Schwedisch-Britisches Muckertum-Gipfeltreffen

Carolin Buchheim

Kommenden Samstag gibt's im JosFritz ein britisch-schwedisches Muckertum Gipfeltreffen der besonderen Art: Mit Decoration und The Horror The Horror geben sich gleich zwei Hype-Bands die Ehre.



"The horror, the horror." Mit diesen Worten von Colonel Kurtz endet Apocalypse now. Warum genau die fünf sympathischen jungen Herren aus Stockholm ausgerechnet diese Worte zu ihrem Bandnamen gemacht haben, war leider nicht herauszufinden. Es muss irgendwas mit Kunst zu tun haben, denn irgendwie passt dieser Film so gar nicht zu der Mucke diser x-ten Schwedenhype-Band.

Denn da geht es ausgesprochen schmissig, ausgelassen, heiter, zwar beizeiten wütend aber generell doch angstfrei und so gar nicht psychedelisch daher. Man mag das Schrammeln, die Talking Heads, den Beat, den Trotz und die Rotzigkeit und verbreitet all das mit einem gepflegten Hang zu Melodie und Ohrwum.
Das selbst-betitelte Album der Band erschien im Februar und wurde in der einschlägigen Presse damals wohlwollend bis enthusiastisch aufgenommen, auch wenn es jetzt im Rückblick im Meer der ähnlich klingenden Veröffentlichungen nur wenig hervorsticht.
Live sollten die Herren Horror das ganz sicher rappelvolle Jos am Samstag allerdings mit Leichtigkeit  zum Beben bringen zu wissen!


Die andere Band des Abends, Decoration aus Bolton und London (nicht zu verwechseln mit 'The Decoration' aus San Francisco), liegt Carmelo 'Chico' Policcchio vom Swamp, der dieses Konzert im Jos veranstaltet, besonders am Herzen. "Klar, jeder kennt THTH. Decoration sind leider noch nicht so bekannt," erklärt Chico. "Dabei hat niemand anders als der große John Peel sie zu einer seiner favourite Bands erklärt." Und damit sind eigentlich schon genug Argumente genannt, warum es sich lohnt, den Samstag Abend im Jos zu verbringen.

Trotzdem noch ein paar zusätzliche Argumente Pro-Decoration: Klar, in diesem Jahr hören sich fast alle Bands so an, als sei es eigentlich 1986 und alle die kleinen Brüder von Robert Smith, aber Decoration machen das am Besten. Ganz ehrlich. Tolle Gitarren und exaltierter Gesang, der auf angenehmste Weise sowohl an Paul Banks von Interpol erinnert, als auch an den jungen Jarvis Cocker (Ja, das geht, echt, jetzt): Decoration machen einfach ganz grosse, englische Popmusik.
Nachdem Ende 2005 ihr Debut 'Don't dissapoint me now' auf dem schottischen Indie-Label SL Records erschein, gabs vor ein paar Wochen mit 'Flippant' Nachschlag, veröffentlicht auf 13 b-sides. ein Release in Deutschland ist für Anfang nächsten Jahres geplant.

"Es lohnt sich auf jeden Fall, Samstag früh im Jos aufzulaufen," meint Chico.

Recht hat er. Es sollte voll werden. Wer erst um neun hin kommt, wird das Konzert möglicherweise vom JosFritz-Innenhof aus geniessen müssen.

 

Mehr dazu:

The Horror The Horror: Website& MySpace
Decoration: Website& MySpace

Was: The Horror The Horror & Decoration
Wann: 25. November 2006, 21 Uhr
Wo: Ein Swamp-Konzert im JosFritzCafé
Eintritt: €10

Im Anschluss gibt's bis um 3 Uhr Musik mit den DJs Andi Lauscher und Housepunk