Ehrenamt

Sibyl Güler ist eine von 40 ehrenamtlichen Bildungspaten in Freiburg

Simone Lutz

Sibyl Güler ist Bildungspatin und hilft der achtjährigen Luna in der Schule und im Alltag. 40 ehrenamtliche Bildungspaten an acht Schulen gibt es zur Zeit in Freiburg, es werden weitere gesucht.

Als Luna in die Schule kam, war sie sehr schüchtern. Ihre Eltern waren mit ihr aus dem Irak geflüchtet, daheim wurde Kurdisch gesprochen, in der Schule kam sie nicht mit und fühlte sich unwohl. Demnächst kommt die Achtjährige in die zweite Klasse, kann schon besser Deutsch, ist nicht mehr so verzagt und fasst langsam Fuß.



Das liegt auch an Sibyl Güler, ihrer Bildungspatin. Diese trifft die Kleine ein Mal in der Woche, hilft ihr beim Lernen, spielt mit ihr oder entdeckt gemeinsam mit ihr Freiburg. 40 solcher ehrenamtlicher Bildungspaten an acht Schulen gibt es zur Zeit in Freiburg – fürs Schuljahr 2019/2020 werden weitere gesucht.

Es geht darum, die Welt zu entdecken

"Ich dachte mir, das macht Sinn", sagt Sibyl Güler. Die 24-Jährige studiert Islamwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität und hatte am dortigen Zentrum für Schlüsselqualifikationen einen Vortrag von Karin Eble gehört, in dem sie um neue Paten warb. Eble arbeitet bei der Stadt Freiburg und koordiniert die Patenschaften. Sibyl Güler meldete sich. Seither investiert sie zwei Stunden in der Woche in Lunas Entwicklung und ist froh darum.

Bildungspatenschaft ist nicht Nachhilfe, das ist Güler und Eble wichtig. Eine Bildungspatin oder ein Bildungspate unterstützt das Kind zwar auch beim Lernen, aber es geht auch darum, die Welt zu entdecken, Selbstvertrauen und Fertigkeiten zu vermitteln. "Wir gehen Eis essen oder auf den Spielplatz – Bildung ist nicht nur schulische Bildung, sondern auch Alltagserfahrung", sagt Güler. Sie hatte gleich einen guten Draht zu ihrem Patenkind und dessen Familie.

Ein Schuljahr dabei sein

Auch ins Planetarium oder ins Theater gehen Luna und Sibyl Güler, das organisiert dann die Stabsstelle Freiburger Bildungsmanagement. "Man wird als Patin nicht allein gelassen", so Güler. Und wenn es mit Patin und Patenkind nicht funktionieren sollte, sucht die Stabsstelle andere Partner.

Mindestens ein Schuljahr lang sollten die Paten dabei sein. Sibyl Güler trifft Luna seit anderthalb Jahren, wahrscheinlich geht ihr Engagement noch bis nächstes Frühjahr. Dann ist ihr Studium zu Ende, und wohin es sie dann verschlägt, weiß sie noch nicht. Doch sie ist zuversichtlich dass ihre Unterstützung für Luna Früchte trägt. "Und wenn es jetzt nicht gleich ist, dann halt irgendwann."
Infoveranstaltung am Dienstag, 17. September, von 16.30 bis 18.30 Uhr im Rathaus im Stühlinger, Raum Lorettoberg. Anmeldung unter Tel. 0761/201-2347 oder per Mail: karin.eble@stadt.freiburg.de