Außenblick

Seit zwei Wochen Neu-Freiburgerin: Wie ich die Stadt bisher erlebt habe

Katharina Federl

Na, auch neu in der Stadt? fudder-Praktikantin Katharina Federl hat in ihren ersten zwei Wochen in Freiburg Restaurants, Cafés, Bars und Freizeitorte besucht und zieht eine erste Zwischenbilanz ihrer Freiburgzeit.

Wer einmal in München gewohnt hat, findet keine andere Stadt mehr schön, sagt man. Okay, vielleicht sagen das auch nur die Münchner selbst. Denn: Wie schön Freiburg ist, durfte ich – die ihre letzten drei Jahre in der bayerischen Hauptstadt verbracht hat – in den letzten zwei Wochen erleben.


Angefangen hat alles mit einer To-do-Liste, die mir meine Vermieterin auf den Schreibtisch gelegt hat. "Die besten Tipps für Freiburg" ist der Titel, darunter listet sie über zwanzig Orte und Dinge auf, die ich in meiner Zeit hier auf jeden Fall sehen und machen soll.

Für den Bärenhunger: Café Hermann oder Lollo

Und was darf auf so einer Liste natürlich nicht fehlen? Klar, gutes Essen.

Das gibt es im Café Hermann, direkt am Hauptbahnhof. Von hier aus hat man einen Blick auf die Wiwili-Brücke, wo, wie auf der Hackerbrücke in München, viele Menschen ihren Feierabend verbringen. Auch die grünen Berge kann man von hier aus beobachten und die vielen Fahrräder, die noch auffälliger sind als die ständig ein- und ausfahrenden Züge.

Das alternative Trend-Café im Industrie- und Flohmarkt-Style erstreckt sich über zwei Stockwerke mit großer Terrasse und einer hölzernen Chill-Area mit bunten Kissen. Zum Trinken gibt es selbstgemachte Limonaden, zum Essen unter anderem eine große Auswahl an Flammkuchen. Ich folge der Empfehlung der Bedienung und bestelle den Geisslein-Flammkuchen mit Schafskäse, Honig und Walnüssen – sehr lecker!

Hermann

Was mir hier und auch sonst in Freiburg aufgefallen ist: Sobald jemand mit Akzent Deutsch spricht, fragen die Leute sofort, aus welchem Land der- oder diejenige kommt. Einflüsse aus den umliegenden Ländern merkt man im Breisgau also nicht nur beim Essen...

Neben einem reichhaltigen Frühstück bietet das Lollo in der Schwimmbadstraße auch sehr gute Flammkuchen, Salate und Burger an. Ich probiere den Hähnchen-Burger mit Avocado und Pommes, die man wahlweise mit Trüffelöl und Parmesan oder Dijonmayonnaise bestellen kann. Auch die Innen- und Außeneinrichtung sowie das nette Personal laden zum Hinsetzen, Dableiben oder Wiederkommen ein.

Abkühlung gefällig? Dreisam oder Lorettobad

Direkt gegenüber des Lollos liegt sehr idyllisch mitten im Grünen das andere Lollo, das Lorettobad. Das Freibad punktet mit seiner großzügigen Liegewiese, die bis in die späten Abendstunden Sonne spendet. Das Schwimmerbecken ist zwar nicht halb so groß und direkt mit dem Nichtschwimmerbecken verbunden, trotzdem konnte ich nach Feierabend ungestört meine Bahnen ziehen. Die Umkleiden zieht man noch mit alten gestreiften Vorhängen zu und wenn man im Wasser ist, fühlt man sich ein bisschen so, als wäre man gerade in seinem eigenen Innenhof – was dem Schwimmbad seinen ganz eigenen Charme verleiht. Nur drei Euro kostet der Eintritt für Studenten.

