Schmitz Katze macht endgültig dicht – Woran hat’s gelegen?

Daniel Laufer

Die Rettung von Schmitz Katze ist gescheitert: Der Club an der Haslacher Straße hat das endgültige Aus verkündet. Die Schuld daran gibt er der Stadt Freiburg. Was bedeutet das für das Artik und Jan Ehret?

Schmitz Katze schließt zum Jahresende – und diesmal definitiv. Das hat der Club in der Haslacher Straße 43 jetzt mitgeteilt. Im Juli hatte Betreiber Gerrit Kossmann Privatinsolvenz angemeldet, nach der schriftlichen Gläubigerversammlung Anfang Dezember wollte Insolvenzverwalter Harald E. Manias dem Gericht eigentlich seinen Bericht vorlegen. Um die Zukunft von Schmitz Katze wird es dabei nicht mehr gehen.


"Wir haben schwarze Zahlen geschrieben und waren zuversichtlich", sagt Michelle Gänswein, zuständig für das Programm und die Öffentlichkeitsarbeit des Clubs. "Einzig und allein die Stadt hat es uns jetzt versaut. Das war ein ganz schöner Schock."

Was ist passiert?

Seit Monaten wird über die Zukunft der Haslacher Straße 43 spekuliert. Als möglicher neuer Pächter gilt das Jugendkulturzentrum Artik. Im Frühjahr musste es seine Räume unter dem Siegesdenkmal verlassen, zog dann ins ehemalige ADAC-Gebäude am Karlsplatz. Doch dort wird es nicht bleiben können – der für Veranstaltungen notwendige Umbau ist der Stadtverwaltung zu teuer. Bis Ende Dezember läuft der Mietvertrag der Büros noch. Das Artik steht unter Druck.

Die Stadtverwaltung prüft derweil einen möglichen Umzug in Räume in der Haslacher Straße 43 und der angrenzenden Haslacher Straße 25. Das Jugendkulturzentrum würde gerne eine Fläche auf beiden Grundstücken anmieten. Insgesamt geht es um 420 Quadratmetern, auch das 180 Quadratmeter große Auditorium, den großen Floor von Schmitz Katze, würde es gerne mitnutzen. "Wir sind traurig über die Situation, in der sich Schmitz Katze befindet", sagt Artik-Geschäftsführer Konstantin Rethmann. "Schließlich wollen wir niemandem die Räume wegnehmen." Auf der letzten Vollversammlung des Vereins äußerten auch Mitglieder Bedenken hinsichtlich des Umzugs.

Keine gemeinsame Lösung

Bis zuletzt hatte sich das Artik deshalb um eine gemeinsame Lösung bemüht. Der Plan: Schmitz Katze sollte fortbestehen, das Artik Räume in der Haslacher Straße 25 anmieten. Für gelegentliche Partys hätte das Jugendkulturzentrum den Club mitnutzen können. "Das hätte gut gepasst", sagt Gänswein. "Aber jetzt sagt die Stadt plötzlich, das Nachbargrundstück sei zu teuer." Am Freitagabend hat Schmitz Katze auf seiner Facebook-Seite deshalb das endgültige Aus verkündet.

Für eine Stellungnahme war auf dem Rathaus am Samstag niemand zu erreichen. Rethmann allerdings bezeichnet die Begründung, die der Club jetzt für die Schließung gibt, als zu einfach. Und er stellt klar: "Wir streben auch weiterhin an, die Haslacher Straße 25 in Betrieb zu nehmen."

Wie geht es jetzt weiter?

Gänswein zufolge steckte das Team am Ende in einem Dilemma: "Alles, was wir getan hätten, um das Artik zu vertreiben, hätte wiederum unseren Vermieter vergrault." Sie meint Christian Pertschy, den Geschäftsführer der Jazz- und Rock-Schule, die das Auditorium und die Bar-Räume unterverpachtet. Das Jugendkulturzentrum erhält finanzielle Unterstützung von der Stadt. "Für einen Vermieter ist das sicherlich nicht unangenehm", sagte Pertschy schon im Oktober. Auch Rethmann sagt: "Ich glaube, dass wir eine Favoritenrolle innehaben." Doch fest steht die Entscheidung noch nicht. Den ersten Entwurf des Artik-Konzepts gab Jugend-Bürgermeisterin Gerda Stuchlik zurück – er sei nicht ausführlich genug gewesen.

Zudem gibt es wohl mehrere Mitbewerber, darunter Jan Ehret, der Schmitz Katze 2012 mitgründete, dann aber ausstieg. "Ich will nicht hinnehmen, dass die Freiburger Clubkultur wegstirbt", so Ehret im September. Der Eigentümer des Areals in der Haslacher Straße 43, Kulturpark-Geschäftsführer Jürgen Lange-von Kulessa, sagte, er sei offen, Gespräche mit dem Freiburger Nachtmacher – aber erst wenn klar ist, wie es mit Schmitz Katze weitergeht. Dieser Zeitpunkt scheint nun gekommen. Nach viereinhalb Jahren ist Schluss. Die Party in der Silvesternacht wird die letzte sein.