Schlägereien und Pfefferspray beim Eishockey-Derby zwischen Freiburg und Schwenningen

Daniel Laufer

Nach dem Eishockey-Derby zwischen dem EHC Freiburg und den Schwenninger Wild Wings hat es geknallt - und zwar nicht auf dem Eis, sondern auf den Rängen: Bis zu 60 Personen waren in die Auseinandersetzung verwickelt, darunter wohl auch Schwenninger Spieler. Die Polizei musste Pfefferspray einsetzen.



Kurz nach Spielende brachen am Samstagabend die Tumulte aus. Soeben hatte der Erstligist Schwenningen das Testspiel-Derby beim Drittligisten EHC Freiburg vor 3000 Zuschauern mit 5:1 gewonnen. Es sollte ein feierlicher Tag sein, der 30. Geburtstag des EHC. Als die Schwenninger Spieler aber das Eis verließen, provozierten sie und Freiburger Fans einander, die Freiburger warfen Plastikbechern. Möglicherweise war der Wurf eines Bierbechers, von dem ein Schwenninger Crack getroffen wurde, der Auslöser der folgenden Tumulte.


Mehrere Schwenninger Spieler sollen dann anstatt in den Kabinengang in die EHC-Fankurve gegangen sein, hoch zu den Zuschauern - so behauptet das mehrere Augenzeugen, die das Geschehen aus dem Spielergang beobachtet haben. Manche Spieler hätten noch Schlittschuhe angehabt, auch ein Schwenninger Spieler, der wegen einer Verletzung gar nicht gespielt hatte, sei dabei gewesen. Polizei und Ordner mussten eingreifen.

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Dass Spieler die Zuschauertribüne betreten hätten, will die Polizei in der Nacht nicht bestätigen - die Ursache des Tumults würde allerdings noch ermittelt.

Fest steht: In der Zwischenzeit gerieten Fans beider Teams aneinander, zunächst in der Halle, später draußen. Bis zu 60 Personen waren in die Auseinandersetzung verwickelt. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Eine Polizistin wurde leicht verletzt, außerdem sowohl ein Freiburger als auch ein Schwenninger Anhänger. Von insgesamt fünf Personen hat die Polizei die Personalien aufgenommen - gegen wen sie nun ermitteln wird, ist noch unbekannt. Augenzeugen berichten, dass die Polizei zumindest kurzzeitig mehrere Fans in Gewahrsam genommen hatte.

Wie viele Polizisten im Einsatz waren, das will die Polizei nicht angeben - allerdings standen in der Ensisheimerstraße vor Spielbeginn etwa zehn Kastenwagen. Wie bei den Fußballspielen des SC Freiburg waren auch Kräfte der Bereitschaftspolizei im Einsatz - in der Franz-Siegel-Halle ist das in dieser Form selten. Die Erklärung könnte sein: Die Polizei wusste schon im Vorfeld, dass sich für die Partie auch Schwenninger Ultras angemeldet hatten und war gewarnt, dass es bei diesem Spiel zu Konflikten kommen könnte.

Der EHC will jetzt abwarten, was bei den Ermittlungen herauskommt - unabhängig davon, ob tatsächlich Schwenninger Spieler die Freiburger Fankurve gestürmt und so die Tumulte mit ausgelöst haben. Man wolle die Ereignisse besprechen, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Marc Esslinger, stellt aber auch klar: "Wir gehen sachlich und gelassen mit dem Thema um." Ähnlich auch die Freiburger Spieler: Nach dem Ausbruch der Tumulte kehrten sie zurück aufs Eis und versuchten, die Fans zu beruhigen.

[Foto und Video: Daniel Laufer]