Schneegeflüster (4): Thomas & Stephan Kigle

Marco Fischer

In unserer Interview-Reihe "Schneegeflüster" stehen Boarderinnen und Boarder aus der Region Rede und Antwort. Sie nehmen sich Zeit, schnallen ihr Board ab und beantworten Fragen rund ums Snowboarding. Heute mit zwei boardenden Brüdern: Thomas Kigle & Stephan Kigle.



Wann habt Ihr mit dem Boarden begonnen?

Thomas Kigle: Mit sechs Jahren hinter dem Haus. Mein erstes Mal war mit dem Brett vom Nachbar.
Stephan Kigle: Ich habe auch hinter dem Haus mit dem Boarden begonnen. Mit einem gebrauchten Brett bin ich ein wenig rumgerutscht.

Beschreibt Euren perfekten Snowboardtag.

Thomas: Blauer Himmel, Park oder Powder, je nachdem. Einfach ein paar chillige Leute dabei haben. Das würde für einen perfekten Tag schon ausreichen.
Stephan: Einfach ganz viel Spaß haben. Blauer Himmel wäre schon geil. Und ganz viel Powder ohne Lawinengefahr. Am besten noch ein paar Cliffs [kleinere bis größere Felsabhänge], die man runterspringen kann.

Überzeugt Karl-Heinz-Wintermuffel von Eurem Lieblingssport.

Stephan: Kann man eigentlich nicht viel sagen, ich glaube man muss Snowboarden einfach erleben und die Szene kennen und in diese hineinwachsen. Es gibt einfach nichts Besseres als Snowboarden. Der Herr Wintermuffel soll also woanders weitermuffeln.
Thomas (Bild unten): Dazu ist nichts mehr hinzuzufügen.



Beschreibt Euren Snowboard-Klamotten-Style.

Thomas: Eher baggy, Hip-Hop-Style. In weiten Sachen fühl ich mich einfach wohler. Es muss bequem zu tragen sein.
Stephan: Bisschen weiter, aber nicht zu weit. Zu weit sieht einfach nicht so gut aus. So ein Mittelding zwischen eng und weit.

Beschreibt die regionale Snowboardszene in wenigen Worten.

Thomas: Es gibt ein paar gute Leute hier. Die haben es echt drauf. Man pusht sich gegenseitig und es ist immer cool zusammen im Park zu fahren.
Stephan: Die Szene hier ist recht klein. Ich war jetzt letztes Jahr aufgrund meines Zivis leider nicht da und kann deswegen nicht so viel dazu sagen. Man trifft die Leute eigentlich immer wieder.

Als der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus letzte Saison beim Skifahren einen schwereren Unfall hatte, gab es einen regelrechten Helmkauf-Boom. Wie schützt Ihr euren Körper beim Boarden?

Thomas: Mittlerweile trage ich immer einen Helm. Und natürlich auch einen Rückenpanzer. Sich zu schützen ist wichtig, vor allem wenn man neue Sachen probiert.
Stephan: Soviel wie eben geht. Panzer, Crashpants und Helm. Manchmal sogar auch Knieschoner.

Eure schwerste Snowboardverletzung?

Thomas: Vier Mal habe ich mir das Schlüsselbein gebrochen. Das letzte mal ausgerechnet am Anfang der Saison. Ich war so heiß auf die Saison und dann das. Das hat mir nen ziemlichen Strich durch die Rechnung gemacht.
Stephan: Bei mir war es auch das Schlüsselbein mit einem Doppelbruch. Und ich habe jetzt 'ne Platte drin mit sechs Schrauben, daher ist die Saison für mich ein wenig später losgegangen. Aber es wird so langsam wieder.

Euer Lieblingstrick und warum macht Ihr den Trick so gerne?


Thomas:
Also bei mir ist es zur Zeit der Straight-Double-Indygrab. Der hat super viel Style und es ist einfach nur bequem in der Luft zu hängen.
Stephan: Bei mir ist es entweder ein Backflip oder ein Frontside 360 Double Shifty.

Welchen Trick würdet Ihr noch gerne lernen und warum?

Thomas (Bild unten): Ich würde gerne Backside und Frontside 5er und 7er Rodeos lernen.
Stephan: Bei mir ist es auf jeden Fall derBackside Rodeo 5er und 7er.



Wie ist Eure Herangehensweise an neue Tricks?

Thomas: Also wir üben den ganzen Sommer auf dem Trampolin. Und dann den Trick mal im Powder versuchen. Und sonst im Frühjahr bei weichem Schnee im Park.
Stephan: Ja genau, auf dem Trampolin oder mit weicher Tiefschneelandung. Und wenn man sich ganz sicher ist, dann kann man den Trick auch gleich im Park versuchen. Aber zu gefährlich sollte der Trick dann nicht sein.

Kauft Ihr euch jede Saison ein neues Board oder habt Ihr immer noch euer altes Board von eurer Konfirmation?

Thomas: Ich habe nie ein Board geschenkt bekommen. Ich habe jedes Board selbst bezahlt. Diese Saison habe ich mir ein neues Board geleistet. Aber dies ist leider nun auch kaputt gegangen.
Stephan: Ich bin auch lange Zeit gebrauchte Bretter gefahren. Ich leiste mir nur ein neues Board, wenn ich dazu mal finanziell in der Lage bin und ich dringend eins brauche.

Mal ne ganz diskrete Frage: Habt Ihr bei Frauen mehr Erfolg seit Ihr boardet?


Thomas:
Na ja, so lala. Manche finden es cool und andere finden meine Klamotten viel zu groß, die ich beim Boarden trage. Vielleicht hat man manchmal etwas mehr Aufmerksamkeit.
Stephan: Das Boarden hat mich selbstbewusster gemacht, in jeglicher Hinsicht.

OK, antwortet ganz kurz: Rails oder Kicker?

Thomas: Beides eigentlich.
Stephan: Rails

Goofy oder Regular?


Thomas:
Regular
Stephan: Regular

Parkkid oder Freerider?

Thomas: Parkkid
Stephan: Freerider



Steckbrief


Name:
Thomas Kigle
Geburtstag: 3. August 1993
Beruf: Schüler
Schneefreie Hobbys: Trampolin springen, Mützen häkeln

Name:
Stephan Kigle
Geburtstag: 3. Februar 1991
Beruf: Zivi
Schneefreie Hobbys: Mountainbiking, Skaten

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