Schadstoffbelastung an der PH: Schwangere und Stillende dürfen das KG 3 und 4 nicht betreten

Felix Klingel

An der PH ist in zwei Gebäuden der Schadstoff PCB entdeckt worden. Die Konzentration sei allerdings unbedenklich, so die Pädagogische Hochschule – das Umweltschutzamt bestätigt das. Schwangere und Stillende dürfen die Gebäude aber nicht betreten.

Bei Luftmessungen in der Pädagogischen Hochschule in Littenweiler ist der Schadstoff PCB (Polychlorierte Biphenyle) entdeckt worden. Der Stoff dampft aus verwendeten Baumaterialien aus. Betroffen sind das Kollegiengebäude 3 und 4. Die Konzentration des Schadstoff in der Luft liegt je nach Raum zwischen 350 und 2000 Mikrogramm pro Kubikmeter. "Das ist nicht beängstigend und nicht bedrohlich, aber es ist so, dass gehandelt werden muss", sagt Helga Epp, die Pressesprecherin der PH Freiburg.


Klaus von Zahn, Leiter des Umweltschutzamts in Freiburg, bestätigt das: "Es gibt Grenzwerte für die Raumluft, bevor es dann gefährlich wird". In der deutschen PCB-Richtline liegt dieser Grenzwert bei 3000 Mikrogramm pro Kubikmeter. In den betroffenen Gebäuden werde dieser Wert nie erreicht, so die Pressesprecherin der PH. Ab einem Wert von 300 Mikrogramm soll nach der Richtlinie allerdings der Grund der Belastung beseitigt und die Räume möglichst gut gelüftet werden.

Die PH will gegen den Schadstoff vorgehen

Genau das hat die PH Freiburg jetzt vor: "Es finden weitere Messungen statt, um herauszufinden, wo die Quelle liegt", sagt Pressesprecherin Helga Epp. Der Schadstoff kommt aus Baumaterialien, in denen früher PCB enthalten war. Dazu gehören im Fall der PH die Deckenplatten und Fugenmaterial.

"Man kann aber nicht sagen, es liegt nur an den Platten oder nur an den Fugen. Es gibt ganz unterschiedliche Orte, an denen das ausdampft", so Epp. Die entsprechenden Stellen soll eine Firma nun ausfindig machen und die Schadstoffe entfernen – oder das Austreten in die Luft mit speziellen Dämmlacken verhindern.

Der Vorlesungsbeginn in der kommenden Woche soll nicht gestört werden

Bis dahin hat die PH ihre Mitarbeiter angewiesen, die Räume öfter Stoßzulüften, um die Konzentration gering zu halten. Den Vorlesungsbeginn in der kommenden Woche soll die Schadstoffbelastung nicht stören: "Die Studierenden wechseln ja häufig die Gebäude und die Räume, darum ist es für sie ungefährlich", sagt Epp.

Nur Schwangere und Stillende dürfen die Kollegiengebäude nicht betreten. "Sie gehören zu einer vulnerablen Gruppe", sagt Umweltschutzleiter von Zahn. "Der Schadstoff kann sich in der Muttermilch anreichern und dann an den Nachwuchs weitergegeben werden." Sollte eine Studentin wegen ihrer Schwangerschaft etwa eine Vorlesung in den betroffenen Gebäuden nicht besuchen können, will die PH die Vorlesung in einem anderen Gebäude abhalten. An der PH gibt es insgesamt sieben Kollegiengebäude.




Die Schadstoffbelastung hat die PH bei einer vorsorglichen Untersuchung entdeckt: "Wir haben mitbekommen, dass die PH Heidelberg ein Problem mit PCB hat", sagt Pressesprecherin Epp. Die Gebäude in Freiburg in Heidelberg seien in der gleichen Zeit entstanden. Bei der Vorsorgeuntersuchung entdeckte die beauftragte Firma dann den Schadstoff tatsächlich auch in Freiburg.
Was ist PCB?

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind giftige und vermutlich krebsauslösende Chlorverbindungen. Seit den 1950er Jahren wurden sie in elektronischen Bauteilen und für Fugenmassen verwendet. In den 1960er und 1970er Jahren verbaute man besonders viele PCB-haltige Produkte. Seit 1989 ist die Verwendung verboten. PCB ist vor allem dann giftig, wenn der Körper dem Stoff für längere Zeit und in hohen Konzentrationen ausgesetzt ist. Der Schadstoff kann dann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und das ungeborgene Leben schädigen. Außerdem greift er die Leber, das Immunsystem, die Schilddrüsen und das Gehirn an.