Kommentar

Schon wieder ist das Baurecht Schuld am möglichen Ende einer Freiburger Disko

Carolin Buchheim

Erst der Klub Kamikaze, dann das QU, die Passage 46 – und nun das Ruefetto. Zum vierten Mal ist es das Baurecht, das womöglich das Ende einer Diskothek in Freiburg besiegelt.

Im Granatgässle schließt der Bebauungsplan "Vergnügungsstätten" wie Spielhallen, Bordelle, aber eben auch Diskotheken aus – obwohl Drumherum ebensolche seit Jahren sind. Dabei sind Bebauungspläne grundsätzlich veränderbar, doch in der Freiburger Innenstadt scheinen sie aus Stein gemeißelt – zu groß sind die Konflikte zwischen Partygängern und Anwohnern. Die Lage am Ruefetto hat sich über Jahre hochgeschaukelt; der Betreiber holte mehr Partys in seinen Laden, die Anwohner litten unter deren Lärm – doch die Stadtverwaltung wurde nicht tätig, ob aus bewusster oder unbewusster Nachlässigkeit.


In ausgerechnet dieser explosiven Situation wurden auch noch Afterhour-Partys am frühen Morgen veranstaltet. Jetzt droht dem Kellerclub das Aus – es wäre ein schwerer Verlust für das Nachtleben in einer Stadt, in der Freiräume Mangelware geworden sind. Im Ruefetto konnten DJs bisher das Auflegen lernen, Partyveranstalter ihr Publikum finden, Clubfans aller Genres feiern. Es ist enttäuschend, dass diese Clubkultur keine politischen Fürsprecher hat. Bleibt zu hoffen, dass vielleicht vor Gericht ein Kompromiss gefunden wird, der die unterschiedlichen Interessen ausgleichen kann.

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