Regional und verpackungsfrei

Selbstversuch: Wie weit komme ich mit 15 Euro auf dem Münstermarkt?

Christina Strobel

Wie viele regionale Produkte kann man für 15 Euro auf dem Münstermarkt kaufen? Und für wie viele Gerichte reicht das? fudder-Autorin Christina Strobel hat es getestet und dabei noch Müll vermieden.

Der Münstermarkt hat mehr, als nur die bekannte "Lange Rote", denn auf der Nordseite des Marktes bieten viele regionale Landwirte ihr saisonales Obst und Gemüse an. Drüber gelaufen bin ich schon oft, aber für die ganze Woche eingekauft habe ich noch nie. Deshalb bin ich Mitte Juni mit 15 Euro auf den Münstermarkt gegangen und habe getestet, wie viele Produkte ich damit kaufen kann. Zu Hause habe ich mit dem Gemüse gekocht und festgehalten, für wie viele Mahlzeiten diese Menge reicht.


Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Ständen mit verschiedenen Gemüse- und Obstsorten.
Ich habe mir keinen speziellen Stand ausgesucht, denn für mich war in erster Linie wichtig, dass die Produkte aus der Region kommen. Das trifft auf das meiste Gemüse zu, allerdings beziehen die Bauern manche Produkte auch aus anderen Regionen. In diesem Versuch habe ich auch noch Produkte vom Bodensee akzeptiert, aber weiter sollten die Produkte nicht herkommen. Ab Juli haben die Bauern aus dem Markgräflerland, vom Kaiserstuhl, aus dem Elztal und aus dem Dreisamtal aber mehr Auswahl von vor Ort. Jetzt ist also die beste Zeit regional und saisonal einzukaufen. Insgesamt konnte ich nach meinem Einkauf zwei Taschen an Gemüse füllen. Der große Vorteil: Nichts ist in Plastik oder sonst wie unnötig verpackt.

Für 15 Euro gibt es zwei große Taschen voller Obst und Gemüse

Insgesamt reichte das Geld für einen großen Blumenkohl, einige Lauchzwiebeln, Radieschen, Kartoffeln, drei Karotten, eine Zucchini, Salat, eine Rübe, eine Paprika, zwei Eier, drei Tomaten, eine Schale Kirschen und für zwei Äpfel. Die Tomaten und die Äpfel kommen vom Bodensee, weil sie in der Region noch nicht geerntet wurden. Man wird an den Ständen gut beraten. Allerdings muss man gezielt nachfragen, welche Produkte aus der Region sind und welche nicht. Aber nicht nur bei diesem Thema kennen sich die Verkäuferinnen und Verkäufer aus, sondern sie helfen auch gerne bei Rezeptideen und wie man die Produkte verarbeiten kann. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass man auch die Blätter der Radieschen verarbeiten als Salat oder Pesto verarbeiten kann. Da mir allein die Kartoffeln als Kohlenhydratgrundlage nicht reichten, habe ich jeweils zu dem Gemüse entweder noch Reis oder Nudeln dazu gekocht, was aber nicht in die 15 Euro miteingerechnet ist.

10 Mahlzeiten für rund 15 Euro

Mit dem Gemüse plus jeweils Nudeln oder Reis kam ich auf 10 Mahlzeiten und konnte circa eine Woche davon essen. Ich hatte mir zuvor überlegt, welche Gerichte ich kochen könnte und habe einige Rezeptideen zusammengestellt, was man mit so viel Gemüse alles Leckeres kochen kann. Viele Gemüsesorten eignen sich, um daraus Ofengemüse zu machen. Das war also eines meiner Gerichte. Mit den Tomaten als Basis kann man eine einfache Gemüsesoße zu Nudeln machen. Für heiße Tage eignen sich Salate super und mit den gekauften Zutaten konnte ich zwei verschiedene große Salate machen. Ein weiteres Gericht, von dem ich mehrmals essen konnte, war eine Gemüselasagne, die sich auch gut eignet, wenn man verschiedenes Gemüse übrig hat und in einem verarbeiten möchte. Wer gerne Reis isst, kann mit dem Gemüse auch eine Art Risotto oder eine Reispfanne zubereiten. Die Kartoffeln, die ich nicht zum Ofengemüse dazugegeben habe, habe ich mit etwas Blumenkohl als Bratkartoffeln serviert und mit den Eiern Spiegelei gemacht.

Fazit

Mit 15 Euro hätte man im Discounter mehr Gemüse kaufen können, aber die Qualität und Frische ist bei regionalem Gemüse deutlich besser. Wenn man direkt beim Erzeuger einkauft, weiß man nicht nur, woher die Produkte kommen, sondern auch wie frisch sie wirklich sind. Ich habe einen deutlichen Unterschied im Geschmack bemerkt und finde, dass man dafür einige Cent mehr bezahlen kann – solange es der Geldbeutel hergibt. Kauft man regelmäßig auf dem Münstermarkt oder einem anderen Wochenmarkt ein, gibt man zwar mehr Geld aus, hat aber auch mehr Qualität und zudem weniger Verpackungsmüll. Für mich ist aber klar, dass man für 15 Euro mehr Gemüse bekommt, als man allein innerhalb einer Woche aufbrauchen kann, weshalb ich in Zukunft kleinere Einkäufe auf dem Münstermarkt machen werde.

Manche Produkte, wie Kirschen oder Salat kann man nicht lange aufbewahren, daher sollte man sie zeitnah verarbeiten. Eine Möglichkeit ist, vorzukochen und die fertigen Gerichte für später einzufrieren. Für eine einzelne Person wäre es sinnvoller in einem Rahmen von circa fünf Euro einzukaufen, damit bekommt man schon einiges. Bei mir wurde nichts schlecht, nur die Radieschen waren nach ein paar Tagen etwas weich. Ich habe mir allerdings viel Zeit bis zum Kochen genommen.

Besonders für eine vegane oder vegetarische Ernährung gibt der Markt viel her. Wer also viel Wert auf regionale Ernährung legt, kann im Sommer gut auf dem Münstermarkt einkaufen und dabei viel Müll vermeiden.

Öffnungszeiten

Mo – Fr 7.30-13.30 Uhr
Sa 7.30-14 Uhr

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