Schwarz googeln und Strom sparen

Kristina Bieda

Beim Stromsparen zählt ja bekanntlich jedes kleine bisschen: Man soll keine Standby-Funktion benutzen, ungenutzte Ladegeräte aus der Steckdose ziehen und Energiesparlampen benutzen. Neuerdings kann man auch an einem ungewöhnlichen Ort Strom sparen: Indem man beim Googlen einen schwarzen Hintergrund verwendet. Angeblich sollen so weltweit bis zu 750 Megawattstunden im Jahr gespart werden können.

Der Hintergrund: Zur Darstellung einer rein weißen Website benötigt der Monitor mehr Strom, als zur Darstellung einer dunklen Website. Eine weiße Website schlägt mit 74 Watt zu Buche, eine dunkle mit 59. 15 Watt, das hört sich nicht viel an, würde aber ausreichen, um eine 11 Watt Energiesparlampe eine Stunde lang zu betreiben.


Der US-Öko-Blogger Mark Ontkush rechnete bereits im Januar diesen Jahres vor, dass durch einen dunklen Hintergrund der Google-Website weltweit rund 750 Megawattstunden im Jahr gespart werden könnten. Zusammen mit dem Grafiker Jon Doucette entwickelte er daraufhin eine energiesparende Farbpalette, die Webdesigner verwenden sollten, um energiesparende Website zu erstellen.

Die australische Web-Firma Heap Media hat nun vor einigen Wochen Blackle.com gestartet: Das ist keine eigenständige Suchmaschine, sondern nur Google mit einem schwarzen Hintergrund. Der Text ist dabei nicht reinweiß, sondern irgendwie grau; Ziemlich gewöhnungsbedürftig das Ganze.

Muß man also wirklich schwarz googlen, um Energie zu sparen? Nicht unbedingt. Ontkushs Zahlen, die auch von Heap Media verbreitet werden, werden angezweifelt. Denn der hohe Energieverbrauch bei rein weißen Bildschirm ist vor allem bei Röhren-Bildschirmen, den CRTs, ein Problem. Verwendet man einen LCD-Monitore, dann ist der Unterschied zwischen schwarzem und weißen Hintergrund weitaus geringer, auch wenn hier durch dunkle Farben ebenfalls Energie gespart werden kann.

Stellt sich nur noch die Frage, ob man jetzt nicht länger braucht, um die weißen Texte auf schwarzem Hintergrund zu lesen: Denn dann könnte die längerer Nutzung des Bildschirms eine Stromersparnis wieder aufheben.

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