Schiltacher Auszubildende entwerfen intelligenten Gehörschutz

Bernhard Amelung

Sägewerk, Schreinerwerkstatt, Gießerei: In lärmintensiven Betrieben ist ein Gehörschutz am Arbeitsplatz unerlässlich. Drei Auszubildende der VEGA Grieshaber KG in Schiltach haben einen intelligenten Gehörschutz entwickelt. Der Kopfhörer erkennt, wenn er getragen wird. Erst dann gibt er die Maschinen frei.



Kreissägen machen Lärm. Ihre Sägeblätter verursachen einen hohen Schalldruckpegel. Bei Holz liegt dieser zwischen 85 und 90 dB (A). Wird Kunststoff oder Metall zersägt, können auch Pegel von über 95 dB (A) erreicht werden. Zum Vergleich: Der durchschnittlicher Straßenverkehr kommt auf Schallpegel von 70 bis 80 dB (A).


Ist das Gehör über einen längeren Zeitraum Schalldruckpegeln von 85 db (A) und mehr ausgesetzt, nehmen die Haarzellen im Innenohr Schaden. Sie sterben ab. Zwar stehen mittlerweile auch geräuschmindernde Sägeblätter zur Verfügung. Sie bestehen in der Regel aus zwei Blechlagen und einer Dämpfungsfolie. Damit senken sie die Schallabstrahlung herab. Doch in der Praxis werden sei nur selten eingesetzt.



In vielen Betrieben gehen die Mitarbeiter auch nachlässig mit dem Thema Gehörschutz um, findet Lorenz Brüstle. Der 19-Jährige macht derzeit eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme bei der VEGA Grieshaber KG in Schiltach. Zusammen mit seinen Azubi-Kollegen Jan Brucker, 18, und Jochen Meßmer, 19, hat er einen Gehörschutz entwickelt. Er soll Mitarbeiter in lärmintensiven Betrieben wie Schreinereien, Tischlerwerkstätten oder in der Metallverarbeitung dazu anhalten, ihn zu tragen.

"Der Kopfhörer erkennt selbständig über einen Sensor, wenn er getragen wird. Erst dann gibt er die Maschinen frei. Ohne den Gehörschutz kann der Angestellte seine Arbeit also nicht aufnehmen", sagt Lorenz. Die Information "Gehörschutz auf" wird per Funk übertragen. Der Funkempfänger an der jeweiligen Arbeitsmaschine wird per Relais aktiviert.

Dabei handelt es sich um ein Freigabe- beziehungsweise Sperrsignal. Die Signalübertragungszeit beträgt nur wenige Millisekunden. "Unsere große Herausforderung war, wie man signalisieren kann, dass ein Arbeiter den Gehörschutz auch tatsächlich trägt. Die Übertragungstechnik haben wir uns am Anfang einfacher vorgestellt. Aber letztendlich hat alles gut geklappt."

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Was:
Regionalwettbewerb Südbaden – Jugend forscht.
Wann: Donnerstag, 13. Februar 2014, ab 9 Uhr (nicht öffentlich) und Freitag, 14. Februar 2013, 9 bis 14 Uhr (öffentlich).
Wo: Rothaus-Arena der Messe Freiburg.
Eintritt: frei. [Foto: Bild Nr. 1 Fotolia / © Kzenon; Bild Nr. 2 privat]

Disclosure

fudder ist Medienpartner des Regionalwettbewerbs Jugend forscht. Dieser wird in Südbaden zum zwölften Mal in Folge vom Waldkircher Unternehmen Sick AG durchgeführt. Im Rahmen dieser Kooperation gibt es wieder unser Forscher-Blog mit freundlicher Unterstützung der Sick AG. Wir versorgen euch von heute an wieder mit den interessantesten Themen rund um das Thema Jugend forscht.