SCF: Noch mal gut gegangen

Hanno Riethmüller

Es hätte ein gemütlich-genussvoller Nachmittag werden können für die 16.800 Zuschauer gestern im Dreisamstadion. Wurde es aber nicht. Der Sportclub machte es beim 3:2-Sieg gegen Ingolstadt unnötigerweise spannend und stellte sich fast selbst ein Bein.



Spielverlauf

Dass der SC in dieser Partie nichts anbrennen lassen wollte, merkte man von Beginn an. Die Freiburger dominierten das Spiel mit schnellen Pässen und hoher Laufbereitschaft. Gegen das offensive Pressing der Ingolstädter fand der Sportclub schnell das richtige Mittel: Mit langen, flachen Pässen wurde das Mittelfeld schnell überbrückt und die gegnerische Ordnung immer wieder durcheinander gebracht.

Der verdiente Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. In der 2. Minute hatte der Ingolstädter Torwart noch einen Kopfball von Mohamadou Idrissou sensationell abwehren können. Gegen den direkt geschossenen Freistoß von Julian Schuster in der 9. Minute und die Direktabnahme von Idrissou in der 15. Minute - ebenfalls nach einem Schuster-Freistoß - war er jedoch chancenlos.



2:0 nach nur einer Viertelstunde und ein hoch überlegener SC Freiburg -  es hätte für die 16.800 Zuschauer im Dreisamstadion ein gemütlicher und genüsslicher Nachmittag werden können. Der Freiburger nahmen nun etwas Tempo aus der Partie, ohne aber die Kontrolle abzugeben. Der FC Ingolstadt mühte sich, zeigte gefällige Ballstafetten, kam aber nie wirklich gefährlich vor das Tor von SC-Torhüter Simon Pouplin. Die Freiburger spielten nicht mehr mit letzter Konsequenz, erarbeiteten sich aber dennoch immer wieder gute Torchancen. Ein durchaus verdienter 3. oder gar 4. Treffer blieb jedoch aus.



Nach der Halbzeitpause schien so ebenso weiterzugehen. Freiburg spielte kontrolliert und hatte die erste Chance. Doch Idrissou traf nur das Außennetz. Dann nahm der angenehme Nachmittag eine plötzliche Wendung. Doch seltsamerweise hatten die Ingolstädter wenig dazu beigetragen. Zunächst schubste SC-Innenverteidiger Ömer Toprak unnötig einen Ingolstädter Spieler im Strafraum.

Der ging bereitwillig zu Boden und Schiedsrichter Steuer entschied auf Strafstoß: 2:1. Nur wenige Minuten später ließ der ansonsten gut spielende Ivica Banovic einen Rückpass zu, ein Ingolstädter Spieler sprang dazwischen, gewann den Pressschlag mit dem nach vorne geeilten Pouplin und schob den Ball ungehindert ins leere Tor: 2:2. Der FC Ingolstadt hatte immer noch keine Torchance gehabt, aber trotzdem zwei Tore erzielt.

Nun machte sich Nervosität im Stadion breit und statt dem erhofften Selbstläufer entwickelte sich ein bis zum Schluss spannendes Spiel. Der Sportclub ließ sich aber von dem Rückschlag nicht lange beeindrucken und machte wieder kräftig Druck nach vorne. Und vielleicht zeigt gerade diese Reaktion, dass der SC in dieser Saison eine Spitzenmannschaft ist.

Angriff auf Angriff rollte auf das Ingolstädter Tor und nur 10 Minuten nach dem Ausgleichstor konnte Banovic seinen Fehler wieder gutmachen. Wie so oft hatte der SC einen Spieler auf dem Flügel freispielen können. Die Flanke von Schuster köpfte Banovic zum 3:2 ins Tor.



Somit schien alles wieder in der Reihe und wie schon in der ersten Halbzeit kontrollierte der SC das Spiel, erarbeitete sich aber auch weiter Chancen. Zur Erregung vieler Zuschauer wurden diese Chancen aber oft zu leicht vertändelt, und zum Ende des Spiels hin schienen Konzentration und vielleicht auch die Kraft bei den Freiburgern nachzulassen. Leichte Fehler schlichen sich ein und in den letzten Minuten versuchte der SC das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Verständlich zwar, für das verwöhnte Freiburger Publikum aber ungewohnt.

4 oder 5:0 hätte das Spiel enden müssen, letztlich war’s nur ein scheinbar knappes 3:2. Doch am Ende stehen eine über weite Strecken souveräne Leistung des SC und drei wichtige Punkte für den Aufstieg. So gibt es nichts, über das man sich länger ärgern müsste.

Analyse

Zur Einzelkritik der Spieler gibt es nicht sehr viel zu sagen. Alle spielten mit großen Engagement und auf gutem Niveau. Nur am Ende schlichen sich wie gesagt bei allen unnötige Fehler ein. Positiv herauszuheben sind vielleicht die Flügelspieler Daniel Schwaab und Kapitän Heiko Butscher, die mit ihren ständigen Vorstößen, steilen Pässen und Flanken für viel Belebung im Angriffsspiel sorgten.



Die Innenverteidigung mit Pavel Krmas und Toprak stand sicher, bis auf den von Toprak verursachten Strafstoß. Schuster und Banovic - der für den gelbgesperrten Johannes Flum zum Einsatz kam – hatten im Mittelfeld viele Ballkontakte und ordneten das Spiel gut. Zudem erzielten beide jeweils ein Tor und Schuster bereitete beide anderen Tore vor. In der Offensive wechselten Yassin Abdessadki, Jonathan Jäger, Idrissou und der für den verletzten Tommy Bechmann spielende Andreas Glockner häufig die Positionen und sorgten für einigen Trubel in der Ingolstädter Defensive. Dabei war Glockner der unauffälligste der vier Offensivkräfte. Er hatte zwar ein paar gute Szenen, fiel im Vergleich zu den anderen drei aber etwas ab.

Der Sportclub Freiburg befindet sich nun mit 6 Punkten Vorsprung auf den 2. Tabellenplatz und mit 7 Punkten auf den Drittplazierten in einer glänzenden Ausgangsposition im Kampf um den Aufstieg und sogar um die Zweitliga-Meisterschaft. Vielleicht gelingt dem SC ja schon am kommenden Freitag in St. Pauli ein weiterer Schritt , diese Position noch weiter zu verbessern.