Schnelle Urteile für Trittbrettfahrer

Carolin Buchheim & dpa

Nachahmungstätern, die nach dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen mit 16 Toten weitere Bluttaten ankündigen, will die Justiz im Land kurzen Prozess machen. "Wir behandeln diese Fälle bewusst schnell, um potenzielle weitere Nachahmer abzuschrecken", sagt der Offenburger Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer.



Die sogenannten Trittbrettfahrer verbreiteten mit ihren Drohungen Angst und Schrecken. Gegen einen 16-Jährigen aus Kippenheim im Ortenaukreis, der in einem Chatroom einen Amoklauf angekündigt hatte und am vergangenen Freitag verhaftet worden war, sei noch am selben Tag Anklage erhoben worden. Die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Offenburg werde vermutlich bereits kommende Woche stattfinden; das Urteil dann voraussichtlich am selben Tag fallen.


Ebenfalls am Freitag wurde ein 25 Jahre alter Trittbrettfahrer gefasst, der im Internet mit einem Amoklauf in einer Waiblinger Berufsschule gedroht hatte.   Wegen des gleichen Delikts erwartet auch zwei 18 und  19 Jahre alte Männer in Ilsfeld und Beilstein im Kreis Heilbronn ein zügiges Gerichtsverfahren.

Vier 13 und 14 Jahre alte Schülerinnen aus Mannheim bekamen die  Folgen ihrer makaberen Bombendrohung an einer Hauptschule schnell zu spüren. Sie wurden vom Unterricht ausgeschlossen, ihnen droht schlimmstenfalls der Rauswurf.

Bezüglich eines Schnellverfahren für den Mann, den die Polizei als mutmaßlichen Täter der Bombendrohung an der Karlschule ermittelt hat, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg gegenüber der Badischen Zeitung: "Wir haben großes Interesse daran, den Täter möglichst schnell einer Strafe zuzuführen. Wir sind bemüht, dass dies alsbald geahndet wird."

Wie der Stand der Ermittlung bezüglich der gestrigen Amokdrohung an der Richard-Fehrenbach und der Walther-Rathenau-Gewerbeschule ist, war heute noch nicht zu erfahren.

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