Freiburger Herbstmess

Schaustellerkinder zeigen ihre Lieblingsplätze auf der Messe

Johannes Tran

Die besten Fahrgeschäfte, das leckerste Essen und die coolsten Verstecke: Cristiano und Carlos sind Profis, was die Freiburger Herbstmess angeht. Die beiden Schaustellerkinder haben uns die besten Plätze verraten.

Noch bis Montag können die Besucher auf der Herbstmess’ gebrannte Mandeln essen und ihren Magen in rasanten Fahrgeschäften testen. Für zwei Jungs ist das Alltag: Cristiano Koch (4) und Carlos Renz (10) sind die Kinder von Schaustellern und kennen sich naturgemäß auf der Herbstmess’ bestens aus. Auf einem Rundgang verraten sie, mit welchen Fahrgeschäften sie am liebsten fahren – und wo es das beste Naschzeug gibt.

Auf diese Beiden dürften einige Messebesucher neidisch sein: Als Schaustellerkinder kommen Cristiano und Carlos überall kostenlos rein, die meisten Standbesitzer kennen sie beim Vornamen. Es geht familiär zu auf der Mess’: Cristianos Eltern betreiben mit der "Schatzsuche" einen Stand, an dem die jungen Messebesucher nach "Edelsteinen" buddeln. Bei Carlos’ Mutter gibt’s Kaffee, Gebäck und frische Crêpes im "Café Brazil".


Die beiden Cousins sind zwar unterschiedlich alt, aber eine Attraktion begeistert beide gleichermaßen: Die "Spaßfabrik" – ein Novum auf der Herbstmess’, das seine Besucher mit einem aufwendig gestalteten Laufparcours über Wasser, Wackelböden und Drehscheiben lockt. "Ich bin voll der James Bond", ruf Carlos, während er den kleinen Wasserfontänen geschickt ausweicht. Sein persönliches Highlight ist aber der furiose Fahrstuhl im Inneren der "Spaßfabrik". Hier rauscht man ruckartig und mit jeder Menge Krach nach unten.

Weiter geht’s zu Cristianos Lieblingsattraktion, dem "Fantastical Trip". Das ist ein Flugsimulator, in dem es mindestens genauso viel ruckelt und zuckelt wie in der "Spaßfabrik". Auf einem Bildschirm flimmert eine Animation, zu der sich die Sitze parallel bewegen und eine Achterbahnfahrt simulieren. "Jetzt geht’s ab", sagt Carlos, doch seinen kleinen Cousin muss er nicht vorwarnen. Der jauchzt und denkt nicht mal dran, sich an den Haltestangen festzuhalten.

Doch wo gibt’s die leckersten Süßigkeiten, um sich nach einer turbulenten Fahrt zu stärken? "Natürlich bei der Oma", versichert Carlos. Der Zehnjährige läuft sicheren Schrittes zu einem Naschstand, wie er so typisch ist für einen Rummel: Im "Nuss Basar" garantieren Magenbrot und Zuckerwatte reichlich Kalorien; nicht zu vergessen natürlich die unzähligen Mandeln und Nüsse, frisch gebrannt von der Großmutter der beiden Jungs.

Wenn es mal etwas deftiger sein soll, dann hält ein Hinterraum von "Peter’s Vesperstüble" genügend Plätze für die hungrigen Schausteller bereit: Dieser versteckte Raum ist für die Standbesitzer reserviert. Auf gemütlichen, langen Sitzbänken mit beigefarbenem Polster treffen sich die Schausteller und ihre Familien nach Feierabend zum herzhaften Essen.

Auf der Mess’ sind Cristiano und Carlos in ihrem Element. Mit allen Fahrgeschäften dürfen der Vier- und der Zehnjährige aber natürlich noch nicht fahren. Carlos’ Mutter verbietet ihm zu seinem Leidwesen eine Fahrt mit der 40 Meter hohen Gondel "Extrem". Auch das Riesenrad "Jupiter" soll er nicht allein fahren. Trotzdem traue er sich alles, meint der Junge selbstbewusst. Und selbst "Extrem" sei er schon gefahren, flüstert er – nur eben nicht auf der Freiburger Herbstmess’.

Für Carlos ist schon jetzt klar, dass er später Schausteller werden möchte. Es scheint wie eine Berufung: Wer in das Schaustellerleben hineingeboren wird, der bleibt dort sein Leben lang.

Die Herbstmess’ auf dem Messegelände, Hermann-Mitsch-Straße 3, läuft noch bis Montag; geöffnet Samstag 14 bis 24 Uhr, Sonntag 11 bis 22 Uhr, Montag 14 bis 23 Uhr, Abschlussfeuerwerk um 22 Uhr.