Selbstversuch: Die neue Brigitte – Tag 3

Brigitte Rohm

Wenn man wie eine Frauenzeitschrift heißt, drängt sich ein sadistischer Selbstversuch auf: Unsere Autorin Brigitte Rohm befolgt eine Woche lang Tipps aus Joy, Cosmopolitan und Co. Wird sie danach eine ganz neue Brigitte sein?

Ich beginne meinen Tag mit Selbstdisziplin und dem "Traumbody-Workout". Die erste Übung ist für Arme, Bauch und Oberkörper – und ich mache irgendwas falsch: Nach drei Wiederholungen liege ich japsend auf dem Boden und habe Schmerzen in den Waden.


Die zweite Übrung verlangt, aus stabilem Stand in die Froschposition zu wechseln und nach einem kräftigen Sprung mit gefalteten Händen aufzusetzen. Meine Mitbewohnerin zählt die Sprünge mit und legt dazu pushenden Techno auf ("Rainbow in the Sky") – nicht wirklich hilfreich.

Von mir selbst enttäuscht greife ich zur "Cosmopolitan", die mich auf dem Cover mit den Worten lockt: "Voll effektiv, null anstrengend: Faulpelz-Fitness für den Urlaub". Ich bin zwar leider nicht im Urlaub, fühle mich aber auf befreiende Weise verstanden.

Die Übungen gelingen tatsächlich spielend leicht. Ich frage mich jedoch, wer allen Ernstes am Strand "Tush-Ups" machen würde – also in Liegeposition den Po anspannen und die Hüfte rhythmisch heben und senken. Andererseits: Vermutlich klappt es danach ohnehin mit dem Urlaubsflirt, auch ohne Bikinifigur.
Als Journalistin sollte man zu jeder Schandtat bereit sein. Wenn man den Namen einer bekannten Frauenzeitschrift trägt und diese Bibeln weiblicher Weisheit normalerweise meidet, drängt sich daher ein sadistischer Selbstversuch geradezu auf: Unsere Autorin Brigitte Rohm befolgt eine Woche lang gewissenhaft wertvolle Tipps aus Joy, Cosmopolitan und Co. Wird sie danach eine ganz neue Brigitte sein?