Schwarz, schwärzer, Volker Pispers

Christoph Müller-Stoffels

Von seinem Aussehen her ist Voker Pispers eher der prototypische Vertreter für die Sekundarstufe zwei. Lauscht man allerdings seinen Ausführungen zu Weltpolitik und innerdeutschen Missständen, so merkt man, dass er aus seinem Englischstudium allenfalls den Sinn für Humor mitgenommen hat. Am Samstag spielt er im Freiburger Paulussaal (Dreisamstrasse 3). Fudder empfiehlt wärmstens: Hingehen!

"Bis neulich..." heißt das Programm, mit dem Volker Pispers nun schon seit ein paar Jahren durch die Lande tourt. Gemeint ist mit dem Titel sein zwanzigjähriges Bühnenjubiläum, dass er "neulich" gefeiert hat. Natürlich wird das Programm ständig aktualisiert, so dass eine Mischung aus "Best of" und Tagesaktualität zu erwarten ist.


Pispers hat zu allem etwas zu sagen. Etwa zur Wiedervereinigung ("Heute kämpfen viele für die Wiederherstellung der BRD in den Grenzen von 1989"). Oder zum 11. September. Dem 2001 und dem 1973, als Chiles Präsident Salvador Allende "von einer amerikanischen Terrororganisation namens CIA aus dem Amt geputscht und getötet wurde. Der damalige Osama bin Laden hieß Henry Kissinger. Was tut man nicht alles für den Friedensnobelpreis."

Natürlich eckt Pispers mit solchen Aussagen an. Er weiß das, und er tut es gerne. Jeder bekommt bei ihm sein Fett weg. Lehrer. Politiker. Wirtschaftsfunktionäre. Oder er rechnet vor, dass der Aufbau Ost weit günstiger ist, als der Strafvollzug. Vielleicht ist das nicht immer ganz exakt gerechnet, dafür aber umso unterhaltsamer, denn er denkt die Dinge zu einem satirischen, aber doch immer verblüffend logischen Ende.

Wer sich vor einem Monat noch über Oliver Pochers "Haudraufhumor" beklagte, bekommt hier die um Lichtjahre bessere Alternative. Nicht umsonst räumt Pispers einen Kabarettpreis nach dem anderen ab, zuletzt 2006 den "BAYRISCHEN KABARETTPREIS" des Bayrischen Rundfunks. Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem sei die Frankfurter Rundschau zitiert: "Dieser Pispers ist kein Kabarettist, er ist ein Weiser!"

Mehr dazu:

Was: Volker Pispers
Wann: Am Freitag, den 24.11. in Lörrach (20 Uhr) und am Samstag, den 25.11. in Freiburg (19:30 Uhr)
Wo: In Lörrach im "Burghof" und in Freiburg im Paulus Saal.