Schnuckis Werk und Schatzis Beitrag: Warum es keinen guten Kosenamen geben kann

Fabienne Hurst

Pünktlich zum Valentinstag: Ein neuer Freund. Er ist einfühlsam, sexy, witzig. Aber er hat einen richtig bekloppten Vornamen. Was tun? Ein Kosename muss her - aber ein guter.

Der perfekte Kosename ist passend, originell und unpeinlich. Kein anderer hat ihn, Schatz oder so geht nicht. Man muss ihn auch mal laut durch einen Zug rufen können. Also darf er keine Wörter enthalten, die andere Menschen zum Fremdschämen animieren. Neulich habe ich ein Interview mit einem Musikproduzenten geführt. Cooler Typ. Bis seine Freundin in sein Studio kam und schon im Flur seinen Spitznamen rief: Pupsi, bist du schon da? Das war’s. Das Interview konnte ich nicht mehr ernst nehmen – den Typen auch nicht.


Auch der Punkt Originalität ist wichtig. Second-Hand-Kosenamen sind gefährlich. Stellt euch vor, ich treffe meinen Ex-Freund auf einer Party und sage: Hallo Ex, das ist hier mein neuer Freund. Er heißt auch Schnucki. Das geht nicht.

Tippt man „Schnucki“ in eine SMS, zeigt die T9-Funktion erst einmal „Schmücki“. Das klingt nett und praktisch. Man spart sich das nervige Weiterklicken und somit Zeit beim Nachrichten schreiben. Als ich meinem Freund anbiete, ihn zukünftig „Schmücki“ zu nennen, verzieht er das Gesicht. Albern. Und außerdem wolle er sich seinen Kosenamen nicht von den Eigentümlichkeiten eines Handysystems diktieren lassen. Das sei der erste Schritt zur Technokratie. Ich suche also weiter. Wie wär’s mit Babe, schlägt meine Schwester vor. Babe klingt cool. Ein bisschen sexy und ein bisschen retro. Es klingt nach Sonny und Cher: I got you, Babe. Leider kam neulich dieser Film im Fernsehen, über ein sprechendes Schwein, das genauso heißt.

Es gibt natürlich noch die "chen"-Version. Schätzchen, Herzchen, Häschen. Da hier im Badischen aus dem "chen" aber gern ein "le" wird, und Schätzle, Herzle und Häsle nicht selten ganz normale Nachnamen sind, wird auch diese Option schwierig. Ich sehe das schon vor mir: Ey guck mal, die nennt ihren Freund beim Nachnamen. Fällt also auch weg. Ich glaube, ich warte einfach, bis wir Kinder und später Enkelkinder haben, und uns gegenseitig erst „Mutti und Vati“ und dann „Oma und Opa“ nennen.



fudder-Debatte:

Und? Wie heißt Euer Schatzi?

Du bist gefragt!


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