Schüler protestieren gegen Essensverbot an Lahrer Gymnasium

Martin Herceg

Die Schule, das Essen und der Müll: Am Lahrer Max-Planck-Gymnasium wird Schülern verboten, Essen aus umliegenden Geschäften mitzubringen – weil dadurch auch Müll aufs Schulgelände kommt.



Immer öfter kaufen die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums ihr Mittagessen nicht in der schuleigenen Kantine, sondern in der Lahrer Innenstadt. Mit den Fastfood-Ausflügen der Schüler kommt regelmäßig Verpackungsmüll in die Schule. Ende letzter Woche verbot daher Schulleiterin Waltraud Oelmann den Verzehr von in der Stadt gekauftem Essen auf dem Schulgelände. Die Schüler fühlen sich nun hintergangen und wollten ihrem Unmut am Donnerstag, in Form eines Flashmobs, freien Lauf lassen.


"Das Problem mit Verpackungsmüll und Essensabfällen ist kein Neues", sagt Schulleiterin Waltraud Oelmann. Schon lange kämpfe die Schule gegen die "Zumüllung" in Form von Pizzakartons, Styroporverpackungen und Alu-Boxen. Damit soll jetzt Schluss sein. Seit Ende letzter Woche darf offiziell kein fremdes Essen aus der Stadt auf das Schulgelände gebracht werden. Per Durchsage informierte Oelmann die Schüler am Nachmittag des 17. Oktobers über das neue Verbot.

Am gestrigen Donnerstag dann sollte es die Reaktion in Form eines über Facebook initiierten Flashmobs geben. Bis Mittwoch hatten sich bereits über 100 Schülerinnen und Schüler angemeldet. In der Ankündigung auf Facebook hieß es: "Alle Schüler besorgen sich etwas zu essen aus der Stadt und wir versammeln uns um 13.15 Uhr vor dem blauen Tor." Nach Telefonaten zwischen Schulleitung, Elternvertretung und Schülervertretung wurde die Aktion am Mittwochabend kurzfristig abgesagt. Trotzdem kamen etwas mehr als 50 Schüler, um der Schulleitung ihre Meinung kund zu tun.

"Wir fühlten uns vom Verbot total überrumpelt", sagen Ruben und Leon. Die beiden Schüler der Klasse 9 a haben spontan Plakate gebastelt und demonstrieren vor dem Schultor. Sie wollen auch weiterhin die Freiheit haben, selbst zu entscheiden, was und vor allem wo sie essen. Auch in der Schülermitverwaltung (SMV) war man vom "Essensverbot" überrascht. "Wir waren letzte Woche auf einer Tagung und nicht in der Schule, als das Verbot kam", sagt die stellvertretende Schülersprecherin Theresa Hierlinger.

Schulleiterin Waltraud Oelmann rechtfertigt ihr Vorgehen und führt eine Eskalation der Müllsituation als Auslöser für den unglücklich gewählten Zeitpunkt der Verbotsverkündung an. "Für mich und den Hausmeister war das Fass zum Überlaufen gebracht worden", erklärt sie. An besagtem Tag letzter Woche waren laut Oelmann auf mehreren Tischen Essens- und Verpackungsabfälle in beträchtlichem Umfang liegen geblieben. "Da musste ich einen Schlussstrich ziehen", erklärt sie. Elternbeirätin Claudia Möllinger zeigte sich von der Empörung der Schüler ebenfalls überrascht: "Ich bin lediglich hinzugezogen worden, um die Sache zu entschärfen." Das Thema Essensmüll will sie bei der nächsten Beiratssitzung nun aber auf jeden Fall mit den Elternvertretern besprechen.

Die Angst vor dem Müll beherrscht auch die Flashmob-Frage

Gegen den Flashmob als solchen, sagt Oelmann, habe sie keine Einwände gehabt. Ganz im Gegenteil ist die Aktion ihrer Meinung nach ein Zeichen für einen guten Zusammenhalt in der Schule. Sie habe den Verantwortlichen und der Elternschaft lediglich zu verstehen geben wollen, dass mit einer solchen Aktion nur erneut Müll auf das Schulgelände komme, der beseitigt werden müsse.

Am ausgesprochenen Verbot ändert sich trotz der Schülerproteste vorerst nichts. "Im Moment bleibt das Verbot bestehen", sagt Oelmann. Es müsse erst gewährleistet sein, dass die Schüler in Zukunft ihren Müll weder auf dem Schulgelände liegen lassen, noch dort entsorgen. Solange es keine klare Regelung gibt, müssen die Schüler also ihren Verpackungsmüll außerhalb des Schulgeländes entsorgen. An einer Lösung des Abfallproblems will die SMV in Zusammenarbeit mit der Schulführung arbeiten. "Die Gründung eines Arbeitskreises ist schon in Planung", so Theresa Hierlinger.

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