Schwarzwald - Der Stoff, in dem die Helden sind

Sophie Guggenberger

Jedes Land braucht junge Menschen, die was unternehmen und beispielsweise ein eigenes Unternehmen gründen. In Freiburg und Umgebung gibt es jede Menge junger Menschen, die so mutig sind, diesen Schritt zu wagen. Unsere Serie "Breisgau Brands" stellt Existenzgründer vor, die ihre eigene Marke auf dem Markt etablieren wollen. Aufgespürt wurde diesmal ein Fashion-Label aus dem Schwarzwald mit keinem treffenderen Namen als: Schwarzwald. Sophie sprach mit dem Gründer Ralph Hasenohr über Schwarzwald.





In einem Satz: Was ist Schwarzwald?

Der Stoff, in dem die Helden sind.

Wer steckt hinter Schwarzwald?

Eigentlich stecke ich dahinter. Ralph Hasenohr, geboren 1966 im Schwarzwald, dort aufgewachsen und in der Werbung tätig seit 1989. Gelernt habe ich ursprünglich Offsetdrucker, in der Badischen Karton- und Pappenfabrik. Ich wußte schon mit 14, dass ich Werbung machen will. Zwar habe ich eine Filmschule in der Schweiz absolviert, heute arbeite ich aber ausschließlich als Werber. Die größte Hilfe bei Schwarzwald ist zweifellos meine Freundin Liz.

Sie ist Griechin und hat mit dem Schwarzwald nur soviel zu tun, als dass sie total gerne dort ist. Nicht zu vergessen die Schwarzwälder Eltern. Ohne die gäbe es mich nicht, folglich auch nicht die Marke und auch keine “Homebase”. Außerdem gibt es eine Armada von Schwarzwälder Freunden, die immer mit anpacken, bei allem, was passiert.



Wie ist Schwarzwald entstanden?

Ein Schwarzwälder, seit vielen Jahren in der Werbung bei großen Agenturen tätig, sitzt in einem Meeting in Zürich. Zuerst kommt ein Junge mit “Sepp” auf dem Shirt, danach ein Mädchen mit “Heidi”-Shirt (von Alprausch) in den Raum. Was schon lange in ihm gärt, kommt dann Tage später beim Treffen mit einem Freund aus dem Schwarzwald auf den Tisch: “Warum haben diese verdammten Schweizer diese coolen Shirts und wir Schwarzwälder nicht?” ? “Ja, warum nicht?” ? “Machen wir 'ne eigene Marke, die Schwarzwald heißt.” ? “Yep.” Mittlerweile gibt es Schwarzwald seit zwei Jahren.

Inspiriert dich der Schwarzwald bei deinen Ideen?

Was sonst? Die Fidschi-Inseln? Nein, natürlich kommen alle Ideen aus den Wurzeln der Marke.

Ist das Ganze eher für Männer oder für Frauen?

Weder noch. Für beide.

Wie sieht das Schwarzwald-Sortiment aus?

12 T-Shirts für Frauen, 3 Langarmshirts für Frauen, 1 Jacke für Frauen, 8 T-Shirts für Männer, 3 Langarmshirts für Männer, 1 Jacke für Männer.

Welche Stilgruppe spricht Schwarzwald an?

Kein Style! Keine coolen Typen, die nix drauf haben! Helden. Alltags-Helden. Nicht-Ja-Sager. Eigene-Wege-Geher. Schwarzwälder im besten Sinne eben.



Wie sollen sich die Leute fühlen, wenn sie etwas von Schwarzwald anhaben?

Selbstbewußtsein sollen sie verkörpern und ausstrahlen.

Wie fühlst Du Dich selbst, wenn Du ein Schwarzwald-Shirt trägst?

Ganz großartig. Weil es mein “Baby” ist und weil ich die Werte, die die Marke darstellt, auch selbst leben will und dies zeige. Außerdem ist die Qualität sagenhaft, so daß ich mich auch körperlich wohl fühle.

Lieblingslabel?

Obwohl mir die Sachen immer weniger gefallen, von der Idee her Alprausch. Ansonsten, mal ehrlich: Gibt es denn noch Labels, die nicht “cool” sind? Alle werben mit Snow- und Skateboardern. Ist Carhartt cooler als Irie? Gsus cooler als Puma? Gola cooler als Rocketfuel? Irgendwie geht doch alles. Schade. Oder auch gut so. Ausnahme: “Santa Cruz”. Ich kauf` mir schon wegen des Namens nur Boards von denen. Dieser Name wird auf alle Zeit unschlagbar sein als Marke. Und wenn sie eines Tages Ringelsocken für Ballettänzer machen - ich kauf' sie!

Lieblingsshop?

Jeans-Box in Gaggenau, Toni's Radstudio in Bühl und Jeanshouse in Karlsruhe. Die ersten, die den Mut hatten, die neue Marke Schwarzwald zu führen. Danke.

Lieblingskleidungsstück?

Flip-Flops. Wir arbeiten an welchen mit Schwarzwald-Brand. Vielleicht aus Baumrinde. Mit Eichhörnchenfellsohle und Hirschdarmschlaufe.

Lieblingsschwarzwälder?

Der Schinken. Jogi Löw wäre zu einfach gewesen.



Welche Person würdest du gerne mit Schwarzwald einkleiden?

Snoop Dogg. Im Ernst, von den Promis gibt es wenige, die dazu das Zeug hätten. Als einziger fällt mir Thomas D. ein, den ich für nahezu genial halte. Als Texter. Als Mensch weiß ich's nicht. Außerdem ist er ein Schwabe. Okay, der Wert, Schwarzwälder zu sein, gründet ja nicht nur auf regionale Herkunft. Wenn ich's mir recht überlege: lieber den Feuerwehrmann, der freiwillig die Jungs aus den GTIs schweißt am Sonntag in der Früh und nie die Anerkennung bekommt, die ihm dafür zusteht. Und die Krankenschwester, die sich um dan alten Mann kümmert, der im Sterben liegt. Ich glaube, die alle müßten vorher noch ein Shirt von uns bekommen.

Wie sehen deine Zukunftspläne für Schwarzwald aus?

Ganz langsam wachsen. Das Baby zu einem wohlerzogenen, eigenständigen Mitglied unserer Gesellschaft heranziehen.

Was möchtest du sonst noch loswerden?

Denkt nach, Leute! Geiz ist nicht geil, sondern eine Sünde. Macht bei diesem Billig-ist-das-Wichtigste-Wahnsinn nicht mit. Er kostet am Ende der Abwärtsspirale auch euch den Job.



Mehr dazu:

Was: Schwarzwald
Wer: Ralf Hasenohr
Warum: Weil auch Helden etwas zum Anziehen brauchen
Wo: Zu beziehen gibt's die Schwarzwald-Fashion im Online-Shop oder in der Jeans-Box in Gaggenau, in Toni's Radstudio in Bühl, im Jeanshouse in Karlsruhe und im Motoallround in Kuppenheim.

Web: Schwarzwald / Online-Katalog / Ralph Hasenohr

Verlosung

Wir verlosen 2 T-Shirts für Frauen und 2 T-Shirts für Männer, die ihr euch selbst aussuchen könnt! Um zu gewinnen, müsst Ihr lediglich eine Mail mit dem Betreff “Schwarzwald” an info@fudder.de senden!