Schneerot: So wird der neue Club im Kornhauskeller

David Harnasch

Eröffnung erneut verschoben: am 25. Oktober wird nun Freiburgs neuer, von Gerüchten umrankter Club Schneerot aufmachen. Wir haben mit dem Manager gesprochen und einen Blick hinter die kostspieligen Kulissen geworfen. (mit Verlosung für die VIP-Eröffnung).



Auch ohne ihn je zuvor gesehen zu haben, erkennt man Alexander Kniessner (Foto unten) sofort, wenn man vor dem Kornhaus Ausschau hält nach einem „Club-Berater aus Berlin“. Nur in seiner Begleitung öffnen sich die Türen zur Baustelle des künftigen Clubs, zu viele Neugierige versuchten, vorab einen Blick zu erhaschen.


Der Boden und einige Möbel sind noch abgeklebt, aber man ahnt: Das Interieur könnte das halten, was die Computergrafiken der Inneneinrichter hoffen lassen. Nichts erinnert mehr an den Irish Pub, der zuletzt hier betrieben wurde.



„Schneerot“ spielt an auf Schneeweißchen und Rosenrot und das entsprechend farbig strahlende Mobiliar – Assoziationen mit drogeninduziertem Nasenbluten sind ausdrücklich nicht beabsichtigt. Obwohl hier offensichtlich an nichts gespart wurde, wollen die Betreiber explizit keine Schickis ansprechen.

„Wir möchten einem erwachsenen Publikum einen entspannten Raum bieten, um dem Alltag zu entfliehen. Ein Märchen auf Zeit, in dem niemals die erste Frage lautet: ‚Was machst Du beruflich?’ Kein Laufsteg. Kein ungelerntes Personal, das seine Unfähigkeit hinter Arroganz versteckt, sondern ernstgemeinte Freundlichkeit auf Augenhöhe.“



„Erwachsen“ bedeutet hier: über 25. Entsprechend wird auch kein In-die-Fresse-Minimal-House zu hören sein, sondern Retro-Klänge: Funk-House Jazz, Soul, Retrohouse. Zunächst werden freitags und samstags bis vier Uhr morgens Residents und zugebuchte DJs auflegen, beispielhaft für den Sound seien Can7, Boomkat und Tom Gianelli. Weitere Wochentage und eine kürzere Sperrzeit sollen, sofern die Stadt mitspielt, mittelfristig hinzukommen. Handverlesenes Sicherheitspersonal soll einer Türchefin den Rücken stärken.

Vor einem Jahr liefen Alexander Kniessner und der Freiburger Thobias Magnussen einander in der Berliner Vodkalounge 6vorne über den Weg, kamen ins Gespräch und stellten schnell fest, dass sie gemeinsam etwas auf die Beine stellen möchten. Der Ort war doppelt schicksalhaft: Die Betreiber des 6vorne haben auch die Schneerot-Einrichtung entworfen.



Woher kommt das Geld für den Club?

Die Location war schnell gefunden, umso länger dauerte der Umbau – seit Monaten sind Handwerker tätig. Offensichtlich wurde hier ein Vermögen verbaut, über dessen Herkunft in der Freiburger Szene heftig spekuliert wird. Magnussen wollte selbst am liebsten gar nicht in Erscheinung treten, lässt auf Nachfrage aber ausrichten, dies sei ein eigenständiger Schritt in die Selbständigkeit nach seinem Wirtschaftsstudium.

Im Handelsregister ist als Geschäftsführer sein Vater Peter Christian Magnussen eingetragen, den die Hamborner AG in einer Mitteilung als einer „Erbengemeinschaft Frau Theodora Baronin Wrangel, geb. Thyssen“ zugehörig führt. Thobias Magnussen dementiert jeden Zusammenhang.

Ob das Freiburger Publikum groß genug sein wird, um Gimmicks wie eine beleuchtete Tanzfläche und die spektakuläre iBar der zweiten Generation zu refinanzieren? „In Berlin sitze ich eineinhalb Stunden in der S-Bahn und bin immer noch in der gleichen Stadt. Das entspricht einer Anfahrt von Karlsruhe, Baden-Baden, Basel oder Zürich. Und während der Berliner arrogant genug ist, um aus Prinzip die Stadt nicht zu verlassen, ist man hier neugierig auf die Umgebung“, sagt Kniessner. Außerdem hofft er auf ortsansässige Firmen, die den Club für geschlossene Veranstaltungen buchen können.

Vielleicht auch die nächste Mitgliederversammlung des Sportclubs? Zumindest die Farben sind passender als im Paulussaal.



Mehr dazu:

Der Club Schneerot (Münsterplatz 11) eröffnet am Samstag, 25. Oktober für geladene Gäste und eine Woche später, am Samstag, den 1. November, für die Öffentlichkeit. Ab dann Freitag und Samstag von 22 Uhr bis 4 Uhr, alle Kreditkarten akzeptiert, Raucherlounge vorhanden, Eintrittspreis noch unklar.

Verlosung

fudder verlost 2x2 Karten für die VIP-Eröffnung am 25. Oktober an fudder-Leser über 25. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt eine E-Mail mit Eurem Namen, Eurer Adresse und dem Betreff "Schneerot" an gewinnen@fudder.de.

Einsendeschluss ist Mittwoch, 15. Oktober 2008, 14 Uhr. Die Gewinner werden am selben Tag per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.