Schlafzimmerblick (9): Michael Kockler

David Weigend & Dominic Rock

Medizinstudent Michael Kockler, 27, schreibt zusammen mit Anja Mayr gerade seine Doktorarbeit im Schlaflabor der Freiburger Uniklinik. Beim Probeliegen erzählt er uns, was es mit diesem Schlafzimmer auf sich hat.



„Gerade hat mich Anja verkabelt. Ich trage jetzt ein EKG, ein Schnarchmikrofon am Kehlkopf, einen Oximeter am Ringfinger und mehrere Druckknopfelektroden im Gesicht, um die Augenbewegungen aufzuzeichnen. Den Muskeltonus leiten wir an Kinn und Beinen ab. Die Elektroden auf dem Kopf (EEG) hat Anja mit Gipspaste angeklebt. Ich liege heute einmal dort Probe, wo demnächst unsere Patienten schlafen.




Die Geräte fühlen sich ungewohnt an, tun aber nicht weh. Eine Nachtsichtkamera und ein Mikrofon zeichnen jede Aktivität auf. All das ist notwendig, um das Schlafverhalten der Patienten zu analysieren.



Manche leiden unter Schlafapnoe. Das bedeutet: Der Atem setzt nachts aus und macht erschreckend lange Pausen. Andere kämpfen mit Einschlafstörungen, über Monate hinweg. Wieder andere haben das Syndrom der ruhelosen Beine (RLS). Die Natur blockiert normalerweise unsere Muskulatur, während wir träumen.

Bei manchen Menschen ist diese Blockade weg – das ist dann eine Krankheit. Wenn sie zum Beispiel vom Boxen träumen, könnte es sein, dass der Nebenschläfer einen Kinnhaken verpasst kriegt. Hier im Schlaflabor wird aber niemand gefährdet, weil die Patienten in Einzelbetten schlafen.



Auch die Einrichtung ist eher karg – aber es geht ja auch wirklich nur ums Schlafen, für die Wissenschaft und für die Genesung des Patienten.“

Mehr dazu:

fudder.de: Serie Schlafzimmerblick
fudder.de: Mit Schlafapnoe im Schlaflabor (Reportage)