Schwule und Lesben feiern drei Tage lang den Christopher-Street-Day

Paul Kramer

Eine bunte Parade für die Toleranz – und das zum ersten Mal seit zwölf Jahren: Freiburg feiert den Christopher-Street-Day. Und auch das Rathaus bekennt mit der Regenbogenfahne Farbe.

Höhepunkt des Wochenendes ist die Parade quer durch Freiburg, die es am Samstag erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder gibt. Und auch das Rathaus bekennt Farbe: Am Samstag wird die Regenbogenflagge wehen.


Unter dem Motto "Wir leben, wie wir wollen, und wir lieben, wen wir wollen" wird am Freitag, 11. Juli, um 19 Uhr, das Fest mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Salomon und einer Podiumsdiskussion im Hörsaal 1010, Kollegiengebäude II, eröffnet. Dazu sind Walter Krögner (SPD), Pascal Haggenmüller (Grüne), Christian Stähle (Die Linke), Sascha Fiek (FDP), Herbert Rusche (Piraten) sowie Patrick A. Wagner (Schwule Lehrer in der GEW) und Ingo Busch (Verdi) angekündigt.

Anschließend gehen die Feiern im Jazzhaus und in der Bar der Mensa Rempartstraße weiter. Am Samstag, 12. Juli, informieren ab 14 Uhr Schwulenverbände und Organisationen über die Anliegen der Bewegung, und um 15.30 Uhr startet die Parade durch Freiburg: Vom Stadttheater sollen sieben Wagen und acht Fußgruppen durch die Rempart-, Wall- und Herrenstraße zum erzbischöflichen Ordinariat ziehen, wo eine Zwischenkundgebung geplant ist. Danach geht’s über den Karlsplatz, den Friedrich- und den Rotteckring zurück zum Stadttheater und zur Abschlusskundgebung. Abends öffnen die Diskotheken Dreieck und Crash zu Aftershowpartys.

Symbol für Toleranz, Offenheit und die Gleichberechtigung

Am Sonntag, 13. Juli, sind ab 11 Uhr musikalische Darbietungen und weitere Redebeiträge vorgesehen. Um 15 Uhr findet die sogenannte "Drag-Olympiade" statt, bei der in entsprechender Kleidung diffizile Disziplinen gemeistert werden sollen. Hierfür kann sich jeder und jede vor Ort anmelden.

Der letzte Christopher-Street-Day in Freiburg hatte im Jahr 2007 unter dem Motto "We are family" im Colombipark stattgefunden, damals aber ohne Parade. Die gab es das letzte Mal im Jahr 2002, damals waren 20.000 Zuschauer waren dabei.

Dieses Jahr nimmt auch das Freiburger Rathaus an den Feierlichkeiten teil: Am Samstag, 12. Juli, wird es mit einer Regenbogenfahne geschmückt.

Sie gilt als Symbol für Toleranz, Offenheit und die Gleichberechtigung von Homosexuellen. Oberbürgermeister Salomon hat einem entsprechendem Antrag der Stadträte Guzzoni, Hepp, Krögner, McCabe und von Gayling-Westphal stattgegeben. Erst im Juni hatte in Berlin das Bundesumweltministerium für Aufsehen gesorgt: Dort war wegen des Christopher-Street-Days die bunte Fahne aufgehängt, aber umgehend vom für die Beflaggung zuständigen Bundesinnenministerium verboten worden. In Freiburg dagegen ist das Fahnehissen, bis auf festgeschriebene Tage, Sache des Rathauses.

Christopher-Street-Day

Der Name der Christopher-Street-Veranstaltungen geht auf eine Straße in New York zurück, in der sich am 28. Juni 1969 erstmals Homosexuelle erfolgreich der Verhaftung durch die Polizei wegen "Erregung öffentlichen Ärgernisses" widersetzten. Dieser Tag wird als Wendepunkt im Kampf für Anerkennung und Gleichberechtigung begriffen. Heute dient er Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen als Anlass, mit Paraden und Veranstaltungen für die eigenen Rechte einzutreten.

Der Begriff "Christopher-Street-Day" ist nur in Deutschland und der Schweiz gebräuchlich. In Österreich sind die Veranstaltungen als "Regenbogenparade" bekannt, während im englischsprachigen Raum von "Gay Pride Parades" gesprochen wird.

Mehr dazu:

Was: Christopher Street Day Freiburg
Wann: 11.-13. Juli 2014
Wo: Platz der Alten Synagoge [Foto: Michael Bamberger]