Lollo

Wem das zu viel Geld ist, kann seine freien Stunden an warmen Tagen auch einfach an der Dreisam verbringen. Ich habe eine etwas abgelegenere Stelle gefunden, an der ich kurzzeitig dachte, dass ich irgendwo auf dem Land, nicht in einer belebten Stadt wie Freiburg bin. Leider ist das Wasser zu flach, um richtig darin schwimmen zu können, was ich mir bei den Temperaturen in den letzten Tagen und Wochen sehnlichst gewünscht hätte. Trotzdem ist es sehr schön dort und sogar ein bisschen meditativ, dem Plätschern des Flusses zuzuhören, während man seine Füße ins kalte Wasser hält und in den strahlend blauen Himmel schaut, der zur Hälfte mit grünen Bäumen verdeckt wird.

Aussicht genießen: Skajo, Kastaniengarten oder Kanonenplatz

Doch nicht nur den Ausblick in den Himmel kann man in Freiburg genießen, es gibt auch viele Orte, von denen man eine tolle Sicht auf die Stadt und Umgebung hat.

Ohne die Aussicht wäre das Skajo zwar nicht unbedingt meine Art von Bar (etwas zu Schickimicki und teuer), mit Aussicht ist ein Besuch aber Pflicht. Weil man alles andere dort oben in der Sonne einfach nicht aushalten würde, bestelle ich ein Iced Latte Macchiato – mit dem ich die ganze Zeit von A nach B laufe: An dem 360-Grad-Blick über Freiburg und Umgebung kann man sich einfach nicht satt sehen.

Kastaniengarten

Ein anderer Ort, an dem man eine unglaublich schöne Sicht auf die Stadt hat, ist der Kastaniengarten auf dem Schlossberg. Dort kriegt man Biergarten-typisches Essen wie Brezeln, Weißwurst und Schnitzel sowie einen halben Liter Bier für 4,40 Euro. Sobald die Sonne nicht mehr am Horizont zu sehen ist, fangen bunte Lampions an zu leuchten. Ich hatte dort einer der besten Public Viewings meines Lebens, habe aber die Hälfte des Fußballspiels verpasst, weil der Blick nach links und rechts doch ein bisschen spannender war...

Wer noch ein bisschen höher wandert, erreicht in ungefähr zehn Minuten Fußweg den Kanonenplatz. Der wird am Abend zum Hotspot für Jung und Alt, die alle mit einer Flasche Wein oder Bier auf den vielen Bänken oder auf dem Boden sitzen und ihren Feierabend ausklingen lassen. Von hier aus kann man noch weiter schauen als im Biergarten – und die schönsten Sonnenuntergänge beobachten.

Lust auf Süß? Stefans Käsekuchen oder Eismanufaktur

Ja, Eis gibt es überall. Aber habt ihr schon mal Peanut-Butter-Jelly- und Schoko-Kokos-Eis probiert? Das und viele andere exotische Sorten gibt es für 1,20 Euro pro Kugel bei der Eismanufaktur in Herdern. Wie es sich für eine typische Hipster-Eisdiele gehört, wird natürlich auch veganes Eis verkauft. Man kann sehr idyllisch draußen sitzen, gegenüber von einem kleinen Marktplatz, einem Springbrunnen und umringt von kleinen Häuschen, die aus einer anderen Zeit stammen könnten.

Eismanufaktur



Wer es etwas lauter und belebter mag, geht samstags auf den Münstermarkt. Dass der kein Geheimtipp ist, ist vermutlich jedem klar, der einmal in Freiburg zu Besuch war. Was allerdings nicht jedem gleich auffällt, ist Stefans Käsekuchen. Ich will ja nicht übertreiben, aber – so einen guten Käsekuchen hatte ich wirklich noch nie (nicht mal der von meiner Oma ist so gut, und das heißt was). Vier verschiedene Sorten gibt es zur Auswahl: Klassik, Mohn, Kirsche und den Käsekuchen der Saison, Heidelbeere. Unbedingt probieren!

Heute Abend noch nichts vor? Sommernachtskino oder Bermuda-Dreieck

Lust auf einen gemütlichen Abend im Kino? Oder doch lieber in den Kneipen Freiburgs die Nacht zum Tag machen? Ich habe beides ausprobiert – und gelernt: Man muss weder beim Filmschauen noch beim Bar-Hopping die lauen Sommerabende drinnen verbringen.

