Schlagzeug spielen ohne Lärm

Lorenz Bockisch

Jeden Nachbarn wird diese Erfindung freuen: Ein Schlagzeug, das keinen Lärm macht! Daniel Grießer und Arne Pfeiffer haben ein System entwickelt, bei dem der Schlagzeuger das Gefühl hat, auf echten Drums und Hi-Hats zu spielen, die Außenwelt aber nichts hört außer leisem Klickern. Auf der Messe kann das jeder mal ausprobieren. Wie das funktioniert?...



Auf die Drums ist ein Stoff gespannt, der in jedem Musikalienhandel erstanden werden kann: auf diesem "Übungsfell" spielen auch die Schlagzeuger im Fernsehen, wenn es nur Playback zu hören gibt. Auf den Messing-Becken sind eine PVC-Schicht und eine Lage Filz angebracht. So weit zur Schalldämpfung. Das Geheimnis liegt unter der schwarzen "Tarnung".




Piezo-Elemente, wie man sie auch in den singenden Glückwunschkarten findet, senden nach jedem Schlag ein Signal an den angeschlossenen Drumcomputer (Bild unten). Durch ein von den beiden 19-jährigen Erfindern ausgeklügeltes System kleiner Zylinder ist die Lautstärke von der Stärke abhängig, mit der der Stick auf die Drums fliegt.



Der Drumcomputer schickt dann den Sound an die Kopfhörer. Der Drummer hat das Gefühl, ein echtes Schlagzeug zu spielen. Eltern, die Fernsehen wollen oder der Nachbar, der ein dringendes Schlafbedürfnis hat, müssen bei nächtlichen Übungssessions jetzt nicht mehr die Polizei rufen.

Einen Vorteil hat das Ganze auch für das Portmonee: Die Materialkosten sind deutlich geringer. Und mit vier bis fünf Nachmittagen Arbeit hat das jeder selbst aus einem billigen gebrauchten Schlagzeug gebaut. "Mit etwa 300 Euro, Drumcomputer und Schlagzeug inklusive, kann man so den Sound eines 800-Euro-Schlagzeugs erzeugen", sagt Daniel Grießer.

Hier auf der neuen Messe erfreut sich der Stand mit dem Schlagzeug, der direkt am Eingang steht, sehr großer Beliebtheit. Hier heißt es nicht nur stehen bleiben und gucken, sondern auch anfassen und spielen!

Mehr dazu: