Sechs Frauen mit der Leidenschaft im Bein

Julia Nikschick

Unter dem Motto "Kick for Girls" veranstaltete die Uni Freiburg am Samstag das Fußballturnier "Mädchenfußball WM 20Elf". Jede Freiburger Schule durfte eine Mannschaft für die "Freiburger Frauen-WM" stellen. Julia hat bei den Spielerinnen nachgefragt: Warum liebt ihr Fußball? War Deutschlands frühes Ausscheiden gerechtfertigt? Und: wer gewinnt am Sonntagabend den Titel?

Anja (15), Spielerin der U17 des SC Freiburg:

"Ich bin Torhüterin. Mir gefällt es die letzte Frau auf dem Platz zu sein, die das Spiel noch mal herumreißen kann. Fußball ist wahnsinnig abwechslungsreich, denn man tritt immer als eine Einheit auf. Das der internationale Frauen-Fußball immer besser wird, ist mir während dieser WM besonders aufgefallen. Die Deutschland-Elf muss versuchen mitzuhalten, diesmal waren sie einfach nicht so gut.


Mein Vorbild ist, neben Nadine Angerer, die amerikanische Hüterin Hope Solo. Sie ist ein gutes Beispiel für die Spielstärke der USA. Viele gute Einzelspielerinnen mit sehr guter Technik: eine Gewinner-Mannschaft!"

Nadine (23), Sportstudentin und Organisatorin der WM 20Elf:

"Deutschland ist das Land des Fußballs, deshalb bietet es sich an Mädchen damit zum Sport und zueinander zu bringen. Außerdem bekommt man als Mädchen schon auch Anerkennung von den Jungs, wenn man gut kicken kann. Fußball fördert eben einfach Teamgeist und Koordination, zudem ist es sehr athletisch. Und wenn dann auch noch WM ist: die aufgeladene Stimmung. Einfach ein tolles Klima. Ich hab sogar ein paar Autokorsos gehört  bei der Frauen-WM und das obwohl Deutschland so früh ausgeschieden ist.

Ich denke der Beste sollte gewinnen. Gegen uns waren es die Japanerinnen: Technik statt Kraft. Deshalb werden sie auch den Titel gewinnen."

Jennifer (15), Schiedsrichterin:

"Seit zwei Jahren bin ich Schiedsrichterin, davor hab ich fünf Jahre aktiv gespielt. Wir sind eine Fußballerfamilie: mein Papa ist auch Schiedsrichter. Mein Vorbild ist allerdings Diana Steinhaus. Sie ist während dem Spiel sehr souverän, aber trotzdem locker und hält das Spiel fest in der Hand. Die Spiele der WM habe ich alle gesehen, sogar eine Flagge verzierte unser Auto. Den Titel holen bestimmt die Amerikanerinnen, die find ich einfach gut."

Renate Lögler (56), Mädchenbeauftrage des Südbadischen Fußballverbandes (SBFV):

"Ich bin mit Fußball groß geworden. Meine beide Brüder brauchten immer jemanden zum mitspielen und so find ich mit 14 an aktiv im Verein zu spielen. 30 Jahre lang habe ich gespielt und sechs Jahre war ich Trainerin.

Heute bin ich für die Förderung von Mädchenfußball beim SBFV verantwortlich, deswegen liegt mir die Beteiligung an einem Event wie heute besonders am Herzen. Und wenn ich mal ein Talent entdecke, freut es mich umso mehr. Dass unsere Nationalelf schon so früh ausgeschieden ist fand ich schade, vor allem weil die WM im eigenen Land immer etwas Besonderes ist. Aber die Japanerinnen waren besser und zogen verdient ins Finale ein. Sie spielen einen frischen Fußball – die werden Meister!"

Julia Stebe (30, zweite Reihe, zweite von rechts), Sportlehrerin:

"Ich finde Fußball ist so schön unkompliziert. Man braucht nur einen Ball und ein großes Feld. Obwohl ich selbst nicht so gut spiele, finde ich, dass es ein schöner und begeisterungsfähiger Sport ist.

Im Unterricht spiele ich mit den Mädchen immer, denn sie sollen später auch bei den Jungs mithalten können. Als ich von dem Turnier hörte, suchte ich deshalb ein paar Schülerinnen von meiner Schule die Lust hatten und brachte sie her.

Das Deutschland in der WM so früh ausschied war schade, da sie nicht ihr ganzes Potenzial gezeigt haben. Die Japanerinnen dagegen waren von Anfang an eine Überraschung. Ihr konsistentes Spiel bringt ihnen sicherlich auch den WM-Titel!"

Edda (9), Spielerin der Freiburger Deutschlandelf vom Rotteck-Gymnasium:

"Ich bin nicht im Verein, sondern spiele immer nur mit Freunden. Wir kicken dann hier auf dem Gelände des Unisports, aber nicht mit Aufstellung, einfach so durcheinander. Zweimal die Woche treffen wir uns, dass ist immer ein riesen Spaß.

Mein Vorbild bei den Frauen ist Alexandra Popp, die ist cool! Deshalb fand ich es auch enttäuschend das Deutschland verloren hat. Sie waren besser als die Japaner, aber schossen keine Tore!!! Darum müssen die USA gewinnen, denn die Japanerinnen haben uns geschlagen."



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