Kino

Das Sommernachtskino im Schwarzen Kloster zeigt noch bis 7. September täglich Filme aller Art: Von Klassikern über Musicals und Dokumentationen bis hin zu Erstausstrahlungen. Der Eingang in den Innenhof ist zwischen C&A und Volkshochschule. An der Theke im Eingangsbereich kann man Getränke, Süßigkeiten und andere Kino-Snacks (inklusive Popcorn) kaufen. Somit fühlt man sich wie in einem ganz normalen Filmtheater, nur dass über einem der Sternenhimmel leuchtet und irgendwann die Decken zum Einsatz kommen, die kostenlos zur Verfügung stehen.

Der Hotspot für alle Feierwütigen sind die Bars und Clubs (tagsüber Cafés und Restaurants) rund um das Uni-Café in der Altstadt. Und im Sommer: Die Plätze davor. Hier findet man abends kaum noch einen freien Stuhl, obwohl jeder Laden einen großen Außenbereich hat. Kein Wunder: Im Bermudadreieck ist wirklich für jeden etwas dabei. Ob billige Shots im Shooterstars, Live DJs in der Maria Bar, Happy Hour im El Bolero oder alle möglichen Arten von Bier im Schwarzen Kater. Da können schon mal Stunden vergehen, ehe man merkt, dass es schon wieder hell wird...

Kater-Brunch: Café Liebes Bisschen

Und was hilft am besten gegen den Kater am Tag danach? Richtig, ein Ort für den perfekten Sonntagsbrunch. Den kann das Café Liebes Bisschen besonders gut: Rührei, selbstgemachter Hummus, diverse Arten von Brötchen, Waffeln, Yoghurt mit Beeren und vieles mehr stehen in dem Café in der Komturstraße jeden Sonntag zur Auswahl.

Für 16,90 Euro – nur Barzahlung ist möglich! – können sich Studierende nicht nur am Buffet bedienen, sondern bekommen auch Orangensaft und Heißgetränk dazu.

Drinnen ist es zwar sehr eng bestuhlt, es gibt aber einen kleinen Außenbereich in der Sonne – inklusive Liegestühle. Man sollte vorher einen Tisch reservieren, sonst ist die Chance, dass man vormittags einen Platz findet, nicht besonders groß.

Mein Lieblingsplatz: Café Pow

Dagegen hat man im Café Pow das Gefühl, dass immer, wenn man kommt, noch genau das richtige Plätzchen für einen frei ist. Das kann aber auch daran liegen, dass jeder Platz in dem sehr liebevoll eingerichteten Kreativ-Community-Café mit riesigem Ahornbaum in der Mitte des Innenhofs besonders ist.

Pow

Drinnen sitzen viele Studierende an Tischen oder auf flauschigen Teppichen an ihren Laptops, draußen lassen sich auf alten Couches, Sesseln, selbstgebauten Bänken, Flohmarktstühlen mit bunten Sitzkissen oder in alten Badewannen ganze Tage verbringen. Mit einem Brettspiel oder Buch, selbstgemachtem Kuchen, Kalt- und Heißgetränken und "Here comes the sun" im Hintergrund fragt man sich, ob man diesen Ort jemals wieder verlassen will. Schön für Leute, die neu in der Stadt sind: Das Publikum ist sehr international und viele kommen alleine auf einen Kaffee hier her.

Ich würde ja sagen, ich habe mit dem Café Pow schon meinen persönlichen Lieblingsort in Freiburg gefunden, aber dafür ist die Liste noch viel zu lang: Cocktails in der Bar Elizabeth oder Hemingway trinken, ein laotisches Restaurant namens "Rose" bei mir um die Ecke testen, Frühstück im Blumencafé, Tagesausflüge nach Colmar, Straßburg oder Basel, auf den Schauinsland wandern – ich habe noch viel zu tun.
Fallen euch noch Orte und Dinge ein, die ich auf keinen Fall verpassen sollte? Schreibt gerne eure Lieblingsplätze in die Kommentare.