Selbstversuch: Mystery-Walk auf dem Schauinsland – der etwas andere Escape Room

Leona Strohm

Rätsel lösen, umgeben von herrlicher Natur auf über 1000 Meter Höhe: So ungefähr ist das Konzept des Mystery-Walks auf dem Schauinsland – eine Art Escape Room, nur eben im Freien. Unser Autorin Leona Strohm hat’s ausprobiert.

Wir schreiben das Jahr 1930: Luise und Friedrich leben eine heimliche Romanze, doch dann verschwindet Friedrich plötzlich. Polizei und Familie suchen nach ihm, doch nur Luise bekommt einen Brief mit wertvollen Tipps und so macht sie sich auf die Suche …


Mit dieser Vorgeschichte startet der Mystery-Walk auf den Schauinsland. Es handelt sich um eine Art Escape Room – nur eben in der freien Natur. Denn in einer Gruppe gilt es Rätsel an verschiedenen Stationen auf dem Berg zu lösen, um am Ende wieder ins Tal fahren zu können. Wie funktioniert so was im Freien, wo man sich doch deutlich einfacher verlaufen kann, als in einem abgeschlossenen Escape-Room? Zeit es auszuprobieren!

Jede Gruppe hat 2 Stunden um die Rätsel zu lösen

Es geht los: Wir packen den Brief an Luise in den Rucksack und studieren die Karte, die wir oben nach der 20-minütigen Seilbahnfahrt an der Station bekommen haben. Ab jetzt haben wir 120 Minuten Zeit, um alle Rätsel zu lösen und damit das Schicksal von Luises und Friedrichs Liebe mit einem glücklichen Ausgang enden zu lassen. Natürlich müssen wir die Geheimnisse ohne Hilfsmittel lösen.

Wir bekommen lediglich einen Rucksack mit mehreren Holzkästchen sowie eine Nummer für Notfälle. Mit festem Schuhwerk und einer Spielanleitung machen wir uns auf den Weg. Unser Ziel ist es, die Kästchen in unserem Rucksack mit den richtigen Zahlencodes zu öffnen. Aber wo findet man die? Kombinationsfähigkeit und Teamwork sind gefragt.

Alles nicht so einfach, wie gedacht

Die erste von insgesamt drei Stationen liegt nicht weit von der Seilbahn. Mit viel Motivation machen wir uns an das Lösen des ersten Rätsels. Tatsächlich entpuppt sich schon dieser Teil als nicht so einfach wie gedacht. Doch wir wären keine Detektive, wenn wir uns nicht zu helfen wüssten und so fragen wir munter die umstehenden Spaziergänger, die sich sogleich mit in die Geschichte reißen lassen.

Endlich kommen wir auf die Idee, dass wir nichts in der Natur suchen müssen, sondern unsere eigenen Gegenstände untersuchen sollten und so kommen wir schließlich doch zum nächsten Rätsel.

Verzweifelt rufen wir unseren Joker an

Das Erfolgserlebnis bringt uns auf Hochtouren, weshalb wir die folgenden Mysterien ebenfalls meistern. Doch die Freude hält leider nicht lange: "Aus Nord-Ost blickend, finden wir es in Stein gemeißelt", bekommen wir als Hinweis. Und jetzt? Eine Stunde und drei Kilometer hin und her laufen später, geben wir es letztlich auf und rufen verzweifelt unseren Joker auf der Bergstation an.

Obwohl die Nummer für Notfälle gedacht ist, sind wir uns einig: Wir sind ein Notfall. Max, unser Freund und Helfer, hat nach einem herzlichen Lachen tatsächlich schon den Tipp, den wir benötigen. Nachdem wir den ganzen Weg vom Gipfel nach unten gelaufen sind, dürfen wir diesen auch schon wieder hoch.

Wir sind fertig – allerdings nicht mit den Rätseln

Es sind nun bereits zwei Stunden vorbei. Eigentlich hätten wir jetzt alle Rätsel lösen sollen – Pustekuchen. Fertig sind wir, allerdings nicht mit den Rätseln. Wieder einmal muss uns Max zur Seite stehen. Die Tour ist wirklich nichts für lauffaule Personen. Erneut am Gipfel angekommen, treffen wir andere Rätselbegeisterte, mit denen wir wertvolle Tipps austauschen. Da diese Gruppe allerdings eine andere Route und somit auch andere Hinweise hat, bringt uns der Plausch wenig.

Endlich ein Problem, das wir wirklich nicht lösen können

Das folgende Geheimnis schaffen wir dann doch selbst und so geht es auf zur dritten und letzten Station. Dort stehen wir vor dem nächsten Problem. Nach dem bestimmt siebten Anruf an Helfer Max endlich ein Problem, dass wir wirklich nicht lösen können. Der Automat ist kaputt. Endlich eine Aufgabe, die unsere Intelligenz nicht in Frage stellt. Dreieinhalb Stunden später haben wir es dann geschafft, nur leider 90 Minuten zu spät.

Dringend benötigt: Feste Schuhe

Die Moral an der Geschichte? Achte auf die kleinsten Dinge im Leben, sie sorgen dafür, dass man nicht immer einen Umweg nehmen muss. Alles in allem ist der Mystery Walk mit einem Preis von 24,50 Euro einen Ausflug wert. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Escape-Rooms, befindet man sich auf 1284 Metern Höhe in der lebendigen Natur.

Was aber auch bedeutet, dass man sich von Insekten nicht abschrecken lassen darf. Man sollte außerdem beachten, dass beim "Berggeheimnis" nicht die herkömmlichen Räume durchschritten, sondern Stationen abgelaufen werden. Je nachdem wie erfolgreich die Gruppe beim Rätsellösen ist, findet man sich an dem ein oder anderen Platz wieder, den nicht mal die Helfer in der Bergstation kennen. Man sollte in jedem Fall ein festes Schuhwerk und genügend zu trinken mit auf die Reise nehmen.
Der Mystery Walk kann ganzjährig von Gruppen von 5 bis 12 Personen gebucht werden. Die Veranstaltung dauert etwa 2 Stunden (ohne Berg- und Talfahrt) und kostet pro Person 24.50 Euro (inklusive der Seilbahnfahrt)

Weitere Infos und Buchung: Website des Mystery Walk

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