"Unsere Zeit ist jetzt"

Schopfheimer produziert Film über und mit Cro

Marlies Jung-Knoblich

Auch Til Schweiger spielt. Produziert aber hat den Film über Pandamasken-Rapper Cro der Schopfheimer Sebastian Fruner. Fast vier Jahre lang hat er an dem Projekt gearbeitet.

Wenn am 6. Oktober der Film "Unsere Zeit ist jetzt" mit Til Schweiger und Cro (dem Rapper mit der Panda-Maske) im Kino anläuft, ist der 28-jährige Schopfheimer Sebastian Fruner maßgebend daran beteiligt. Denn er ist Produzent des fast zweistündigen Films. Fast vier Jahre hat es von der Idee, diesen Film zu produzieren, bis zu seiner Realisierung gebraucht.

Als Kind kam Sebastian Fruner mit seinen Eltern in die Markgrafenstadt. Er besuchte das Theodor-Heuss-Gymnasium und machte hier sein Abitur. Danach zog er zum Studium an der Popakademie nach Mannheim, wo er seinen Master in dem Studienfach "Music and Creative Industries" ablegte. "Mich hat dieser Studiengang interessiert, denn ich habe selbst immer Musik gemacht", erzählt Sebastian Fruner am Telefon – von Berlin aus, wo er seit dem vergangenen Jahr wohnt. Deshalb haben ihn auch Musiklabel interessiert. Ein Freund von ihm hatte Kontakt zum Rapper Cro. "Das Label ging mit ’Easy’ durch die Decke", erinnert sich Sebastian Fruner. Und ihm sei aufgefallen, dass Cro jemand war, der der Hiphop-Szene mit seiner Musik frischen Wind einhauchte.


Das Projekt brauchte einen langen Atem

Sebastian Fruner hatte bereits Musikvideos gemacht und sich in die Filmindustrie gewagt. Sein Pflichtpraktikum am Ende des Studiums nutzte er für die Entwicklung des Films innerhalb des Musik-Labels, vereinbart hatte er dies mit seinem Freund Steffen Posner.

Für einen Film mit und über Cro hatte Sebastian Fruner eine Idee, die er dem Musiker vorstellte. Doch Cro habe seine eigenen Vorstellungen gehabt, man kam nicht auf Anhieb zusammen. Es sei hin und her gegangen. Auch wenn das Projekt kurz vorm Sterben stand, "bin ich am Ball geblieben", erzählt Sebastian Fruner. Schließlich habe er eine Vorlage erarbeitet und sie an Autoren geschickt. Das Konzept stieß auf Interesse, es wurde ein Drehbuch geschrieben.

Doch damit war erst einmal lediglich ein Anfang gemacht. Sebastian Fruner machte sich auf die Suche nach weiteren prominenten Schauspielern und nach Kooperationspartnern. Er freute sich sehr, als Til Schweiger und Thomas Zickler als Produzenten mit ins Boot kamen. Cro (mit bürgerlichem Namen Carlo Waibel) spielt sich selbst, auch Schweiger übernahm eine Rolle.

In dem Kinofilm gehe es um drei junge Menschen, die Cro aus verschiedenen Perspektiven sehen und an einem Wettbewerb teilnehmen. Ludwig (Marc Benjamin) will ein Comic über Cros Vergangenheit zeichnen, Vanessa (Peri Baumeister) eine Doku über den Rapper machen und Dawid (David Schütter) widmet sich der Zukunftsvision – was macht Cro, wenn er alt und vielleicht sogar verbittert ist? Es werde geschildert, was mit den drei Personen passiere.

"So einen Kinofilm zu managen ist eine Menge Stress", weiß Sebastian Fruner inzwischen. Anfangs habe er nicht gedacht, dass man so einen langen Atem brauche für so ein Projekt. Ein Produzent kümmere sich um die gesamte Organisation, arbeite mit den Stars zusammen, was Fingerspitzengefühl abverlange. "Ungeduldig darf man nicht sein", lacht der Schopfheimer, denn gerade die Stars machen sich rar, seien nicht ständig erreichbar. Andererseits lernte er sie während der langen Zeit kennen, besuchte Til Schweiger zum Beispiel auf seiner Finca auf Mallorca. Und er hat ihn als "ehrliche Haut" schätzen gelernt.

Fünf Millionen Euro Produktionskosten

Erste Pressevorführungen von "Unsere Zeit ist jetzt" seien gut angekommen, freut sich Produzent Sebastian Fruner. Knapp fünf Millionen Euro habe die Produktion gekostet. Drehorte waren Berlin und Stuttgart, wo Cro Konzerttage hatte. Und Sebastian Fruner warnt: "Das ist kein typischer Til-Schweiger-Film, sondern ein Film von jungen Leuten für junge Leute". Es sei eine Geschichte über Cro, von und mit ihm und die Chance, Wünsche zu realisieren.

Und was kommt als nächstes Projekt? Ganz genau weiß es Sebastian Fruner noch nicht. Eines weiß er aber genau: "Es gibt in Deutschland keinen mit 28 Jahren, der so ein Projekt gestemmt hat". Er habe inzwischen eine Menge Kontakte geknüpft und Wissen gesammelt. Sebastian Fruner möchte gerne wieder etwas in Richtung Spielfilm machen. "Vielleicht eine coole Komödie", meint er.

Und seine alte Heimat hat er darüber nicht ganz vergessen. "Meine Eltern wohnen noch in Schopfheim und ich komme hin und wieder zu Besuch", so Fruner. Seit Anfang 2015 wohnt er in Berlin, 2013 zog er von Mannheim weg nach Stuttgart. "Ich bin ein Stadtkind", bekennt Sebastian Fruner, der auch gern seinen älteren Bruder besucht, der in Warschau wohnt.

Info: "Unsere Zeit ist jetzt" läuft am 6. Oktober in den Kinos an.


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