Schienenschleifer bleibt liegen – Tram bricht teilweise auseinander

Peter Sliwka & Uwe Mauch

Pech auf der ganzen Linie: Erst bleibt der Schienenschliefer liegen, dann bricht die Tram, die ihn abschleppen sollte, teilweise auseinander. Schlussendlich rückte der angeknacksten Straßenbahn der Schneidbrenner zu Leibe.

Der tomatenrote Schienenschleifer ist erst seit Ende Juli unterwegs (Stückpreis: zwei Millionen Euro). Kurz vor zwölf Uhr Mittag blieb er am Montag zwischen den Haltestellen Stadttheater und Hauptbahnhof liegen. Die Techniker bekamen den Koloss zunächst nicht flott. Da drei der vier Stadtbahnlinien über den Hauptbahnhof rollen, standen viele Trams im Stau.


Schließlich sollte eine Straßenbahn des Typs GT8-Z (Gelenktriebwagen) den Schienenschleifer via Bertoldsbrunnen ins VAG-Zentrum im Gewerbegebiet Haid ziehen. Das ging nur gut bis kurz nach der Haltestelle Johanneskirche in der Wiehre. In der Basler Straße, direkt vor dem Amt für öffentliche Ordnung, fuhr es dem GT8 ins Gelenk. "Es hat richtig Knacks gemacht", berichtet VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt. Nun behinderten beide Fahrzeuge die Linien 5 (Rieselfeld – Hornusstraße) und 3 (Vauban – Munzinger Straße). Es habe eine Weile gedauert, um Busse und Personal für einen Ersatzverkehr zu organisieren, sagt Hildebrandt. Fünf Busse pendelten bis zum Abend zwischen Heinrich-von-Stephan-Straße und Johanneskirche.

Diesellok schiebt Straßenbahnhälften ins Depot

Derweil gelang es den VAG-Technikern, das feuerrote Schienenmobil wieder instand zu setzen, so dass es selbst in die Werkstatt fahren konnte. Für die angeknackste Straßenbahn brauchte es den großen Schnitt: mit dem Schneidbrenner. Eine Diesellok, die normalerweise die Trams auf dem Betriebshof vor sich her rangiert, musste die beiden Straßenbahnhälften nacheinander ins Depot schieben. Um 17.46 Uhr rollte die zweite im Schritttempo davon.

Der Schaden lasse sich zwar noch nicht abschätzen, aber er sei erheblich, sagte der VAG-Sprecher am Abend. Wie es zu den beiden Pannen kommen konnte, werde nun untersucht.

[Foto: Peter Sliwka]