Fachgeschäft

Seit 25 Jahren verkaufen Erika und Jochen Wehrle Indianerschmuck in der Konviktstraße

Holger Schindler

Aus Arizona und New Mexico an die Konviktstraße: Erika Wehrle und ihr Sohn Jochen Wehrle verkaufen seit 25 Jahren Indianerschmuck aus Nordamerika, unter anderem von den Navajo und den Hopi.

Jedes Jahr fährt Jochen Wehrle in die USA und kauf dort Schmuck bei den Hopi- und Navajo-Indianern ein. "Die Staaten New Mexico und Arizona sind die Gebiete, wo ich bei den Werkstätten und Handelsgenossenschaften vorbeischaue und mir ansehe, was dort gefertigt worden ist – und dann kaufe ich ein, was ich für geeignet halte", berichtet der 44-jährige Volkswirt. Gemeinsam mit seiner Mutter Erika Wehrle (84) betreibt er einen 60 Quadratmeter großen Laden in der Konviktstraße 13, direkt neben dem Ausgang der Schlossberggarage. Nun ist das Geschäft 25 Jahre alt.


Mit 59 Jahren machte Erika Wehrle sich selbständig

"Ich war als kaufmännische Angestellte in einer Apotheke tätig – und habe dann nebenher in einem Geschäft für exotischen Schmuck ausgeholfen", erinnert sich Erika Wehrle. Dabei sei ihr klargeworden, dass darin eine geschäftliche Chance liegen könnte. Und mit 59 Jahren beschloss sie, sich selbstständig zu machen.

"Für mich war das ziemlich risikolos", erzählt die Unternehmerin, die aus Flandern stammt, "denn ich habe nur Mittel eingesetzt, die ich vorher gespart hatte." Lächelnd fügt sie hinzu: "Das hat auch meinen Mann überzeugt." Von ihrem Elternhaus in Belgien habe sie wohl eine Neigung mitbekommen, auf eigene Rechnung zu wirtschaften – denn sie entstamme einer Kaufmannsfamilie. Die Liebe hat sie nach Südbaden verschlagen. Ihr Gatte stammt aus Todtnau.

Zunächst kam Erika Wehrle mit ihrem Indianerschmuck aus Nordamerika, auf den sie sich bei ihrem Sortiment konzentrierte, in den Räumen der Eisdiele Lazarin am Münsterplatz unter, als diese im Winter geschlossen war. Nach diesen ersten, vielversprechenden Monaten folgte ein Umzug in die Konviktstraße 25. Dort blieb der Laden drei Jahre. Dann verlegte Wehrle das Geschäft an den heutigen Standort in der Konviktstraße 13.

"Die Nachfrage nach echtem Indianerschmuck ist einfach da", sagt Erika Wehrle. Sie selbst habe mit Indianern bis zur Gründung ihres Geschäfts im Grunde nicht viel anfangen können. Aber der Schmuck spreche auch sie persönlich sehr an. Weit überwiegend ist er aus Silber gefertigt und aufwändig von Hand bearbeitet.

Silber und viele Türkise

Es finden sich gegenständliche Abbildungen auf den Ringen, den Anhängern, Ketten und dem Ohrschmuck, aber auch typische abstrakte Indianermuster und -verzierungen. Gründlich schimmernder Türkis ist ebenfalls ein sehr häufig verwendetes Material beim Indianerschmuck. "Manche Kundinnen und Kunden sind eng mit der indianischen Kultur verbunden, viele andere spricht einfach nur die Ästhetik an", sagt Erika Wehrle.

Während sie selbst den Schmuck von einem Mittelsmann kaufte, fährt ihr Sohn Jochen, seit er 2002 in die Firma eingestiegen ist, selbst zum Einkauf in die USA. "Es ist immer wieder ein Abenteuer und sehr interessant, die Handwerker dort persönlich kennenzulernen", erzählt er.

Dass das Geschäft seit 25 Jahren Bestand hat, liegt auch an seiner Lage. "An der Konviktstraße im Allgemeinen kann es durchaus mal sehr ruhig zugehen, aber wir profitieren hier vom Ausgang der Schlossberggarage", erklärt Erika Wehrle. Das sorge für eine gewisse Grundfrequenz. "Aber seit die Touristen vermehrt mit der Bahn statt mit dem Auto in die Stadt kommen, verlagern sich meiner Beobachtung nach die Passantenströme immer mehr von der oberen Altstadt in den Bereich zwischen Bahnhof und Münsterplatz", so die Unternehmerin weiter.
Wehrles Indianerschmuck
Konviktstraße 13

79098 Freiburg
0761 / 22849

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag

10 bis 19 Uhr

Samstag

10 bis 18 Uhr