Schick Schäuble ein Grundgesetz!

Christian Deker

Innenminister Schäuble steht seit geraumer Zeit in der öffentlichen Kritik. Seine Terrorabwehr würde die Grundrechte schleifen, gar von der Gefährdung des Rechtsstaats ist die Rede. Verschiedene Blogger haben jetzt eine Aktion gestartet, bei der man kostenlose Exemplare des Grundgesetzes beim Bundestag bestellen und diese an Herrn Schäuble schicken soll. Das Motto: "Grundgesetz bestellen, solange es noch gilt".



Den Anfang dieser Aktion markierte die Erkenntnis des Bloggers Karan, dass "über die Webseite des deutschen Bundestags jede(r) bis zu drei Printexemplare des Grundgesetzes kostenlos und portofrei bestellen" kann.


Bis zu drei Exemplare werden völlig kostenlos nach Hause geliefert. Sven Scholz kam dann auf die Idee, eines der drei Exemplare an das Innenministerium in Berlin zu schicken. Zitat: "...mir scheint, die haben da grad keins rumliegen."

Die anderen beiden gedruckten Exemplare der deutschen Verfassung will Scholz für sich behalten. "Sollte ich mal Enkel haben, möchte ich ihnen nämlich schwarz auf weiß beweisen können, was es hier mal gab und dass so was überhaupt wirklich möglich ist. Die denken sonst, ich erzähle romantische Märchen und der alte Knacker verklärt die Vergangenheit ins Phantastische", schreibt er in seinem Blog.

Merkt man im Bundestag schon etwas davon? Gehen mehr Bestellungen ein? "Das ist nicht der Fall, wir stellen im Moment keinen erhöhten Abfluss fest", heißt es im Referat Öffentlichkeitsarbeit. Rund 100.000 Exemplare bringt der Bundestag jährlich unters Volk. "Wir haben im Moment noch reichlich auf Lager."

Wolfgang Schäuble steht schon seit längerem unter dem Beschuss der Internetnutzer. Wie das Handelsblatt heute berichtet, erfreut eine Schäuble-Karikatur die Twitter-Nutzer mit scheinbar persönlichen Eindrücken aus dem Innenminister-Leben. "Muss noch Michèle Alliot-Marie anrufen, zwei Pfund Kaffee kaufen, dem Hanning das neue Ausländerrecht zufaxen, zur Maniküre, meine Güte", schreibt da ein Wolfgang Schäuble. Dahinter steckt der freie Journalist Matthias Oborski. "Twitter ist der Gipfel der Banalität – da dachte ich: Das passt gut zu Politikern", wird er vom Handelsblatt zitiert.

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