Shirt-Show (Teil 10)

Alexander Ochs

Was drucken Freiburger auf ihre T-Shirts? Um das herauszufinden, sind wir jede zweite Woche eine Stunde lang in einem Freiburger T-Shirt-Shop und interviewen so ziemlich jeden, der dort ein T-Shirt bedrucken lassen will:

Jenifer Mang (übermorgen 16) und Melanie Mittenbühler (15) (Foto oben), Schülerinnen des Droste-Hülshoff-Gymnasiums:Das Shirt ist ein Abschiedsgeschenk für ihren Lateinlehrer, der nach diesem Schuljahr in Rente geht. Jener hat ein ähnliches Shirt wohl mal im Schulhaus gesehen und schwärmt seitdem davon. Da er sie die letzten zwei Jahre sicher durch den Cursus Continuus geführt hat, wollte sich die Klasse dafür auf diesem Wege bedanken. Für das Carpe Noctem (dt.: Nutze die Nacht) haben sie eine altertümlich wirkende Schrift ausgewählt, eben passend zur Sprache der alten Römer - den Mond haben sie in einem der Kataloge des Shirtshops gefunden und spontan für einen besseren Effekt hinzugefügt. Jenifer und Melanie haben für sich selbst bisher noch kein T-Shirt bedruckt. "Einfach zu teuer.", meinen beide, "Als Geschenk geht's aber schon mal." Na dann, viel fortuna!

Raphael Weiger (18), Abiturient aus Dachsberg:Aller guten Dinge sind 3, aber 1,4 ist auch nicht schlecht, dieser Spruch ziert drei Shirts, die der junge Mann in der Hand hat. Fudder ist neugierig, handelt es sich dabei um Abishirts? Wenn ja, wieso nur drei davon? Raphael erklärt: "Ja, durch besondere Umstände gab es dieses Jahr nur drei Abiturienten an unserer Schule und wir hatten auch noch zufällig alle den gleichen Schnitt von 1,4. Da ist das doch ein guter Gag." Was das Bedrucken von Shirts angeht ist Raphael ganz jungfräulich, bisher gab's bei ihm dafür noch keinen Bedarf, aber einen Abischnitt von 1,4 den kann man schon stolz auf der Brust tragen. Nach dem Zivildienst geht es für die drei erstmal nach Tibet, ins Himalaya-Gebirge. Fudder wünscht Bergmanns Heil.

Jana Richter (18) aus Freiburg:Die Schülerin hat seit Dienstag weitgereisten Besuch: Ihre Großcousine aus Amerika bleibt noch bis Freitag in Südbaden. Sie wünscht sich als Andenken ein Shirt mit "irgendwas Deutschem", damit sie aber auch das schöne Freiburg nicht ganz vergisst, lässt Jana ihr ein Shirt drucken, das Deutsch und Freiburg kombiniert. Dass es deutsche Schriftzüge, geschweige denn sowas wie einen Shirtshop gibt, wusste sie bis heute gar nicht und wurde von einer Klassenkameradin in dieses Neuland begleitet. Mit der Qualität ihres ersten gedruckten T-Shirts ist sie sehr zufrieden und wird wahrscheinlich mal wieder darauf zurückkommen.

Carla Haas (24), Bürokauffrau aus Stuttgart:Carla ist noch schnell auf der Suche nach einem Mitbringsel für ihren Freund, denn sie fährt heute Nachmittag wieder nach Stuttgart zurück. Sie traut sich nicht, nach einem Baden-Shirt zu greifen und es dem überzeugten Schwaben zu schenken, um ihn zu ärgern. Aber Freiburg hat ihr sehr gut gefallen und das soll auch die Botschaft auf dem Shirt sein. Sie entscheidet sich schließlich für das Hard Rock Café Freiburg, da ihr Freund ein großer Fan dieser Kette ist. Für sich selbst lässt sie auch mal gerne Sprüche oder Motive auf ihre Oberteile drucken, das findet sie meist fetziger und individueller als Klamotten von H&M und Co. "Da geht man dann auf die Straße und tausend andere Leute haben das auch an, das ist doch langweilig."

Hannes Terf (27), Webdesigner aus Oberhausen:Der gebürtige Konstanzer ist ein Riesenfan von Elvis und das nicht nur, weil die beiden am gleichen Tag Geburtstag haben (8. Januar). Vom T-Shirt-Drucken hält er eigentlich nichts, weil er die "die Preise für so'n Stück Stoff viel zu teuer" findet, aber als er den berühmten Sänegr aus Tennesse an der Stange baumeln sah, musste er zugreifen. Mit der Qualität des Stück Stoffs ist er überraschenderweise doch ganz zufrieden und kann sich jetzt allmählich die "hohen" Preise erklären (Material, Farbe, Schriftgröße, Druckverfahren). Selig pfeifft er uns in seinem neuen Shirt vor dem Shop die Melodie von Jailhouse Rock vor, eine Kostprobe von Hannes' Gesangskünsten bekommen wir leider nicht, weil er weiter muss.