Schneegeflüster (2): Malte Musik

Marco Fischer

In unserer Interview-Reihe "Schneegeflüster" stehen Boarderinnen und Boarder aus der Region Rede und Antwort. Sie nehmen sich Zeit, schnallen ihr Board ab und beantworten Fragen rund ums Snowboarding. Heute: Malte Musik, 23, aus Freiburg.

   

Wann hast Du mit dem Boarden begonnen?

Als ich zwölf war. Eigentlich wollte ich mir ein besseres Fahrrad kaufen, aber dann hat mich ein Freund überredet, dass ich mir doch lieber ein Snowboard kaufen soll. Zum Glück habe ich mir kein Fahrrad geholt. Mein erstes Board war zwar nicht der Hammer, aber ich hatte trotzdem jede Menge Spaß damit. Kein Vergleich zu den heutigen Snowboards, in denen steckt ja wesentlich mehr Technik.

Du warst eine Saison lang Parkshaper des Feldberger Funparks. Wie ist das Leben als Parkshaper?

Es ist auf jeden Fall auch harte Arbeit. Vor allem vor Events fallen viele Aufgaben an. Ich hatte am Feldberg auch eine kleine Wohnung, also musste ich nicht ständig pendeln. Es war eine sehr schöne Zeit und ich hatte viel Spaß, mit dem Schnee zu arbeiten.

Beschreibe Deinen perfekten Snowboardtag.

Ich würde in einer Villa mitten in den Bergen aufwachen und könnte sofort raus aufs Board. Natürlich steht der Neuschnee dann nur mir alleine zur Verfügung und keiner kommt mir in die Quere. Kein unnötiges Anstehen, keine Wartezeiten. Alles wäre perfekt.

Überzeuge Karl-Heinz-Wintermuffel von Deinem Lieblingssport.

(Lacht) Servus Karl-Heinz, ich bin der Mucki und ich finde Snowboarden einfach geil.

Beschreibe Deinen Snowboard-Klamotten-Style.

Ich mag weder das Presswurstgefühl, noch mag ich die XXL-Klamotten. Ich sehe mich eher dazwischen. Ich muss mich einfach wohl fühlen. Der Tragekomfort hat Priorität.

Beschreibe die regionale Snowboardszene in wenigen Worten.

Was für politische Fragen (lacht). Ich würde den Szenebegriff durch den Begriff Snowboardfreundschaften ersetzen. Klar gibt es da auch Altersunterschiede, aber Snowboarden verbindet und lässt Freundschaften entstehen. Nicht alle meine Freunde boarden, aber doch schon recht viele.

Als der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus letzte Saison beim Skifahren einen schwereren Unfall hatte, gab es einen regelrechten Helmkauf-Boom. Wie schützt Du deinen Körper beim Boarden?

Wer etwas in der Birne hat, der schützt sie! Diesen Spruch habe ich mal so ähnlich irgendwo gelesen. Ich trage auch meistens einen Helm, obwohl ich gestehen muss, dass das auch nicht immer so war. Anscheinend hatte ich davor wohl nichts in der Birne (lacht).

Deine schwerste Snowboardverletzung?

Was genau passiert ist, ist im Nachhinein schwer zu erklären, aber ich versuche es mal. Ich war im Tiefschnee unterwegs, wir wollten ein paar Bilder machen, da sich der Neuschnee dazu anbot. Es sah aus wie ein verschneites Dach und als ich an der Spitze des Dachs ankam, bin ich vornüber gekippt. Und zwei Baumstümpfe haben meinen Sturz abgefangen, ich hing kopfüber mit dem Snowboard zwischen diesen zwei Stümpfen. Ich hatte Glück im Unglück, ohne die Stümpfe wäre ich noch tiefer gefallen.

Schließlich wurde mir unter anderem ein Kopfbruch diagnostiziert. Die Zeit der Rehabilitation war sehr hart für mich. Auch meine Konzentrationsfähigkeit wieder zu erlangen, dauerte seine Zeit. Eine ganze Weile hat mich dieses Erlebnis ziemlich beeinflusst. Jetzt geht es mir besser. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meiner Freundin Olga für ihre Unterstützung bedanken. Vor diesem Unfall hatte ich auch noch einen Arm-, Finger- und Wirbelsäulenbruch. Und zwei Rippenbrüche und etliche Gehirnerschütterungen.

Dein Lieblingstrick. Warum machst Du genau diesen Trick so gerne?

Einen super langen Backside 180 über einen großen Kicker. Dieser Trick fühlt sich so gut an.



Welchen Trick würdest Du gerne noch lernen und warum?

Einen richtigen Backside Rodeo. Im Moment mache ich nur meine Interpretation davon.

Wie ist deine Herangehensweise an neue Tricks?

Ich bin eher der Draufgänger. Im Sommer überlege ich mir Tricks und im Winter probiere ich sie einfach mal.

Kaufst Du dir jede Saison ein neues Board oder hast Du immer noch dein altes Board von deiner Konfirmation?

(lacht) Ich habe einen Sponsor und bekomme jedes Jahr ein neues Brett zugeschickt. Darüber freue ich mich jede Wintersaison und ich bin immer gespannt auf ein neues Brett.



Mal ne ganz diskrete Frage: Hast Du bei Frauen mehr Erfolg seit Du boardest?

Der Lebensstil und die Einstellung machen einen vielleicht schon interessant (lacht).

OK, antworte ganz kurz: Rails oder Kicker?

Kicker.

Goofy oder regular?

Regular.

Parkkid oder Freerider?

Parkkid.



Steckbrief


Name:
Malte Musik
Geburtstag: 19. März 1986
Beruf: Student
Schneefreie Hobbys: Skaten, Surfen