Schüler erfinden: Wassertropfen auf dem Nanotrampolin (6)

Meike Riebau

Richard Wolf, 20, und Andreas Meinel, 19, aus Löffingen-Unadingen und Höfingen sind beim Gießen von Mamas Pflanzen auf ihr Forschungs-Projekt gekommen. Warum man auch auf die Meinung kleinster Wassertropfen hören sollte, lest ihr im folgenden.



Wassertropfen auf dem Nanotrampolin


Wie erläutert ihr das Thema einem Fachmann?

Bei unserem Projekt geht es um die Beschreibung eines Sprungvorgangs von Flüssigkeitstropfen auf einer Rußunterlage aus energetischer Sicht. Mit anderen Worten wollen wir das Verhalten von Wassertropfen, die auf einer Rußunterlage kleine „Sprünge“ ausführen, näher beschreiben, indem wir uns die unterschiedlichen Energieformen anschauen.

Dabei spielt insbesondere die Oszillation der kleinen Tropfen eine große Rolle.

Wie erklärt ihr das Thema euren Müttern?

Um künftig bessere Pflanzenschutzmittel auf den Markt bringen zu können, sollten Wissenschaftler darüber Bescheid wissen, was eigentlich kleine Flüssigkeitstropfen auf einer Blattoberfläche machen. Sollten die Mittel einfach von der Oberfläche abperlen, dann hilft der Einsatz solcher Chemikalien schließlich nicht. Unser Projekt beschäftigt sich sozusagen unter „Laborbedingungen“ mit solchen wasserabweisenden Oberflächen und versucht eine Erklärung dafür zu finden, warum die Wassertropfen auf der Unterlage „springen“.

Werdet ihr damit Millionär?

Nein, auf keinen Fall, das ist doch Grundlagenforschung!

Warum wird unsere Erde durch eure Arbeit eine bessere Welt?

Man sollte auch auf die Meinung kleinster Wassertropfen hören und sie respektieren

Wie seid ihr auf dieses Thema gekommen?

Beim Gießen von Mamas Pflanzen ist uns aufgefallen, dass die Wassertropfen abperlen und sogar teilweise hüpfen. Wir waren sofort von diesem Phänomen begeistert und wollten es im Labor untersuchen. Da dies mit Pflanzenblättern bezüglich der Reproduzierbarkeit etwas schwierig ist, suchten wir eine bessere Unterlage und sind dabei auf berußte Glasplatten gestoßen.

Und wie läuft's? 

Unser Projekt läuft nun schon seit drei Jahren und hat sich stetig weiterentwickelt. Man sieht daran vor allem, dass eine Projektarbeit viel Ausdauer, Durchhaltevermögen und auch die nötige Geduld erfordert.
Viele Dinge klappen erst im dritten oder vierten Anlauf, sodass man einfach nicht so schnell aufgeben darf. Trotz allem darf man natürlich den Spaß an der Projektarbeit nicht verlieren.

Was tut ihr gegen Denkblockaden?

Eine Nacht darüber schlafen und am nächsten Tag sieht dann die Welt schon wieder ganz anders aus.

Euer Antrieb als Forscher ist...

...die Neugier, immer wieder unerwartete Dinge zu entdecken.

Euer Forscher-Idol?

Wir haben keine konkreten Idole.

Habt ihr vorher schon mal etwas erfunden?

Nein, da es in der Physik nicht in erster Linie um das Erfinden, sondern um das Erforschen der Natur geht.

Wie arbeitet ihr zusammen? Gibt es einen Ideengeber und einen Ausführenden bei euch?

Die Zusammenarbeit funktioniert wirklich gut, vor allem ist es natürlich wichtig, dass man sich gegenseitig ergänzt und nicht jeder seinen eigenen Kopf durchsetzen will.

Mehr dazu:

Forscher-Blog (1): Der Badewannenpieper
Forscher-Blog (2): Der No-Sweat-Helmet
Forscher-Blog (3): Wie sieht eine Protein-Struktur aus?
Forscher-Blog (4): Wirtschaftspolitik in der DDR
Forscher-Blog (5): Musik im Blut