido ist zurück - diesmal ganz ohne Maskierung. Der Rapper vom Aggro Berlin-Label, der mit richtigem Namen Paul Würdig heißt und dessen Akronym Sido "Superintelligentes Drogenopfer" bedeutet, seit ihm die ursprüngliche Idee "Scheiße in dein Ohr" doch zu albern erschien, hat am 1. Dezember sein neues zweites Soloalbum "Ich" veröffentlicht. Mit dem HipHop Album des Jahres aus dem Hause Aggro Berlin beweist Sido ein weiteres Mal, dass die deutsche Rap-Szene ohne ihn samt seiner Musik wohl in Langeweile versinken würde.


Diese extravagante eintägige Konzerttour "4 in One" - an einem Tag Gigs in München, Hamburg, Köln und Berlin - kommt einer logistischen Meisterleistung gleich, die Sido mit samt seiner Crew am heutigen Samstag vollbringen wird. Aber Sido musste sich selbstverständlich etwas Originelles ausdenken für die erste Livepräsentation seines neuen Albums "Ich", das bereits mit dem Tag der Veröffentlichung vergoldet wurde.

Wer keines der limitierten Tickets für diese exklusiven Shows bekommen hat, wird Sido demnächst trotzdem live erleben können: Die große "Halt's Maul, zahl Eintritt"-Tournee – eine Freundschaftserklärung an all' seine Anhänger – führt den kompletten April durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

"4 in One"-Tourdaten

12.00 Uhr – München, Ampere
15.00 Uhr – Hamburg, Grünspan
19.00 Uhr – Köln, Prime Club
23.00 Uhr – Berlin, Columbiaclub

Sido präsentiert sich in seinem neuen Album "Ich" nach wie vor humorvoll, ohne dabei den Geruch der Gosse zu verlieren. Wenn Straßenrap- Konkurrenten wie der zum Major Universal gewechselte Ex-Aggro-Mann Bushido oder Azad passend zum Schmerz und Leiden kein Lächeln erkennen lassen, zeigt sich Sido wie ein Ghettojunge, der den neuen Reichtum genießt ("Nie wieder", "Goldjunge"). Nicht nur äußerlich definiert Sido sich neu, indem er sein Markenzeichen weglässt, sich fortan ohne Maske präsentiert, er schlägt zudem sanfte Töne des nun verantwortungsbewussten Vaters an ("Ein Teil von mir"), gibt den nachdenklichen jungen Mann ("1.000 Mann") oder den Ghettokrieger, der eben dieser geblieben ist ("Straßenjunge"). Klar, dass dabei Wortattacken gegen Gegner wie Azad nicht ausbleiben oder mit dem Charme des Zerrütteten geliebäugelt wird ("Schlechtes Vorbild").

Musikalisch erfolgt das alles routiniert mit durchaus poppigen Nuancen ohne düsteren Beigeschmack, den man bei Straßenrap vermuten würde. Wer sich an einer schön inszenierten Welt zwischen Ghettoleben und TV-Total-Sofa erfreut, kommt an der rappenden Maske nicht vorbei. Das authentische Ghetto mit all seinem Elend und Schmerz schildern andere.

Web: Sido Homepage / Sido MySpace / Aggro Berlin

[Credits gehen an den Bombär / via creative talent]