Shisha-Bars - wann geht die Pfeife aus?

Stefanie

Das ist Özgur Güleryüz, Mitarbeiter im Café Istanbul am Friedrichring. Fast alle seiner Kunden kommen zum Shisharauchen. Ob das weiterhin so sein wird, ist ungewiss. fudder-Praktikantin Stefanie hat bei Freiburger Wasserpfeifen-Gastronomen nachgefragt, wie sich das Nichtraucherschutzgesetz auf ihren Betrieb auswirkt.



Das Nichtraucherschutzgesetz, seit gestern in Kraft, trifft die Betreiber von so genannten Shisha-Bars besonders hart. Özgur Güleryüz (31) vom Café Istanbul am Friedrichring rechnet mit schweren Umsatzeinbußen wegen der neuen Regelung. "95 Prozent unserer Kunden kommen zum Shisharauchen", sagt er. Somit sei die Existenz des Cafés bedroht.


Es war bisher besonders unter türkischen und deutschen Schülern beliebt. Viele Möglichkeiten, das Rauchverbot zu umgehen, haben Güleryüz und Besitzer Hasan Musaoglu nicht. Sie haben provisorisch eine Plexiglaswand ins Café eingebaut, um den neuen Raucherbereich abzutrennen.



Das Problem wird akut, sobald der Herbst kommt und die Gäste nicht mehr im Freien rauchen wollen. "Wir rechnen mit einem Umsatzverlust von bis zu 50 Prozent", sagt Güleryüz.

Aufgeben will er nicht. Mit einer Petition, die momentan schon 700 Personen unterschrieben haben, wollen die Cafébetreiber bei der Landesregierung auf ihre Existenznot aufmerksam machen.



Eine ähnlich angespannte Situation herrscht im Arabesque in der Moltkestraße. Besitzer Fethi Bugami (35) hat in seinem kleinen Gastraum keine Ausweichmöglichkeit für ein seperates Raucherzimmer. Den Gästen bleiben nur die beiden Tische vor dem Lokal als Rauchmöglichkeit.



Bugami ist recht aufgebracht und hofft auf eine Sondergenehmigung. Es scheint, dass ihm andernfalls das neue Gesetz existenzielle Probleme bereiten könnte.



Das Nichtraucherschutzgesetz sorgt unter den Wasserpfeifen-Gastronomen teilweise für große Verwirrung. Beispielsweise trafen wir bei einem Shishalokal in der Ferdinand-Weiß-Straße auf Lokalinhaber, die sich von uns erklären lassen mussten, welche Konsequenzen das Gesetz für ihren Rauchbetrieb haben könnte. "Wäre es nicht sinnvoll, Raucherlokale explizit zu kennzeichnen?", diese Frage kam im Gespräch auf. So wäre sowohl den Shishaliebhabern als auch den Nichtrauchern gedient.

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