Schäuble in der Schüler-Talkshow

Laura Pfeiffer

Wolfgang Schäuble hat Ende vergangener Woche das Freiburger Rotteck-Gymnasium besucht und sich den Fragen interessierter Schüler gestellt. Doch den Innenminister zu löchern, ist gar nicht so einfach. Schülerin Laura Pfeiffer schreibt in ihrem Text von einem gewieften Politiker, der das Gespräch gerne in seine Richtung lenkt

Diesmal ist der Gast besonders prominent. Das merkt man vor allem daran, dass Wolfgang Schäuble mit 45 Minuten Verspätung eintrifft. Doch als er endlich eintrifft, ist es kaum zu übersehen. Umringt von BKA-Männern rollt unser Innenminister auf die Bühne zu. Er macht einen hektischen Eindruck, als er sich für die Verspätung entschuldigt. Er sei extra früher von einem Empfang beim Bundespräsidenten gegangen, um den Termin zumindest einhalten zu können. Es geht um die beiden großen Themen der Innenpolitik in Deutschland, die Sicherheitsgefährdung durch den Internationalen Terrorismus und die Integrationspolitik. Den gezielten Fragen der beiden Moderatorinnen Maria Hess und Alexandra Wiegert, weicht der geübte Politiker teilweise aus und übergeht vor allem im Punkt der Überwachung von Öffentlichen Orten die negativen Aspekte völlig. Schnell entsteht der Eindruck, dass Wolfgang Schäuble das Gespräch immer wieder in eine ihm genehme Richtung lenkt und nur genau soviel sagt, wie er selbst möchte. Schäuble spricht so überzeugend, dass man erst nach einer Weile feststellt, dass nicht alles an seiner Sicherheitspolitik so rosig ist, wie er es ausmalt. Er macht es den beiden Oberstufenschülerinnen nicht leicht, die angesichts der ihnen gegenübersitzenden Prominenz relativ souverän wirken.Im zweiten Teil des Gesprächs geht es wie immer bei der Interview-Reihe “nachgefragt” um den Gast persönlich. Noch einmal geht es um die Fußball-WM, und Schäuble zeigt, dass er schon sein ganzes Leben lang ein begeisterter Fußballfan ist, indem er problemlos die Weltmeisteraufstellung von 54 aufsagt. Als zweites Symbol für einen persönlichen Aspekt zeigt uns Schäuble eine afrikanische Statue. Diese steht für das ehrenamtliche Engagement seiner Frau bei der Welthungerhilfe. Auf die Frage, wie er seine Frau bei ihrer Arbeit unterstütze, antwortet der Innenminister nur, er lasse sie halt machen. Dies löst deutliche Erheiterung und Szenenapplaus beim Publikum aus. Doch dann hat er es wieder sehr eilig, denn der nächste Termin wartet schon. Im Nachhinein ist es bedauerlich, dass durch den verspäteten Beginn das Gespräch sehr kurz ausgefallen ist. Vor allem der persönliche Teil war äußerst interessant und hätte länger ausfallen können, aber dass der Innenminister der Schüler-Talkshow überhaupt die Ehre gab, rechneten ihm alle hoch an. Direkt nach dem Gespräch war die Meinung einvernehmlich, dass der Innenminister sehr sympathisch auftrat. Vor allem deswegen, weil er sich nicht verleiten ließ, irgendetwas Negatives über seine Programme zuzulassen.Als nächsten Gast begrüßen die Organisatoren der Veranstaltungsreihe die scheidende Schulleiterin des Rotteck-Gymnasiums, Frau Dr. Bauer, und den frisch gebackenen Bundestrainer des DFB, Joachim Löw. Die Termine werden kurzfristig bekannt gegeben.